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Jacob Karlzon – Open Waters
Der Sog der ruhigen und doch kraftvollen Klänge zieht mich hinaus aufs offene Meer, dorthin, wo man kein Land mehr sieht – nur Wasser, Himmel und dazwischen, unwirklich, nicht wirklich existent, den Horizont. Eine Nichtexistenz, die doch gleichsam das Licht der Sonne nehmen oder schenken kann. Der Opener von „Open Waters“, dem – wenn ich korrekt zähle – dritten Soloalbum des Pianisten Jacob Karlzon, löst genau diese Assoziationen bei mir aus. Doch bevor ich mich in der endlosen Weite verlieren kann, schwimmt mit dem zweiten Track „Secret Rooms“ ein ziemlich fetter Dampfer ins Bild: Ein geradezu an Heavy Metal erinnerndes Piano-„Riff“ lässt das meditative Versinken nicht mehr zu. Okay, genug des Träumens und der assoziativen Bildbeschreibung. Was Jacob Karlzon hier abliefert, ist ganz großes Emotionskino. Seine musikalische Sprache ist in der Tat äußerst bildhaft, was an den vollen Harmonien und meist getragenen Rhythmen liegen mag. In der Gesamtansicht erinnert das oft ans Tingvall Trio, was ja nicht die schlechteste Referenz ist. Qualitativ steht Jacob Karlzon dem schwedischen Star Martin Tingvall jedenfalls in nichts nach: Mit geradezu hörbarem Respekt vor der emotionalen Wirkung seines Spiels lässt Karlzon seine Finger über die Tasten gleiten und kombiniert perfekt flüssige Eleganz mit virtuoser Technik.
Fazit
Gleichzeitig meditativ und stürmisch – ein tolles Pianojazz-Album!Kategorie: Schallplatte
Produkt: Jacob Karlzon – Open Waters (Warner Music)
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144-612
ArtPhönix Vinyl |
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