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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Bryan Ferry - Avonmore (BMG)


Bryan Ferry - Avonmore

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Ach, den gibt’s auch noch? Ach ja doch, der ehemalige Sänger von Roxy Music war in den letzten Jahren durchaus nicht untätig und hat fleißig veröffentlicht. Und jetzt, im Jahr seines siebzigsten Geburtstags, versucht er noch mal, den leicht öligen Dandy heraushängen zu lassen. Das klappt mal besser, mal schlechter. Der Opener „Loop De Li“ jedenfalls lässt Schlimmes befürchten, die Produktion rückt Ferrys Stimme weit in den Hintergrund – das wird doch kein Indiz für mangelnde stimmliche Qualitäten sein? „Midnight Train“ macht Hoffnung – das klingt schon fast nach „Avalon“, sowohl stimmlich wie musikalisch. „Soldier of Fortune“ wiederum präsentiert nicht weniger als eine gebrochene Stimme weit jenseits von etwas, das man veröffentlichen sollte. Kokettiert der Sänger hier vielleicht mit seinem Alter? Oder ist das einfach schonungslose Ehrlichkeit? Ich bin mir nicht sicher. Allerdings ist auch das folgende „Driving Me Wild“ eher dünn, das Organ trägt den eigentlich gar nicht so schlechten Song einfach nicht mehr. Gut. Das ist der Lauf der Dinge und die wundersame Wiederauferstehung des Organs offenbart auch der Rest der Platte nicht. Das Titelstück zu Beginn der zweiten Seite geht in Ordnung, das hat ordentlich Drive, wenn‘s auch ein Titel ist, den man so aus diesem Stall schon zigmal gehört hat.

„Lost“ ist auch hübsch, geht aber eigentlich stimmlich auch nicht. Und dann war da noch Steven Sondheims „Send In the Clowns“, in der Live-Interpretation von Bill Henderson gern gesehener Gast auf meinem Plattenteller. Das hier, das ist dagegen leider gar nix. Das fast gehauchte „Johnny and Mary“ reißt‘s schließlich auch nicht mehr. Klanglich geht das Ding in Ordnung, auch die Platte ist gut gefertigt. Auf dem Innencover gibt’s Texte – weiß der Himmel, warum nur zu acht der zehn Titel.

Fazit

Ein schmerzhafter Abgesang
Bryan Ferry - Avonmore (BMG)


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Autor Holger Barske
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Datum 22.12.2015, 11:54 Uhr
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