Kategorie: Zubehör HiFi

Einzeltest: HMS Energia RC 1/1, 3/1, 4/3


Reinheitsgebot

Zubehör HiFi HMS Energia RC 1/1, 3/1, 4/3 im Test, Bild 1
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Es lässt sich nicht mehr leugnen: Die Qualität der Netzspannung hat signifikanten Einfluss auf die Wiedergabequalität einer Stereoanlage. Und wenn es jemanden gibt, der solche Probleme ohne aufwändigen Netzsynthesizer lösen kann, dann ist es der Leverkusener Hersteller HMS

Mitspieler


Plattenspieler:

 Transrotor Fat Bob / SME 309 / Lyra Kleos
 Clearaudio Master Reference / Universal / Goldfinger Statement

Phonovorstufen:

 MalValve preamp three phono

Vorstufen:

 MalValve preamp four line

Endverstärker:

 Accustic Arts Amp2 MK2
 SymAsym

Vollverstärker:

 Quad II Classic Integrated

Lautsprecher:

 Manger msmS1
 Klang + Ton „Nada“


Natürlich ist das hier eine Art des Aufgebens. Jahrelang haben wir uns der Überzeugung hingegeben, dass wir ohne den ganzen Netzstrom-Aufbereitungskram auskommen und nur mit der Vermeidung elementarer Fehler und dem Einsatz guten, aber bodenständigen Materials bei der Verkabelung ein Optimum an Klangqualität erzielen können.

