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Kategorie: Wireless Music System

Einzeltest: Audiodata Roon Bridge


Streamer Audiodata Roon-Bridge

Wireless Music System Audiodata Roon Bridge im Test, Bild 1
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Ein Multiroom-System ist die Königsdisziplin der digitalen Audiowiedergabe, doch bis in jedem Raum Musik spielt, muss man teils viel Arbeit und vor allem Geld investieren. Audiodata hat sich darum eine einfachere Lösung überlegt.

Mit der Trennung der einstigen Lautsprechermanufaktur und der noch heute in Aachen ansässigen Elektroakustik-Sparte, hatte Audiodata zunächst nur wenige Produkte im Programm. Neben der Audiovolver Klangkorrektur, wurde in der Kaiserstadt noch ein Musikserver gebaut, der schlicht den Namen Musikserver MS I bekam. Über die Jahre hat Audiodata nun aber ein ausgewachsenes Produktportfolio um sein Vorzeigeprodukt geschaffen. Gerade die zweite Generation mit dem Namenszusatz MS II, besitzt mittlerweile eine schier endlose Liste von möglichen Zusatzfähigkeiten und Geräten, die den Server immer wieder verbesserten. So gibt es in Audiodatas Koni gurator gleich mehrere Softwareoptionen, die den MS II beispielsweise zum Roon Core machen, oder die Audiovolver Raumkorrektur direkt über das Gerät laufen lassen.

