Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: Pro-Ject MaiA


Kraftpäckchen

Vollverstärker Pro-ject MaiA im Test, Bild 1
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Streaming hat die HiFi-Welt schlanker gemacht, doch der analoge Part hinkt dem digitalen oft noch etwas hinterher. Im neuen MaiA kombiniert Pro-Ject einen DAC mit einem Vollverstärker und braucht trotzdem kaum Platz.

Die Zeichen der Zeit wurden von Pro-Ject richtig erkannt. Im Gegensatz zu den vielen willkürlich eingearbeiteten kleinen „is“ anderer Namen ist MaiA ein Akronym für „My Audio Integrated Amplifier“. Und ebenso wie die Produkte von Apple versucht auch er mit eher minimalistischem Design zu überzeugen. Die Front aus Aluminium wird dominiert vom mittig angebrachten Drehknopf zur Einstellung der Lautstärke. Dahinter liegt das motorbetriebene Potenziometer, das durch seinen etwas festeren Widerstand eine gewisse Wertigkeit ausstrahlt. Auf der linken Seite der Front wartet der Powerknopf, der auch verwendet wird, um Bluetooth-Geräte mit dem MaiA zu koppeln. Rechts des Lautstärkereglers befinden sich die beiden Knöpfe zur Einstellung der Quelle, die übersichtlich von je einer LED repräsentiert werden.

Vollverstärker Pro-ject MaiA im Test, Bild 2Vollverstärker Pro-ject MaiA im Test, Bild 3Vollverstärker Pro-ject MaiA im Test, Bild 4
Hier überrascht der gerade einmal 206 mm breite Verstärker mit immerhin neun Eingangsmöglichkeiten: Zum einen drei analoge Cinch-Anschlüsse, von denen einer mit einer Erdung für Plattenspieler versehen ist, und ein 3,5-mm-Klinkeneingang. Dazu die digitalen Eingänge für koaxiales S/ PDIF oder zwei optische Toslink- Kabel. Außerdem kommen ein USB-B- Anschluss und die Möglichkeit, Audioquellen wie Smartphones oder Tablets per Bluetooth zu verbinden hinzu. Dafür muss allerdings die externe Antenne angeschraubt werden, da das Gehäuse des MaiA vollständig aus Metall gefertigt ist. Ausgegeben wird Musik entweder über den 3,5-mm-Pre-Out oder den 6,3-mm-Kopfhörerausgang an der Vorderseite. Als echter Vollverstärker bietet der MaiA aber natürlich auch vollwertige Lautsprecherklemmen. Dort kann man entweder Bananenstecker verbinden oder gabelförmige Kabelschuhe beziehungsweise lose Kabelenden festschrauben. Leider verbirgt sich hier ein Nachteil der geringen Größe des MaiA: Da die Anschlüsse sehr nah aneinander liegen, müssen Leute mit größeren Händen etwas fummeln, um Lautsprecherkabel ohne Stecker an den Gewinden zu befestigen. Wenn alles aber einmal sitzt, spielt das keine Rolle mehr, denn dann kann das Gerät im Regal oder auf dem Schreibtisch verschwinden und, Sichtkontakt vorausgesetzt, mit der beiliegenden Fernsteuerung bedient werden. 

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Technik und Messwerte


In unserem Messlabor lieferte der MaiA an acht Ohm eine Leistung von etwa 21 Watt ab, an vier Ohm kamen etwa 32 Watt zustande. Damit übertraf er sogar ganz knapp die vom Hersteller gemachten Angaben. Mit einem Paar kleiner Regalboxen macht der Pro-Ject damit eine Menge Druck, und auch etwas größere Lautsprecher werden von dem kleinen Kraftpaket ordentlich angetrieben. Um ausreichend Leistung für kleine und mittelgroße Räume braucht man sich also keine Sorgen zu machen. Im Spielbetrieb fiel außerdem auf, dass auch bei geringen Lautstärken noch genug Dynamik und Detailtreue verblieben. Neben dem Verstärker bietet der MaiA auch die Möglichkeit digitale Signale selbst umzuwandeln. Dazu ist ein D/A-Wandler-Chip Cirrus Logic CS4344 verbaut, der die digitalen Signale zur Ausgabe vorbereitet und alle gängigen PCM-Formate mit einer maximalen Abtastrate von 192 kHz bei 24 Bit unterstützt. Bei der Verwendung des USB-Eingangs über Windows ist wie immer das Installieren eines Treibers vorausgesetzt, Nutzer von Apple und Linux können sofort Musik über die beliebte Allzweckbuchse übertragen. Bei der Musikübertragung von Mobilgeräten wird durch Verwendung des AptX-Standards für Bluetooth ebenfalls störungsfreies Abspielen von Alben in HiFi-Qualität gewährleistet. Dadurch können zum Beispiel auch Songs von Streamingdiensten direkt über den MaiA ausgegeben werden. Und das mit einer Reichweite bis etwa zehn Meter.  Klang Pro-Jects MaiA ist ein wirkliches Kraftpaket. Er spielt sehr kräftig und lebendig auf, was sich besonders schön bemerkbar macht, wenn Rock aus den Lautsprechern schallt. Der interne Wandler kommt dabei nicht ins Schwitzen und liefert durch die Frequenzbereiche hinweg sehr gradlinig sein Signal ab. Die eher warme Klangfärbung führt zu einem sehr dichten Hörerlebnis, bei dem das Spiel des MaiA mit einer ordentlichen Portion Energie aufwarten kann. Bei der Detailtreue gibt sich der Winzling ebenfalls keine Blöße, so dass man sich auch beim Abspielen von ruhigeren Klängen keine Sorgen zumachen braucht, etwas zu verpassen. Hier ist wirklich ein nettes Päckchen geschnürt worden. In Verbindung mit einem kleinen Netzwerkplayer oder dem Smartphone bildet er mit einem Satz Regal-lautsprechern ein unauffälliges, aber klangstarkes System. Pro-Jects neues Schätzchen mag zwar klein sein, unterschätzen darf man den MaiA aber nicht.

Fazit

Pro-Ject macht mit dem MaiA eigentlich alles richtig. Wirklich vielseitig einsetzbar, kompakt in den Ausmaßen und auch der Preis ist schlank gehalten. Kleine und mittelgroße Räume erfüllt der MaiA mit schwungvollem Klang, egal ob von analogen oder digitalen Quellen. Ein Päckchen, das man gerne annimmt.

Preis: um 525 Euro

Vollverstärker

Pro-Ject MaiA


01/2015 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 525 
Vertrieb: Audio Trade, Mülheim a.d. Ruhr 
Telefon: 0208 882660 
Internet: www.audiotra.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 206/36/150 
Leistung 4 Ohm (in Watt): 32 
Leistung 8 Ohm (in Watt): 21 
Eingänge: Bluetooth (mit Antenne) 1 x Phono RCA (MM), 2 x RCA Stereo 
Ausgänge: 1 x Stereo-Lautsprecher 1 x 3,5-mm-Pre-out 
Unterstützte Abtastraten: koaxial und USB bis 192 kHz, 24 Bit optisch bis 96 kHz, 24 Bit 
checksum „Pro-Ject macht mit dem MaiA eigentlich alles richtig. Wirklich vielseitig einsetzbar, kompakt in den Ausmaßen und auch der Preis ist schlank gehalten. Kleine und mittelgroße Räume erfüllt der MaiA mit schwungvollem Klang, egal ob von analogen oder digitalen Quellen. Ein Päckchen, das man gerne annimmt.“ 
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Philipp Schneckenburger
Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 04.01.2015, 09:55 Uhr
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