Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Peachtree iNova


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Vollverstärker Peachtree iNova im Test, Bild 1
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Die neuen Medien haben uns über die Jahre neuartige HiFi-Produkte eingebracht, die frischen Wind ins hifidele Leben hauchen. Dazu gehört auch eine neue Generation Verstärker, die auf digitale Zuspieler zugeschnitten ist . Peachtree hat auf dem Gebiet Pionierarbeit geleistet und schießt jetzt munter nach.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich ein Fan der Peachtree-Produktreihe bin. Die bauen schon seit Jahren HiFi-Geräte, die zu unserer modernen Zeit passen, und haben damit ziemlich eindeutig signalisiert, dass das Entwicklerteam von Signal Path den sprichwörtlichen Knall schon vor vielen anderen gehört hat. Deswegen werde ich nun schon länger mit den immer hübsch aussehenden, technisch fortschrittlichen DACs, Verstärkern oder Dockingstations aus den USA konfrontiert. Der iNova versteht sich als direkter Nachfolger des von mir geschätzten Nova, der mir vor über zwei Jahren schon zeigte, wie ein moderner Verstärker aussehen muss.

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War mein „alter“ Nova noch mit einer Holzoberfläche versehen, ist der iNova nun komplett in glänzendes schwarz gekleidet. Und eins muss man ja wirklich sagen: Es gibt nur wenige Produkte, die neben einem Apple-Computer, sei es ein MacBook oder iMac, so gut aussehen wie die Verstärker und DACs aus Bellevue, Washington State. Alternativ ist der iNova in Rosen- oder Kirschholzoptik erhältlich, was sich in so manchem Wohnzimmer eventuell besser macht. Die Änderungen gegenüber dem alten Nova sind jedoch nicht nur rein kosmetischer Natur, an dem Jungen wurde ordentlich gestrickt und optimiert. Dazu gehören bessere Bauteile an klangrelevanten Stellen, eine neue Vorverstärkung und, für die Computer- Audio-Fraktion sehr wichtig, eine mächtigere USB-Schnittstelle. Im iNova arbeitet sie adaptiv jetzt bis 96 kHz in 24 Bit. Das hat er seinem Vorgänger schon mal voraus. An der adaptiven Verbindung ist nichts auszusetzen, wenn man es schafft, den Jitter gering zu halten. Die Voraussetzung schafft er, der Tenor-USB-Receiver sitzt direkt hinter der Eingangsbuchse; ausßerdem hat man ja noch einen mächtigen Wandlerchip, wie wir später noch erfahren werden. Auf digitalem Weg lassen sich insgesamt fünf Geräte verbinden. Eins davon darf ein Computer sein, der per besagter USB-Buchse angestöpselt wird, ansonsten gibt’s noch jeweils zwei optische und elektrische S/PDIF-Schnittstellen. Das reicht für die meisten Haushalte locker aus. Außerdem soll eine weitere Quelle nicht unerwähnt bleiben. Neu ist der fest verbaute iPod-Anschluss, der eine digitale Verbindung von Apple- Handheld zum iNova herstellt. Das ist die einzig wahre Art, mit einem iPod umzugehen und hat mich schon in Schwestermodellen wie dem iDecco überzeugt. Mit Apple-Lossless-Dateien befüllt stellt so ein digital ausgelesener iPod eine Musikquelle dar, die mehr als ernst zu nehmen ist. Auffällig ist bei einem Gerät, das vornehmlich digitale Zuspieler bedient ,natürlich die sonst eher rein analogen Geräten zugehörige Röhre, die bei Peachtree mittlerweile zur Tradition gehört. Bei manchen Modellen sitzt so ein Glaskolben im Kopfhörer-Zweig, beim iNova greift die russische Doppeltriode 6N1 direkt in der Vorverstärkung, was zu Experimenten klanglicher Natur einlädt. Per Fernbedienung kann man den Einfluss der Röhre bequem vom Sessel aus ein- und ausschalten, je nachdem, welchen Klang man gerade bevorzugt.

