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Kategorie: Zubehör HiFi

Einzeltest: Naim XP5 XS


Stromversorgung Naim XP5 XS

Zubehör HiFi Naim XP5 XS im Test, Bild 1
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Wenn jemand dafür prädestiniert ist, die klanglichen Qualitäten von HiFi-Geräten zu verbessern, dann ist das der Hersteller eben jener Geräte selbst. Und dass das geht, demonstriert Naim beim ohnehin exzellenten hauseigenen DAC eindrucksvoll.

Willkommen in der wunderbaren Welt des Naim-Baukastensystems. Von jeher sind die Briten von der entscheidenden Bedeutung der Stromversorgung ihrer Geräte überzeugt und bieten auf Wunsch mehr als das, was sie standardmäßig in ihre Geräte einbauen. Umrüstungen am lebenden Objekt sind dabei tabu; wer seinen Naim so richtig ans Limit beschleunigen will, der stellt ihm eine separate Stromversorgung zur Seite. Davon gibt’s im Naim-Programm derzeit sage und schreibe sieben verschiedene Modelle. Das vorliegende „XP5 XS“ ist dabei der neueste Spross der Gattung und wurde ursprünglich für den Streamer ND5 XS entwickelt; es passt auch an NDX, HDX, CDX2 und an den exzellenten D/A-Wandler mit dem schlichten Namen DAC, der in einsnull 2/2010 sehr zu gefallen wusste. Und ausgerechnet der soll durch ein Stromversorgungs-Upgrade noch nennenswert zu verbessern sein? Schwer vorstellbar, zumal das Gerät von Hause aus in Sachen Versorgung luxuriös ausgestattet ist: Ein voluminöser Ringkerntrafo darf fast die Hälfte des Platzes im Gehäuse für sich allein beanspruchen, stattliche Siebkapazitäten und diverse Regelschaltungen sollten die Angelegenheit eigentlich souverän im Griff haben. Tun sie auch – bis zu einem gewissen Grade, und hier kommt das XP5 XS ins Spiel.
Bei ihm wie auch seinen Brüdern handelt es sich um ausgelagerte Netzteile, die entweder komplett oder teilweise die Funktion der im aufzurüstenden Gerät befindlichen entsprechenden Baugruppen übernehmen. Praktisch wird dazu der dicke Vielpol-Stecker auf der Rückseite des jeweiligen Gerätes entfernt.