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Dazu gibt es ein Ripping-Laufwerk, unterschiedliche Festplatten-Optionen oder D/AWandler für den direkten Anschluss an einen Verstärker, ebenso wie ein lineares Netzteil, das die Stromversorgung aufwertet. So kann man entweder seinen Musikserver nach und nach aufrüsten, oder man geht direkt in die Vollen und ordert seinen brandneuen MS II in der kompletten Ausbaustufe. Doch bisher waren alle Neuerungen die Audiodata erdachte, eben voll und ganz auf den eigenen Musikserver zugeschnitten. Nun kommt mit der intern als Hardware-Paket IV bezeichneten Neuheit ein System hinzu, das man trotz seines Fokus auf den MS II auch mit anderen Audiosystemen kombinieren kann. Hinter dem Hardware- Paket verbirgt sich die Audiodata Roon-Bridge, die in einer digitalen und einer analogen Variante angeboten wird. Damit lassen sich alle Anlagen und HiFi-Geräte, die nicht Roon Ready zertifiziert sind, in die Multiroom- Infrastruktur des beliebten Musikprogramms einbinden. Dazu benötigt man nur noch einen Roon Core wie den Musikserver MS II. Wer sich hin und wieder in der audiophilen Selbstbauszene herumtreibt, wird sicher anhand der Bilder schon eine Idee haben, was sich unter dem kleinen schwarzen Metallkleid der Roon-Bridge verbirgt. Audiodata setzt bei seinem vierten Hardware-Paket auf den beliebten Einplatinen-Computer RaspberryPi, der je nach Version mit dem HiFiBerry DAC+ Modul oder einem Digi+ S/PDIF-Modul kombiniert wird. Unser Testgerät besitzt also einen Satz analoger Cinch-Ausgänge, deren ausgehende Signale von einem Burr Brown PCM5122 umgesetzt wurden. Das verwendete DAC+ Modul verfügt dabei über zwei separate Clocks mit unterschiedlichen Frequenzen, um das Umrechnen der Signale eines einzelnen Taktgebers vermeiden zu können, und so ein genaueres Ergebnis zu erzielen. So setzt der Wandler PCM-Signale mit bis zu 192 kHz bei 24 Bit um, womit also auch zuvor vollkommen analoge Anlagensysteme nun unkompliziert HiRes-fähig gemacht werden können. Der RaspberryPi, als Schnittstelle zwischen Roon Core und angeschlossenem Audiosystem, ist eine gute Lösung, weshalb der winzige Computer auch von vielen anderen namhaften Herstellern als Basis für Streamingsysteme genutzt wird. Trotz der minimalen Abmessungen bietet die 4er Version des Kleinstrechners einen Quadcore- Prozessor mit 1,5 GHz, der mit 4 GB Arbeitsspeicher kombiniert wird. Dazu sind Gigabit-Ethernet und Dual- Band-WLAN direkt mit an Bord. Beachtlich für einen Computer von der Größe einer Kreditkarte, der dazu noch rein passiv gekühlt ist und dementsprechend keinerlei Eigengeräusche produziert. Um das Paket ansehnlicher zu gestalten, verpackt Audiodata seinen Streamer in ein recht solides Metallgehäuse. Allerdings macht die Tatsache, dass Kabel teils an zwei unterschiedlichen Seiten des Gerätes angeschlossen werden müssen, eine wirklich ansehnliche Platzierung etwas schwierig. Dank der kompakten Abmessungen lässt sich die Roon-Bridge aber auch leicht hinter bestehenden Komponenten verstauen. Nun kommen wir nicht darum herum zu erwähnen, dass Audiodata hier das Rad keineswegs neu erfunden hat und das Bastler mit dem nötigen Know- How ein sehr ähnliches Gerät auch selbst erstellen könnten. Audiodata möchte mit seiner Roon-Bridge aber auch den Leuten eine praktische Lösung bieten, die eben keine Erfahrung mit dem Flashen eines OS haben, sondern schlicht eine funktionierende Lösung für ihr Multiroomsystem haben wollen. Das beinhaltet beispielsweise auch die komplette Einrichtung des Gerätes ins das heimische WLAN, was dank der bekannten Fernwartung in wenigen Momenten von Audiodata erledigt werden kann. Bei Nutzung eines Ethernetkabels, ist die Audiodata Roon-Bridge sogar eine echte Out-of-the-box Lösung. Kaum ist der Stecker in der Steckdose und das Netzwerkkabel im Router, wird der kleine Streamer vom Musikserver MS II oder jedem anderen Roon Core sofort gefunden und ist als Quellgerät einsatzbereit. Wer seinen Audiodata Server bisher noch ohne Roon nutzt, kann auch hier nachträglich das entsprechende Softwarepaket bestellen und sein Gerät aufrüsten, ohne dass es dafür seinen angestammten Platz verlassen müsste. Die Vorteile die sich daraus ergeben werden schon nach wenigen Minuten der Nutzung sichtbar werden, denn Roon gehört momentan ganz klar zu den besten Musikprogrammen auf dem Markt. Die Steuerung sämtlicher integrierter Audiosysteme ist einfach und bietet dennoch viele Optionen. Das Interface ist modern gestaltet, schnell zu begreifen und verbindet lückenlos die eigene Bibliothek mit Inhalten von Onlinediensten wie Qobuz oder Tidal. Zahlreiche Hintergrundinformationen wie Biographien, Rezensionen und Liedtexte, ebenso wie Querverweise zum Entdecken neuer Musik runden das ausgezeichnet geschnürte Paket ab. Audiodatas Roon Bridge bringt all das nun an jede beliebige Anlage und stellt sich dabei als absolut ernst zu nehmendes HiFi-Gerät heraus. Die Kombination aus Einplatinencomputer und Burr Brown Wandler zog erfreulich viele Details aus den Signalen, was besonders bei Streichern einen angenehm plastischen Eindruck hinterließ. Das gilt sowohl bei guten 16 Bit, wie auch bei HiRes Aufnahmen, wobei letztere natürlich noch einige Feinheiten mehr bieten, die die Roon Bridge gut hervorzuheben weiß. Bei Otis Talyor beeindruckte der Streamer mit einem großzügigen Bassbereich, der nicht nur erstaunlich weit nach unten geht, sondern auch das Potenzial für genügend Druck hat, wenn man entsprechende Lautsprecher sein eigen nennt. Weniger Abhängig vom Schallwandler und damit eine gute Eigenschaft gerade für kleine Anlagen, ist hingegen der angenehme Flow. Durch alle Genre hinweg wirkte die Bridge stets sehr musikalisch und frisch. Ganz ihrem erdachten Sinn nach, spielt sie einfach unprätentiös und macht es möglich, sowohl als einfache Hintergrundbeschallung genutzt zu werden, oder aber auch ganz in die Musik einzutauchen. Audiodata bietet mit seiner Roon Bridge eine weitere gute Ergänzung zu seinem Musikserver. Hier lässt sich für recht wenig Geld ein Multiroom-System mit einem Roon Core im Zentrum aufbauen, das dazu noch enorm einfach einzurichten und letztlich auch zu bedienen ist. Wer seinen MS II zu schätzen weiß und auch in weiteren Räumen seine erstellte Bibliothek mit dem entsprechenden Komfort und musikalischem Anspruch genießen möchte, hat hier genau die richtige Lösung.

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Preis: um 370 Euro

Wireless Music System

Audiodata Roon Bridge


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Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Audiodata, Aachen 
Telefon 0241 512828 
Internet: www.audiodata.eu 
Abmessungen (B x H x T in mm) 61/40/93 
Eingänge: Ethernet, WLAN, 4 x USB-A, 1 x USB-C (nur Strom) 
Unterstützte Formate: Gängige PCM-Formate 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 192 kHz, 24 Bit 
Ausgänge: 1 x RCA Stereo, 1 x 3,5 mm Klinke, 2 x Mini-HDMI (nur Monitor) 
Leistung: Nein 
Kommentar Kleiner Kasten, großer Sound. Audiodatas Roon-Bridge macht Multiroom-Systeme ein wenig erschwinglicher, einfacher einzurichten und bietet dennoch genau den Komfort, den man von Roon gewohnt ist. 
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Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 28.10.2020, 09:55 Uhr
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