Kategorie: Hifi & TV Möbel

HiFi-Rack Finite Elemente Pagode Signature MKIII


Der Ordnungshüter

Hifi & TV Möbel Finite Elemente Pagode Signature MKII im Test, Bild 1
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Nehmen wir mal an, Sie wären relativ weit in Sachen Qualität bei Ihrer HiFi-Anlage. Die Komponenten passen, eigentlich klingt alles sehr gut. Und was jetzt?

Alle Strippen auf den Punkt optimiert? Netzspannung fein dosiert gefiltert? Was gibt’s denn jetzt noch zu tun? Vielleicht ist es an der Zeit, sich um die Unterbringung der Komponenten zu kümmern. Das ist ja alles ganz nett mit dem HiFi-Mobiliar vom Möbel-Discounter, die mittels dicker Gewindestangen verschraubten Birkemultiplexplatten haben eigentlich auch ganz gut funktioniert. Ob es jenseits dessen noch Unterbringungsmöglichkeiten gibt, die tatsächlich nachvollziehbare klangliche Fortschritte bringen?  

Firmengeschichtliches und Portfolio


Wenn jemand eine definitive Antwort auf diese Frage liefern kann, dann ist es die im Ostwestfälischen Paderborn ansässige Firma Finite Elemente. Die alten Hasen unter uns werden sich erinnern: Die gibt’s schon lange.

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Oder besser gesagt: Die gibt’s seit geraumer Zeit wieder. Der ersten Inkarnation des Unternehmens war nach der Eröffnung des Geschäftsfeldes „Lautsprecher“ ein wirtschaftlich bedingtes Ende beschienen. Bis zur Wiederauferstehung hat’s ein Weilchen gedauert, mittlerweile aber ist Finite Elemente unter dem alten wie neuen technischen Kopf Luis Fernandes wieder im Rennen. Und tut das, was schon damals zu beträchtlichem Erfolg am Markt geführt hat: HiFi-Komponenten optimale Arbeitsbedingungen schaffen. Das läuft in erster Linie auf HiFi-Racks hinaus, beinhaltet aber auch Unterstellbasen und -Füße. Bei den Racks gibt’s vier Baureihen, die sich im Grad des getriebenen Aufwandes unterscheiden. „Simple“ Lösungen gibt’s darunter überhaupt nicht, sondern nur solche, die einen Großteil der Ergebnisse der Topmodelle liefern, aber nur einen Bruchteil dessen kosten.   

Pagode Signature MKII


Und ich will nicht verhehlen, dass ich ganz froh darüber bin, dass wir uns den Paderborner Kompromisslosigkeiten von der zivilisierten Seite her nähern, will sagen: Die Preise für das hier zur Debatte stehende Modell „Pagode Singature MKII“ beginnen bei 3.300 Euro. Das allerdings ist dann eine Variante mit lediglich zwei Stellflächen und matt eloxierten Alu-Seitenprofilen. Für die hier zur Debatte stehende Variante sind rund 5.500 Euro zu entrichten. Dafür allerdings gibt’s weit mehr als einfach nur ein schnödes Regal, das fünf HiFi-Komponenten übereinander anordnet. Das beginnt bei der schon in den Anfangsjahren des Unternehmens propagierten einzigartigen Aufhängung der einzelnen Standflächen: Die werden nämlich an beiden Seiten von zwei Spikes gehalten, die unter hohem Druck eine kraftschlüssige Verbindung mit den Seitenteilen eingehen. Das sieht sehr filigran aus, erweist sich in der Praxis jedoch als sehr stabil: jeder Boden kann mit 25 Kilogramm belastet werden. Eine Ausnahme bildet die unterste Plattform, die direkt mit den seitlichen Trägern verschraubt wird und die außerdem die vier höhenverstellbaren Standfüße trägt. Diese Ebene kann gar mit 75 Kilogramm belastet werden. Die zweite stabile Verbindung zwischen den beiden Seitenteilen bildet die unter dem obersten Boden angeordnete Querstrebe. Im Verbund mit der untersten Stellfläche und den zwei Seitenteilen ergibt sich so eine stabile Rahmenkonstruktion, die die erheblichen durch die Einspannung der übrigen Stellflächen verursachten Zugkräfte problemlos aufnehmen kann.  