Zubehör HiFi HMS Energia RC 1/1, 3/1, 4/3 im Test, Bild 2Zubehör HiFi HMS Energia RC 1/1, 3/1, 4/3 im Test, Bild 3Zubehör HiFi HMS Energia RC 1/1, 3/1, 4/3 im Test, Bild 4Zubehör HiFi HMS Energia RC 1/1, 3/1, 4/3 im Test, Bild 5Zubehör HiFi HMS Energia RC 1/1, 3/1, 4/3 im Test, Bild 6
Wie wir seit einiger Zeit wissen, ist bei dieser Überzeugung der Wunsch Vater des Gedankens. Die zunehmende Verschmutzung des Stromnetzes mit mehr oder weniger hochfrequenten Störkomponenten zwingt auch uns, dem Thema Aufmerksamkeit zu widmen. Zwei aktive Synthesizerlösungen hatten wir bereits im Hörraum und waren mit deren Wirksamkeit hoch zufrieden, allerdings mit zwei Einschränkungen: Es sind Konstellationen zumindest denkbar, unter denen die Belastbarkeit eines solchen Gerätes nicht ausreicht und dann wäre da noch der Preis: jener kann ganz schnell den Gegenwert der kompletten Anlage erreichen. Die Alternative ist eine passive Lösung, und gegen eine solche hat der informierte HiFi- Anwender lang gehegte Vorurteile: Filter – und darum geht’s in letzter Konsequenz – ruinieren die Dynamik, fügen sie doch irgendwelche „bremsenden“ Elemente in die Netzversorgung ein. Und Bremsen will man keinesfalls, eine möglichst niederohmige Versorgung ist ein erstrebenswertes Gut. Mit diesen Vorurteilen gilt es gleich zu Beginn aufzuräumen: Eine korrekt dimensionierte Filterung stellt für den Transport der Netzenergie keinerlei Hindernis dar. Korrekt dimensioniert bedeutet dabei, dass zumindest Groß- und Kleinverbraucher unterschiedlich gefiltert werden müssen: Eine potente Endstufe stellt grundlegend andere Anforderungen als eine Phonovorstufe. Filter von HMS sind grundsätzlich von der „nicht leitungsunterbrechenden“ Sorte. Will sagen: Da wird nichts in den mühevoll auf geringste Widerstände getrimmten Strompfad eingebaut, keine Leitung muss fürchten durchtrennt zu werden. Filter bei HMS sind Bauteile aus modernen, hochspezialisierten Magnetwerkstoffen, die ihre Filterwirkung auf den Kabeln entfalten. Meistens in Form von Ringkernen, durch die die Leitungen geführt werden. Bereits die Anschauung sollte hier das beruhigende Gefühl vermitteln, dass da nichts ungebührlich bremsen kann. Trotzdem haben diese Bauteile eine Wirkung, allerdings erst in Frequenzbereichen deutlich oberhalb der Netzfrequenz und das, was da auf der Leitung kreucht und fleucht wollen wir auf gar keinen Fall in unseren Geräten. HMS verbaut sein Filterwerk in Netzverteilern. Während der Klassiker „Energia“ noch als Steckdosenleiste durchgeht, ist der Terminus den moderneren Modellen nicht mehr angemessen – die Geräte können sehr viel mehr als einfach nur filtern. Wir klammern an dieser Stelle mal die absolute Luxuslösung in Gestalt der „Energia Definitiva“ aus, denn die ist mit einem Preis von 7800 Euro ein ganzes Stück von Gut und Böse entfernt. Die dort verbaute Technologie allerdings gibt’s mittlerweile auch in etwas bezahlbarer Form: Mit den Modellen „Energia RC 4/3“ (2550 Euro), „Energia RC 3/1“ (1875 Euro) und „Energia RC 1/1“ (585 Euro) haben wir in letzter Zeit reichlich Erfahrungen gesammelt. Bei allen drei Geräten handelt es sich um universelle Netzproblemlöser, die nicht nur die Verteilung des Stroms auf die diversen Ausgänge und deren individuelle Filterung übernehmen, sondern optional auch per Fernbedienung geschaltet werden können. Davon gibt’s eine günstigere Variante (260 Euro), die lediglich durch Umdrehen ein- und ausschaltet oder eine Luxus-Variante mit Timer, über den man Ein- und Ausschaltzeitpunkte für die Anlage programmieren kann. Praktisch für Leute, die ein betriebswarmes Setup zur Verfügung haben möchten, wenn sie abends nach Hause kommen. Hinzu kommt eine Gleichstromfilterfunktion. Gleichstromanteile auf dem Stromnetz werden durch unsymmetrische Belastung (gerne zum Beispiel durch Halogendimmer und Föns) verursacht und treiben insbesondere Ringkerntrafos in die Sättigung. Das Resultat: Ein Trafo an der Grenze seiner Belastbarkeit und mechanisches Brummen. Hinzu gesellt sich eine Einschaltstrombegrenzung für potente Verbraucher: Wenn’s im Leistungsverstärker keine entsprechenden Vorkehrungen gibt, dann fliegen beim Einschalten eines potenten Netzteils gerne schon mal die Sicherungen. Bereits die kleine Energia RC 1/1 kann all das, nur ist sie für den Anschluss einer externen Steckdosenleiste gedacht. Zusätzlich bietet sie einen ungefilterten kompakten IEC-Anschluss (gemeinhin als „Kaltgerätebuchse“ bekannt), von dem aus man weiter verteilen könnte. Die größeren Modelle verfügen über mehr Anschlüsse, die Anzahl von Schuko- und IEC-Buchsen steckt in der Typenbezeichnung. Zum Lieferumfang der beiden größeren Modelle gehört außerdem eine gegen Überspannung geschützte Zuleitung vom Typ „Energia SL/V“. An die große Energia RC 4/3 lassen sich direkt sechs Geräte gefiltert anschließen, der dritte IEC-Anschluss dient der Erweiterung. Entsprechend weniger Anschlussmöglichkeiten gibt’s bei der Energia RC 3/1. So einfach in die Wandsteckdose stecken und loslegen geht bei keinem der Verteiler. HMS legt höchsten Wert auf bestmöglichen Potenzialausgleich zwischen den einzelnen Anschlüssen, und deshalb schaltet die Leiste nur ein, wenn die „Polarität“ der Eingangsspannung mit der auf den Ausgangsbuchsen vermerkten übereinstimmt – hier wird man zu seinem Glück gezwungen. Bleibt zu hoffen, dass Sie die korrekte Phasenlage bei Ihren Geräten kennen oder zumindest wissen, wie man selbige ermittelt. Wir haben im Laufe der Zeit eine ganze Menge Geräte an die diversen Energias gestöpselt und durch die Bank positive Resultate damit erzielt. Dabei gab es durchaus Phasen, in denen der Unterschied zwischen dem HMS-Setup und einer ganz normalen Leiste eher gering war, in vielen Fällen jedoch will man ohne Filterung einfach nur ausschalten. Was zu beweisen war: Mit Filterung legt die Wiedergabe dynamisch sogar zu. Was daran liegt, dass feine Details einfach deutlicher hervortreten oder überhaupt erst hörbar werden. Die Wiedergabe wirkt farbiger, spannender, deutlich lebendiger. Jawohl, genau das, was jeder von uns vom Musikhören spät in der Nacht bei nicht vorhandenen Nebengeräuschen kennt. Wie es scheint, ist’s gar nicht die Umgebungslärm, sondern der „Lärm“ aus dem Stromnetz. Erstaunlich wichtig bei der ganzen Angelegenheit: die verwendeten Netzkabel. So sinnvoll das beiliegende Energia SL/V auch sein mag, das „Gran Finale Jubilee“ liefert – insbesondere auf der Netzeingangsseite – noch deutlich bessere Ergebnisse. Es klingt merklich klarer, feiner und im Raum besser aufgefächert. Die Kehrseite der Medaille: Eine Zwei-Meter-Leitung dieses Typs schlägt mit 940 Euro zu Buche. Ist diese Lösung einem Netzsynthesizer somit ebenbürtig? In vielen Fällen ja. Tatsächlich hatte ich mitunter den Eindruck, dass die HMS-Lösung sogar noch ein bisschen strammer und fordernder klingt. Allerdings sind auch die Energias mit entsprechender Verkabelung kein Allheilmittel: Gegen eine schwankende Höhe der Netzspannung sind sie machtlos; das geht nur mit der aktiven Lösung. Inwiefern das wichtig ist kommt auf die Höhe der Schwankungen vor Ort und die diesbezügliche Empfindlichkeit der angeschlossenen Geräte an: Es gibt durchaus Verstärker, deren Arbeitspunkt bei zu geringer Betriebsspannung „wegläuft“, und das ist mitunter deutlich hörbar. Inwieweit die erheblichen Zusatzkosten für einen Synthesizer gerechtfertigt oder überhaupt sinnvoll sind, lässt sich nur in der individuellen Situation entscheiden. Mir jedenfalls hat die HMS-Lösung in mindestens 90 Prozent aller Fälle die Zweifel, ob denn da vielleicht noch mehr geht, gründlich ausgetrieben.

Fazit

Gewiss, eine konsequente Netzversorung mit HMS kostet viel Geld. Der Zugewinn in Sachen Komfort und Klang allerdings ist absolut überzeugend und mag die Lösung vieler „audiophiler“ Probleme bedeuten. 

Preis: um 585 Euro

Zubehör HiFi

HMS Energia RC 1/1, 3/1, 4/3


04/2012 - Holger Barske

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Netzversorgung 
Vertrieb HMS, Leverkusen 
Telefon 02171 734006 
Internet www.hmselektronik.de 
Garantie
Unterm Strich... » Gewiss, eine konsequente Netzversorung mit HMS kostet viel Geld. Der Zugewinn in Sachen Komfort und Klang allerdings ist absolut überzeugend und mag die Lösung vieler „audiophiler“ Probleme bedeuten. 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 24.04.2012, 11:36 Uhr
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