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Kategorie: Schallplatte

Musikrezension: Rebekka Bakken - A Little Drop of Poison (Universal)


Rebekka Bakken - A Little Drop of Poison

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Das Konzept klingt spannend: Die norwegische Jazz-Chanteuse Rebekka Bakken versucht sich an eigenen Interpretationen von sechzehn Kompositionen eines ihrer großen Vorbilder: Tom Waits. Arrangiert und eingespielt wurde das Ganze in deutschen Landen unter tatkräftiger Mitwirkung der HR-Bigband. Eigentlich beste Voraussetzungen für musikalische Unterhaltung erlesener Güte. Leider hat‘s aber so ganz nicht sollen sein: „A Little Drop of Poison“ ist alles Mögliche, aber sicher nicht „Posion“. Sondern eine sehr mainstreamige Belanglosigkeit. Gewiss, hinter dieser Arbeit steckt die größte denkbare Musikverbreitungsmaschine, und die wollen das Zeug verkaufen, gerne an ein paar Leute mehr. Bedauerlicherweide bleibt das Wesen von Tom Waits’ Musik dabei komplett auf der Strecke. Waits ist der Poet der Straße, kaum jemand transportiert Themen aus dem Rinnstein so überzeugend wie er, weil er einfach glaubhaft Augenhöhe mit dem Rinnstein demonstriert. Nichts davon ist übriggeblieben. Eine zutiefst resignierte und traurige Nummer wie „Yesterday Is Here“ mutiert zur netten, freundlichen Midtempo-Nummer komplett ohne Geist, und genau das zieht sich durch die ganz Platte. Hat hier jemand Tom Waits überhaupt nicht verstanden oder verlässt man sich darauf, dass die pure Erwähnung seines Namens Zugpferd genug ist? Auf alle Fälle klingt‘s ziemlich großartig. Luftig, weiträumig und dynamisch.

Kurzum: Genau so, wie Tom Waits eben nicht klingt. Da hilft‘s auch nicht, dass sich die 16 Titel auf vier Seiten schweren Vinyls verteilen und die Platten wirklich gut gefertigt sind (wenngleich ordentlich dreckig ab Werk). Dazu gibt‘s einen Gutschein mit Downloadcode.

Fazit

Nett gemeinte Belanglosigkeiten
Rebekka Bakken - A Little Drop of Poison (Universal)


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Dipl.-Ing.
Michael Voigt
Chefredakteur
hifitest.de
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Datum 23.12.2014, 11:56 Uhr