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Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Accuphase E-600 - Seite 2 / 4


Goldene Zeiten



Tatsächlich ist‘s auch mir erst ziemlich spät aufgefallen. Und den entsprechenden Passus im wie immer überragend informativen Prospekt zum Gerät habe ich schlicht übersehen. Und wenn man einfach so unbedarft auf die Front des Gerätes blickt, dann sieht man den Riss im Raum-Zeit-Kontinuum auch gar nicht sofort. Wenn Sie anfangen Musik zu spielen und das Gerät ein gewisses Maß an Ausgangsleistung erzeugt, dann passieren sie, die unvorstellbaren Dinge: Im Fenster mit den Aussteuerungsinstrumenten, dem unverwechselbaren Gesicht jedes Accuphase-Vollverstärkers, zucken zwei orange LED-Ketten. Keine Zeiger. Bei diversen Endstufenmodellen gab‘s die Abkehr von der Nadel immer mal, aber bei einem Vollverstärker, der wohl wichtigsten Ikone im Programm der Japaner? Ich sag mal mit aller Vorsicht: Das ist neu – allerdings habe ich nicht jeden einzelnen der zahllosen Vollverstärker in der langen Accuphase-Historie vor Augen. Natürlich sitzt der Schock tief, auf der anderen Seite jedoch verstehen die Damen und Herren in Yokohama ihr Handwerk so gut, dass sie den überzeugten Accuphase-Interessenten nicht kalt lächelnd vor die Wand laufen lassen: Die neuen Aussteuerungsinstrumente sind ausnehmend dezent realisiert, die Leuchtkraft der kleinen rechteckigen Dioden wurde haargenau so eingestellt, dass sich das Ganze nicht in den Vordergrund spielt.

Außerdem gibt’s, wie damals in den Tagen des Tapedecks, eine „Peak Hold“- Funktion, sprich: Die letzte LED in der Kette verlischt verzögert, so dass man tatsächlich Spitzenwerte ablesen kann. Nach dem kleinen Exkurs zu diesem Detail ein paar Worte zum großen Ganzen: Der E-600 ist der neue Top-Vollverstärker und löst das Modell E-560 ab. Der Neue ist erfreulicherweise sogar ein wenig günstiger geworden und kostet 9.500 Euro, wohingegen der E-560 zuletzt mit 10.670 Euro in der Liste stand. Als echter Accuphase-Bolide präsentiert sich die Maschine im unverzichtbaren Champagner-Outfit mit ordungsgemäß beeindruckender Physis: So eine Maschine muss 20 Zentimeter hoch sein und knapp 25 Kilogramm wiegen, sonst stimmt irgendwas nicht. Hier passt‘s natürlich. Und was bei jedem anderen Hersteller fürchterlich kitschig klingen würde, geht hier völlig in Ordnung: Accuphase tituliert das Gerät als „Class-A Precision Integrated Amplifier E-600“. Jawohl, Class-A. Eben wegen der Konzeption mit reichlich klangförderlichem Ruhestrom hat die Ausgangsleistung Grenzen: Accuphase spezifiziert 30 Watt an acht Ohm, mit korrekter Verdopplung bis hinunter zu Zwei-Ohm-Lasten, sogar ein Ohm soll das Gerät zur Not noch treiben können. Unser Messparcours spricht eine etwas andere Sprache: Wir maßen 60 Watt an acht und gut 100 an vier Ohm.

Preis: um 9500 Euro

Accuphase E-600


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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 01.08.2014, 15:53 Uhr