Kategorie: Tonabnehmer

Einzeltest: Shelter 901 III Spezial


Alle Jahre wieder

Tonabnehmer Shelter 901 III Spezial im Test, Bild 1
9116

Wir wollen es gerne glauben: Die Shelter-Gemeinde in Deutschland ist tatsächlich groß genug, dass sich der japanische Hersteller bereit erklärt hat, als Nachfolger des 901 und 901 II eine Version anzubieten, die speziell für den deutschen Markt gefertigt wird

Mitspieler


Plattenspieler:

 Transrotor Fat Bob S mit SME IV
 Acoustic Solid 111 Metall mit WTB 213
 Luxman PD-444 mit Rigid Float

Phonoverstärker:

 Luxman E-200
 Cary Audio PH 302 MkII MM/MC
 Quad Twentyfour P

Verstärker:

 Luxman DA-200 und M-200
 Acoustic Masterpiece AM- 201
 Dartzeel

Lautsprecher:

 AudioSolution Rhapsody 130
 JMR Abscisse · K+T Titania

Zubehör:

 Netzleisten von PS Audio, Silent Wire
 Kabel von van den Hul, Silent Wire
 Basen von Liedtke Metalldesign, Thixar und Accurion


Gegenspieler


 Phasemation PG-300
 Van Den Hul The Crimson
 Charisma Audio MC-1 


Beim Shelter 901 handelt es sich um einen Veteranen in Sachen Tonabnehmer. Das System inklusive seines nunmehr zweiten Nachfolgers geht nun schon bald ins dritte Jahrzehnt seiner Existenz – allen Versuchen des Herstellers zum Trotz, andere Systeme an seiner Stelle zu etablieren.