Innere Werte



Im Inneren herrscht eine gesunde Mischung aus sehr gut gemachter analoger Schaltungs- und hochmoderner Digitaltechnik. Die hohe Bauteilequalität passt wunderbar zur tollen Fertigung, an Stabilität ist der iNova jedenfalls schwer zu übertreffen. Von essenzieller Wichtigkeit ist selbstredend auch die Qualität des Wandlerbausteins. Peachtree vertraut diese Aufgabe schon immer den hervorragenden Wandlern von ESS an, im iNova kommt mit dem Sabre32 ES9016 eines der ganz dicken Schiffe des amerikanischen DAC-Spezialisten. Der bietet Feinheiten wie einen eingebauten Jitter-Killer, der durch internes Re-Clocking des Signals ein sauberes Zeitverhalten erzeugt. Und wie wir alle wissen, ist es mehr als wichtig, Jitter zu reduzieren, denn er ist der natürliche Feind eines Bitstroms. Der analoge Part, genau genommen die Verstärkung des Signals, ist wieder fein, vertrauenerweckend und durchaus leistungsstark ausgefallen. Die Vorstufe wurde komplett überarbeitet, die MOSFET-Endstufe leistet tatsächlich an die 80 Watt. Sie schafft das dank des ordentlichen Trafos, der nicht zuletzt zum stattlichen Gewicht des iNova beiträgt. Das ist eine ganze Menge, die so ein iNova bietet. Und wenn man ihn schon zum Mittelpunkt seines hifidelen Lebens macht, freut man sich darüber, dass man ihn auch mit dem eventuell vorhandenen Heimkino verheiraten kann. Er bietet nämlich die Möglichkeit, die Frontkanäle des Heimkinosystems zu verstärken, die Lautstärkeregelung bleibt dann in der Hand des A/V-Receivers. So aber muss man nur ein Paar Frontlautsprecher installieren, außerdem steht mal eins fest: Der iNova klingt deutlich besser als die meisten A/V-Receiver, so dass der Heimkinogenuss sogar aufgewertet wird. Bringt mich zu dem, was aus klanglicher Sicht berichtenswert ist. Ich hätte fast gesagt, dass klanglich alles beim Alten geblieben ist. So ganz richtig ist das nicht, denn tatsächlich kann sich der iNova gegenüber seinem Vorgänger ein gutes Stück absetzen. Geblieben sind grundsätzliche tonale Tugenden. Das farbenfrohe Spiel, das eher auf Geschmeidigkeit als auf gnadenlose Auflösungsangebereien setzt, gefiel mir ja schon immer, jetzt kommt noch eine Portion mehr Erhabenheit und Souveränität dazu. Das neue Netzteil verhilft zu mehr Maximalpegel und steigert sowohl das Durchsetzungsvermögen an größeren Boxen als auch die Stabilität des Klangbilds. Das Zuschalten der Röhre bewirkte tatsächlich das Hinzukommen von Romantik, allerdings gepaart mit etwas überzeugenderer Räumlichkeit. Was Sie besser finden, bleibt Ihnen überlassen, ich selbst bewerte ausschließlich das Vorhandensein dieser Option und weise ganz unverblümt darauf hin, dass ich persönlich mit Röhre am besten leben konnte. Eine zweite klangverändernde Möglichkeit ist das Umschalten des digitalen Filters. Zwei Filter bietet der iNovadafür an: Eins heißt NOS (Non-Oversampling) und das andere NAL (Non-Aliasing). NOS verarbeitet die Musiksignale in ihrer nativen Auflösung, NAL sorgt für ein vorheriges Upsamling auf 192 kHz/24 Bit. Klanglich bin ich am No-Oversampling-Filter hängengeblieben, das mir doch natürlicher erschien und einen echter wirkenden Raum bot. Ganz besonders hervorhebenswert fand ich seinen klanglichen Auftritt übrigens in Verbindung mit einem Laptop und einer ganzen Festplatte voll HiRes-Musik. So beschaltet, vermag der iNova ganz eindrucksvoll zu zeigen, welches Potentzial in Studio-Master-Dateien steckt. Die Kombination mit einem Computer scheint mir auch genau die passende Anwendung zu sein. Mir schwebt im Kopf ein Mac Mini vor, der per USB mit dem iNova verbunden ist und per iPod (oder iPad) gesteuert wird. Und den iPod kann man zum Laden oben reinstecken. Dort ist der Apple-Player sowieso sehr gut aufgehoben, denn die Töne, die ich über die digital ausgelesene Schnittstelle herausgeholt habe, waren extrem gut. So ein vermeintlicher MP3-Player nagt, richtig ausgelesen, ganz hart an hochwertigen CD-Playern. Im Endeffekt sagt mir das eins: Man braucht nicht mehr als einen iNova, um richtig gut Musik hören zu können. Wieder mal ein tolles Teil aus Bellevue.

Fazit

Der iNova ist mehr als nur eine neuverpackte Version seines direkten Vorgänges. Er bietet mehr Möglichkeiten, wurde technisch auf einen noch höheren Stand gebracht und klingt nicht zuletzt absolut überzeugend. Wieder mal ein großer Wurf aus Washington State!

Preis: um 1800 Euro

Vollverstärker

Peachtree iNova


05/2012 - Christian Rechenbach

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 1800 
Vertrieb: Robert Ross Audiophile Produkte, Denkendorf 
Telefon: 08466 905030 
Internet: www.peachtree-audio.de 
Eingänge: 1 x USB (bis 96 kHz, 24 Bit) 
Ausgänge: 2 x analog RCA 
Leistung (8 Ohm)(in Watt): 68 Watt 
Leistung (4 Ohm)(in Watt): 82 Watt 
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Christian Rechenbach
Autor Christian Rechenbach
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Datum 30.05.2012, 14:37 Uhr
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