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Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Accustic Arts Power ES


Schlicht und einfach

Vollverstärker Accustic Arts Power ES im Test, Bild 1
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Unter den Verstärkern, von denen wir in dieser Ausgabe ja einige vorstellen, markiert der Accustic Arts Power ES den weitesten Ausschlag des Ausstattungspendels in Richtung Purismus. Aber wie sein Name es schon sagt: Es geht hier um die inneren Werte

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Plattenspieler:


The Funk Firm Vector III mit Ortofon OM40
Transrotor Rondino mit SME 5009 und Transrotor Merlo Reference


Lautsprecher:


Kudos X2
K+T CT252


Zubehör:


Netzleiste: PS-Audio
Phonokabel Furutech, Nordost, Horn Audiophiles
NF-Kabel: Van den Hul
Lautsprecherkabel: Silent Wire
Racks und Basen: SSC, Empire, Tabula Rasa


Gegenspieler



Verstärker:


AVM Evolution V3 und M3
Wall Audio Aura
Magnat RV-2


Der letzte Test von Geräten den Marke Accustic Arts ist noch gar nicht so lange her: Eine gewaltige Vor-Endstufen- Kombination aus dem Hause Schunk Audio Engineering (so der quasi weltliche Name des Unternehmens) gab es in Ausgabe 6/2010 zu bestaunen – schnörkellose, einfach hervorragend funktionierende Ingenieurskunst aus deutschen Landen, verpackt in mächtige Gehäuse, darüber hinaus aber völlig unprätentiös. Die Kombination verwende ich heute auch noch ganz gerne, wenn es darum geht, schwer kontrollierbare Lautsprecherdiven zur Räson zu bringen – wenn ich es denn über mich bringe, mit ein paar Kollegen die gut zentnerschwere Endstufe in den Hörraum zu wuchten. Nun, gar so martialisch geht es beim Power ES dann doch nicht zu: Den Vollverstärker kann man ohne Hilfe bequem mit sich herumtragen – dafür muss man aber auch auf das eine oder andere Watt Leistung verzichten: Knapp 100 sind es pro Kanal, egal, ob an 4 oder 8 Ohm. Das reicht immer noch dicke, weil auch der Dämpfungsfaktor recht hoch liegt: Man arbeitet in Lauffen mit ordentlich Gegenkopplung.