Tonabnehmer Shelter 901 III Spezial im Test, Bild 2Tonabnehmer Shelter 901 III Spezial im Test, Bild 3Tonabnehmer Shelter 901 III Spezial im Test, Bild 4Tonabnehmer Shelter 901 III Spezial im Test, Bild 5Tonabnehmer Shelter 901 III Spezial im Test, Bild 6
Nun ist das 901 III Spezial auf dem Markt, quasi als Nachnachfolger der eigenen Nachfolger – alles klar? Die Tradition der Shelter-Tonabnehmer geht bis zu der legendären Firma Fidelity Research zurück, in der der Entwickler der Shelter-Systeme, Yazuo Osawa, seine Karriere begonnen hat. Wie auch immer: Der Tonabnehmer ist auf Wunsch des deutschen Vertriebes speziell für unsere mitteleuropäischen Ohren gebaut worden. Jörg Henning-Reinelt von Expolinear in Berlin ist also für das „Spezial“ im Namen verantwortlich. Vor allem im Tieftonbereich soll sich noch einiges getan haben – das wäre noch zu überprüfen. Mit Sicherheit etwas getan hat sich beim Preis: 2.600 Euro werden inzwischen für das aktuelle 901 aufgerufen, womit sich der Tonabnehmer endgültig aus der Riege der günstigeren Spitzensysteme verabschiedet hat. Andererseits: Sieht man sich mal bei der Konkurrenz um, dann steht das Shelter immer noch recht gut da, schließlich war es ja früher ein ganz heißer Preis-Leistungs-Tipp. Was also steckt hinter dem System, das nun so speziell sein soll? Ganz einfach: Im Inneren werkelt der Generator des Shelter- Spitzenmodels Harmony, das auf der Preisskala noch einmal deutlich über dem 901 III angesiedelt ist. Das bedeutet: Hochreine Kupferspulen mit einer ordentlichen Wicklungszahl – sonst ließen sich die gesunden 0,5 Millivolt Nennspannung nicht generieren. Was mir an den technischen Daten des 901 III Spezial überhaupt gefällt: Sie sind so herrlich normal. Die empfohlene Auflagekraft liegt mit eineinhalb bis zwei Gramm in einem Bereich, der sich immer einstellen lässt, obwohl das System mit 8,4 Gramm eigener Masse zu den relativ leichten Vertretern seiner Art zählt. Das ist auch dem Magneten zu verdanken, der jetzt aus Neodym gefertigt wird, das Material, aus dem sich eben die kompaktesten kräftigen Magneten fertigen lassen. Der Nadelträger ist eine ausgesprochene Shelter-Spezialität – er besteht aus aluminiumbeschichtetem Bor. An der Spitze trägt er einen Diamanten, der mit dem ziemlich scharfen Line-Contact-Schliff versehen ist. Wir erinnern uns: Das 901 II hatte noch einen Samarium-Kobalt-Magneten und einen elliptischen Diamanten – war also deutlich mehr „old style“. Die ganze Technik sitzt in einem Gehäuse aus eloxiertem Aluminium, in dessen Trägerplatte Gewindebohrungen zur direkten Verschraubung des Tonabnehmers gefräst wurden. Der Nadelschutz aus einem rund gebogenen Blech schützt wie gehabt bei korrektem Sitz die Nadel sehr effektiv, ist aber mit seinen beiden Blechlaschen alles andere als sicher auf dem Systemkorpus fixiert. Die Justage des 901 III ist durch den geraden Korpus recht einfach – da der Nadelträger offensichtlich sehr genau eingebaut ist, kann man sich auch an den Kanten des Aluminiumgehäuses orientieren. Der Nadelträger selbst ist ebenfalls gut sichtbar, so dass man die Justage nach Belieben vornehmen kann. Das 901 III wurde bei unserem Test mit verschiedenen Tonarmen und Laufwerken kombiniert – mit keinem der allesamt mittelschweren bis schweren Arme gab es ein Problem. Seine japanische Herkunft kann das Shelter 901 III nicht verbergen: Man merkt die Freude des Konstrukteurs an Detailauflösung und Feindynamik – dennoch: Das System trägt eben auch den europäischen Ansatz in sich und wirkt durchaus bodenständig und solide. Kompakt aus der Mitte heraus kann es Popmusik auf den Punkt bringen, feuert tiefste Bässe extrem schnell ab und lässt sich auf keine Kompromisse in Sachen Dynamik ein: Was auf der Platte drauf ist, wird auch wiedergegeben. Und trotz aller Feinheiten nach oben hinaus und aller Wucht nach unten findet das 901 III beim Grundton der menschlichen Stimme genau die richtige Balance – nicht zu viel Kehle, nicht zu viel Brust. Auch, wenn ich mich selber damit zitiere: Gerade bei den letzten Johnny-Cash-Platten sollte seine Stimmer weder zu brüchig noch zu sonor klingen – beim Shelter ist alles richtig. Dazu kommt eine wie von Shelter zu erwartende hervorragende Raumabbildung und präzise Freistellung solierender Instrumente oder betonter Stimmführungen – gut zu verfolgen in ganz großen Orchesterwerken, bei denen das vermeintliche Wogen des Klangkörpers wieder zu dem komplexen Zusammenspiel ganz vieler einzelner Schallquellen wird. Was das Shelter aber am besten kann, ist die emotional berührende Wiedergabe kleinerer Besetzungen oder Solisten, die es mit Respekt und Umsicht behandelt, als würde es sich seiner Verantwortung für die wiederzugebende Atmosphäre bewusst sein. Das ist natürlich Unsinn, aber der eine oder andere Leser wird verstehen, was ich meine, wenn er das Shelter zum ersten Mal hört. Diese mitreißende Herangehensweise an die Musikwiedergabe, gepaart mit technischer Perfektion macht auch das neue Shelter 901 ganz sicher wieder zum Renner – holen Sie sich eines, bevor Sie wieder auf die nächste Generation warten müssen! 

Fazit

Auch in der dritten Generation setzt das Shelter 901 Maßstäbe: Vom ehemaligen Geheimtipp ist es definitiv zu einem der Platzhirsche in der Riege der großen MC-Systeme aufgestiegen.

Preis: um 2600 Euro

Tonabnehmer

Shelter 901 III Spezial


03/2014 - Thomas Schmidt

 
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Expolinear, Berlin 
Telefon 030 9739454 
E-Mail info@expolinear.de 
Internet www.expolinear.de 
Garantie (in Jahre)
Gewicht (in g) 8.4 
Gehäuse anodisiertes Aluminium 
Magnet Neodym 
Nadelschliff LineContact Schliff (1,6 x 0,3 mil) 
Ausgangsspannung 0,5 mV (5 cm/s) 
Übertragungsbereich 20 Hz - 20 kHz (+/- 1,5 dB) 
Kanaltrennung 1kHz >25 dB 
Empfohlene Auflagekraft 20 mN (14 - 20 mN) 
Innenwiederstand (in Ohm) 10 
Abschlussimpedanz ab 20 Ohm mit Übertrager, ab 100 Ohm an MC-Phonostufe 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 11.03.2014, 13:33 Uhr
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