Zubehör HiFi Naim XP5 XS im Test, Bild 2Zubehör HiFi Naim XP5 XS im Test, Bild 3Zubehör HiFi Naim XP5 XS im Test, Bild 4Zubehör HiFi Naim XP5 XS im Test, Bild 5Zubehör HiFi Naim XP5 XS im Test, Bild 6Zubehör HiFi Naim XP5 XS im Test, Bild 7
Dieser Kurzschlussstecker verbindet normalerweise das eingebaute Netzteil mit den signalverarbeitenden Abteilungen. An seine Stelle tritt nunmehr die Zuleitung vom Extra-Netzteil, wodurch einerseits dessen Betriebsspannungsangebot eingespeist wird, andererseits das interne Netzteil totgelegt wird. Die Vorteile der Lösung liegen auf der Hand: Das potenziell klangschädigende, da störstrahlungsverdächtige Netzteil verschwindet (meistens) komplett aus der Nähe der Audio-Baugruppen, und im externen Abteil kann man außerdem ein paar Dinge tun, die kaum ins signalverarbeitende Gerät gepasst hätten. Im Zusammenspiel mit dem DAC gibt’s eine Besonderheit: Sein eingebautes Netzteil wird nicht komplett arbeitslos. Es darf auch weiterhin die Logik-Baugruppen bedienen. Das hat zur Folge, dass sowohl DAC als auch Zusatznetzteil aus dem Stromnetz versorgt werden wollen.
Gestalterisch perfekt an die Slim Line- Baureihe „XS“ von Naim angepasst, macht der 2.100 Euro teure Versorger schon mal durch stattliche sieben Kilo Abtropfgewicht auf sich aufmerksam, was auf nennenswerte Mengen von Eisen – sprich: Trafokapazität – schließen lässt. Der Eindruck betstätigt sich: Unter dem Deckel des äußerst massiven Gehäuses gibt sich ein Prachtstück von Transformator die Ehre: Den 400 VA kräftigen Umspanner lässt Naim sich vom Spezialisten Talema anfertigen. Er besitzt eine ganze Reihe von Sekundärwicklungen, die vier Brückengleichrichter, sechs Siebelkos und sechs Spannungsregelschaltungen bedienen. Das Resultat an der Ausgangsbuchse: zwei getrennte Doppel- und zwei Einfachspannungen.
Das sieht auf den ersten Blick technisch unspektakulär aus, der Teufel steckt wie immer im Detail: Sogar die diesbezüglich wenig zimperliche Selbstbaugemeinde erkennt neidlos an, dass die Naim-Zusatznetzteile ihren Job meist besser machen als weit aufwendigere Freak-Konstruktionen, mit denen Lötkolbenbewanderte mitunter ihre Naims aufzubrezeln versuchen. Das Geheimnis steckt im Detail: Die Konstruktion des Trafos, das Platinenlayout, Auswahl und Dimensionierung der Siebelkos, Masseführung – hier zeigt sich die Kunst der Naim-Ingenieure.
Eigentlich verspürte ich keine große Lust, den Naim-DAC aus seiner gewohnten und bewährten Umgebung in meiner heimischen Anlage zu stöpseln, um ihn nochmals ins redaktionelle Umfeld zu integrieren – das Testgerät, das seinerzeit zu begeistern wusste, wechselte im Anschluss den Besitzer und versüßt mir seitdem den Konsum diverser digitaler Medien.
Der Einbau des Naim ins Test-Umfeld zeitigte dann auch die Ergebnisse, die ich von der Ausnahmemaschine erwartet hatte: ein exzellent abgezirkeltes dreidimensionales Klangbild, wunderbar auseinandersortierte Einzelereignisse, absolute tonale Stimmigkeit und ein rundherum angenehmes Gesamtbild. Mein Elan, hier noch dran drehen zu wollen, hielt sich Grenzen. Und zwar ungefähr so lange, bis Kari Bremnes die ersten drei Takte von „Passelig Dose“ mit angeschlossenem XP5 XS gesungen hatte. Ich höre eine gefühlte halbe Oktave mehr Bass. Die Stimme rutscht merklich nach oben, klingt kompakter und noch fester umrissen. Die Raumgröße bleibt, das Differenzierungsvermögen nimmt abermals zu. Gerade das verwundert massiv, denn diesbezüglich ist der Naim DAC schon eine Klasse für sich. Die perkussiven Elemente des Titels treten deutlicher hervor, Becken schwingen länger nach.
Sehr interessant auch der Quercheck mit Camille Saint-Saens „Danse Macabre“. Ohne Zusatznetzteil spielt’s schlicht makellos auf den Punkt, schon fast spektakulär frei und dynamisch. Das XP5 XS raubt der Angelegenheit scheinbar ein bisschen von seiner Dramatik – jedoch nur ein paar Sekunden lang. Tatsächlich gerät das Geschehen einfach disziplinierter, feiner, besser aufgelöst und etwas „edler“. Solo punktet der DAC mit Wucht und Vehemenz, als Duo spielt er tiefer und unbekümmerter. Diese Kombi ist ein schlagender Beweis dafür, dass weniger mehr sein kann. Auch wenn’s nur im direkten Vergleich wahrzunehmen ist – die diszipliniertere Gangart des „aufgebohrten“ Wandlers ist die bessere: erwachsener, variabler, stringenter. Was überrascht: Das nützt auch bei eher „unaudiophilem“ Programmmaterial. Flugs den iPod aus dem Auto befreit und an den DAC gestöpselt – wir erinnern uns: Der Naim DAC hat eine digitale Schnittstelle für Apples Kompaktplayer – und ein bisschen Zeug angespielt, das in einem „ernsthaften“ Umfeld nur bedingt Bestand haben sollte. Stimmt in diesem Zusammenhang nur bedingt, denn auch ein 320k- MP3-File der deutschen Stoner-Band „Clour Haze“ klingt über dieses Setup ausgezeichnet. Das Naim-Duo pflügt mit ungeheurem Scharfsinn durchs Gitarrengewaber und schafft auch hier Rhythmus, Differenzierung und einfach guten Klang. Ohne XP5 XS ist die Angelegenheit merklich „breiiger“, ich ertappe mich dabei, ganz schnell wieder ausschalten zu wollen. Noch ein Tipp, den die beiden Naims auch datenreduziert zu einem respektablen Erlebnis machen: „Uncomfortably Numb“ vom hervorragenden letztjährigen Album „Hisingen Blues“ der schwedischen Retro-Blues-Rock-Band „Graveyard“. Das geht hitzig, satt, intensiv, farbig und für das Genre bemerkenswert durchhörbar.
Wenn man sich mal dran gewöhnt hat, gibt’s praktisch kein Zurück mehr vom XP5 XS. Der Rücksturz ins Universum ohne Zusatznetzteil schmerzt merklich. So leid’s mir angesichts des durchaus nennenswerten Verkaufspreises für das gute Stück tut: Muss man haben, das Ding.

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Fazit

Erstaunlich, in welchem Maße der Klang des Naim DAC noch zu verbessern ist: Mit XP5 XS klingt er merklich disziplinierter, variabler und aufgeräumter. Ein lohnenswertes Upgrade!

Preis: um 2100 Euro

Naim XP5 XS


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Ausstattung & technische Daten 
Preis: 2.100 Euro 
Vertrieb: Naim, Rosengarten 
Telefon: 04105 77050 
Internet: www.music-line.biz 
Maße (B x H x T): 432/70/301 
Gewicht:
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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