Vollverstärker Accustic Arts Power ES im Test, Bild 2Vollverstärker Accustic Arts Power ES im Test, Bild 3Vollverstärker Accustic Arts Power ES im Test, Bild 4Vollverstärker Accustic Arts Power ES im Test, Bild 5Vollverstärker Accustic Arts Power ES im Test, Bild 6Vollverstärker Accustic Arts Power ES im Test, Bild 7Vollverstärker Accustic Arts Power ES im Test, Bild 8
Vier MOSFET-Transistoren sorgen für eine sehr gute Stromlieferfähigkeit. Der Ringkerntrafo besitzt kanalgetrennte Sekundärwicklungen, das nachgeschaltete Netzteil verfügt über genügend Siebkapazität, um auch gemeinste Dynamiksprünge mal eben locker abzufangen. Eine integrierte Schutzschaltung sorgt für absolute Betriebssicherheit und schaltet Ausgänge bei Clipping, Hochfrequenzschwingungen und zu hohem DC-Offset- Anteil ab. Ich kann an Eides statt versichern, dass das hervorragend funktioniert, denn sobald bei einer Frequenzgangmessung mit zu hoher Leistung die 40-Kilohertz- Marke erreicht wurde, schaltete sich der Power ES für ein paar Sekunden ab. Ein im Gehäuse integrierter Kühlkörper führt die Abwärme der Leistungstransistoren von außen unsichtbar ab. In der Standard-Ausführung des Power ES gibt es vier Hochpegel-Eingänge, allesamt unsymmetrisch, deren erster gegen ein hochwertiges Phonomodul getauscht werden kann – und hier wird der puristische Vollverstärker für uns hoch interessant. Denn schon die Messwerte aus unserem Labor verheißen große Dinge: Die Fremdspannungsabstände und Frequenzgänge, die ich gemessen habe, gehören ganz klar in die oberste Kategorie, selbst im Vergleich zu ausgewiesenen Phonospezialisten. Selbstredend verwendet man bei Accustic Arts nur feinste Bauteile – gerade für die Kontaktsicherheit wird Wert auf höchste Qualität gelegt: langzeitstabile Relais und ein Drehschalter mit vergoldeten Silber-Kontaktflächen sorgen auf Jahre hinaus für sauberen Signalfluss. Die blitzsaubere Verarbeitung setzt sich auch an der Außenseite des Power ES fort: Eine solide gearbeitete Frontplatte mit verchromten Messingknöpfen rundet das Bild ab. Dass es diese Qualität, handgefertigt in Deutschland, nicht geschenkt gibt, sollte klar sein: Ich bin allerdings der Meinung, dass ein Vollverstärker für 3.750 Euro selbst mit Phonoteil absolut herausragend klingen muss – über die Ausstattung lässt sich der Preis jedenfalls nicht rechtfertigen. Nun, bevor es zu spannend wird: Ich kann Entwarnung geben: Über die Hochpegel- Eingänge wie über den Phonozweig klingt der Amp absolut großartig. So mächtig dunkel und grollend im Bass spielte der Power ES auf, dass ich mich akustisch sogar der großen Kombination gegenüber wähnte – naja, ganz heran ist der deutlich leichtere Vollverstärker nicht gekommen, die Verwandtschaft zum ganz großen Boliden ist aber nicht von der Hand zu weisen. Um es einmal einzuordnen: Die Bässe kommen nicht ganz so druckvoll und schnell wie bei den absoluten Top-Geräten, reichen aber ebenso tief hinab bis über Grenzen dessen hinaus, was alle unsere Boxen überhaupt wiedergeben können – und glauben Sie mir, da sind einige Kaliber dabei! Von dem Power ES habe ich mir durchaus eine Weile gerne das Zwerchfell massieren lassen und dazu viel elektronische Musik gehört – normalerweise nicht so mein Ding. Dass er auch ganz anders kann, beweist der Accustic Arts bei der Debüt- Scheibe von Rumer, einer neuen Singer- Songwriter-Hoffnung aus Großbritannien, deren fantastische Stimme er mit einer absoluten Gänsehautstimmung transportiert. Die Sängerin kommt innerhalb des fein gesponnenen Rahmens aus hervorragend aufgenommenen akustischen Instrumenten wunderbar zur Geltung. Das Mikrofon sieht ihr direkt auf den Mund, während ihre Mitstreiter sich gut nachvollziehbar im Raum gruppieren. Die Wiedergabe eines kompletten Symphonieorchesters ist in Sachen räumlicher Abbildung die absolute Königsdisziplin. Und auch hier macht der Power ES einen verdammt guten Job: Die Instrumente sind präzise gestaffelt, die Raumakustik verschiedener Aufnahmesituationen kommt hervorragend zur Geltung, auch, wenn es tatsächlich einmal zu hallig ist. Am meisten begeistert hat mich aber die Fähigkeit des Vollverstärkers, auch bei dynamischen Stücken und vollen Orchestertutti nicht zusammenzubrechen wie so mancher „audiophile Feingeist“. Im Gegenteil, selbst im vollen Eifer des Gefechts bleibt der Power ES seinem Namen treu und hält Tonalität und Abbildung fest am Zügel. Klar, dass er bei den diversen Rockplatten, die ich zu späterer Stunde dann noch aufgelegt habe, auch in seinem Element war und die Stunde um Stunde höhere Lautstärke fröhlich mitgemacht hat.

Fazit

Der Power ES bringt das Thema Vollverstärker auf den Punkt. An Ausstattung ist das Wichtigste vorhanden: ein hochwertiger Phonozug.

Preis: um 2990 Euro

Accustic Arts Power ES


-

 
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Schunk Audio Engineering, Lauffen 
Telefon 07133 974770 
Internet www.accusticarts.de 
Garantie (in Jahre)
B x H x T (in mm) 482/400/96 
Gewicht (in Kg) 11 
Unterm Strich... » Der Power ES bringt das Thema Vollverstärker auf den Punkt. An Ausstattung ist das Wichtigste vorhanden: ein hochwertiger Phonozug. 

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