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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Nicholas Payton – Bitches (IN+OUT Records)


Nicholas Payton – Bitches

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In festgefügten Kategorien darf man nicht verhaftet sein, wenn man sich dem Phänomen Nicholas Payton nähert. Spielte der Jazz-Trompeter vor Kurzem ein vielbeachtetes Werk mit Klassikern von Wayne Shorter ein, knallt er uns ein mit krassen Synthesizer-Rhythmen gewürztes Album um die Ohren, dass es nur so kracht. Seine Trompete holt er nur bei wenigen Gelegenheiten aus der Ecke, stattdessen singt er seelenvollen R & B, bedient sämtliche Instrumente, darunter Keyboard, Bass, Schlagzeug und Drum Computer und hat, wie so oft in der Vergangenheit, auch alle Stücke komponiert. Nur dass es diesmal kaum noch Jazz ist, sondern lupenreiner Rhythm & Blues. Der unwiderstehliche Groove, der sich auf fast allen Titeln entfaltet, verführt dazu, der Leidensfähigkeit des Nachbarn auf den Zahn zu fühlen. Ein weiterer Grund dafür ist auch der kristallklare Klang, der sich aus den Rillen der auf 999 Stück limitierten Vinyl-Ausgabe den Weg zu den Lautsprechern bahnt. Die 15 Titel haben auf den zwei perfekt verarbeiteten LPs reichlich Platz, ihre Dynamik zu entfalten und versetzen den Hörer zurück in die besten Zeiten des Genres, die schulterbepolsterten 80er. Gesangsunterstützung erhält er durch Esperanza Spalding, N‘dambi, Saunders Sermons, Chinah Blac und Cassandra Wilson.

Das Duett mit Letztgenannter sowie das darauf folgende „Give Light, Live Life, Love“ stechen aufgrund ihrer balladesquen Stimmung aus dem Songangebot heraus, dessen Entstehung von Nicholas Payton im Innenteil des Klappcovers ausführlich dargelegt wird; die Songtexte sind auf den Innenhüllen zu finden. 

Fazit

Endlich mal wieder eine Gelegenheit, den Lautstärkeregler bis an die Schmerzgrenze hochzudrehen.
Nicholas Payton – Bitches (IN+OUT Records)


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Autor Ralf Henke
Kontakt E-Mail
Datum 02.11.2012, 09:15 Uhr
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