Seitliches


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Feines Handwerk: die seitlichen Träger mit exakt eingepassten Massivholzleisten
Bei den besagten Seitenteilen handelt es sich um Aluminium-T-Profile, die in Richtung des „T-Mittelbalkens“ belastet werden. Eine statisch sehr schöne Lösung, die Stabilität des Racks gibt der Konstruktion Recht. Vervollständigt werden die Seitenteile durch genau eingepasste Leisten aus kanadischem Ahorn. Das harte Holz kommt beim Pagode Signature MKII für alle Holzteile zum Einsatz. An dieser Stelle bewirkt es eine Bedämpfung der über die Standflächen ins Aluprofil eingekoppelten Schwingungen. Alles in allem ist das eine äußerste clevere Konstruktion mit kluger Kräfteverteilung.   


Stellflächen


Bei den Stellflächen für die Geräte finden sich die größten Unterschiede zu den größeren und teureren Pagode-Baureihen. Dort kommt zum Beispiel eine sehr interessante Resonator-Technologie zum Einsatz, die Schwingungen der Stellflächen effektiv bedämpft. Das hat Ähnlichkeit mit den gewaltigen frei schwingend aufgehängten Massen, die den Bewegungsdrang moderner Wolkenkratzer dämpfen – aber das ist ein Thema für eine andere Geschichte. Genau wie der Einsatz von Kohlefaser als leichtem und sehr effektiven Energieableiter. Trotzdem sind die Stellflächen der Signature MKII-Baureihe weit davon entfernt, schnöde Bretter zu sein. Die erstaunlich leichten Böden nennt der Hersteller „HCCT-Geräteebenen“, wobei das Kürzel für „Honeycomb Compound Technology“ steht. Was in der Praxis bedeutet, dass im Kern eine Wabenstruktur steckt, die trotz hohen Luftanteils eine sehr hohe Stabilität bietet. Eingefasst wir das Ganze von einer Schicht HDF (hochdichte Faserplatte), die so etwas wie eine härtere und steifere Version der allgegenwärtigen MDF (mitteldichte Faserplatte) ist. Den äußeren Abschluss bildet ein Furnier aus kanadischem Ahorn – siehe oben. Das gilt übrigens für alle sieben Standardfarben, eine Beizung sorgt für den entsprechendern Farbton. Bei der Bodenplatte sieht die Konstruktion noch etwas anders aus: Hier gibt’s zwei Lagen Wabenstruktur, in der Mitte steckt zusätzlich eine Multiplexplatte. Die muss sein, sie hat die Zugkräfte der Rahmenkonstruktion aufzunehmen.  

Ganz unten


Bleibt noch zu klären, wie das Signature MKII denn so zum Stehen kommt. Das tut es mittels vier Spikes der etwas anderen Art.

Hifi & TV Möbel Finite Elemente Pagode Signature MKII im Test, Bild 6
Einteilige Spikes mit integriertem Bodenschutz
Die Edelstahlteile sind nämlich Spike und Spike-Unterlegplättchen in einem, will sagen: Am „dünnen Ende“ ist der Teller zur Fußbodenschonung gleich mit angedreht. Ein wenig führt das das Prinzip „Spike“ ad absurdum, denn hier muss die Frage erlaubt sein, warum’s denn dann nicht gleich ein schnöder Zylinder hätte sein dürfen. Andererseits streiten sich Audiophile überall auf der Welt ob des Sinns und Unsinns des Spikes an sich, und das seit Jahrzehnten. Man darf das pragmatisch sehen und leicht schulterzuckend zur Kenntnis nehmen, genau so wie diese Variante des Themas. Ihr gereicht auf alle Fälle zur Ehre, dass sie über seitliche Bohrungen mittels eines Stiftes einfach und feinfühlig in der Höhe zu verstellen ist und Stabilität dank des Feingewindes mit viel Kontaktfläche auch bei weit herausgedrehtem Gewinde gewährleistet ist – das ist doch schon mal was.  


Klang


Der Hörtest eines Racks ist eigentlich recht einfach, wenn man ein Vergleichsmodell direkt daneben stehen und ausreichend lange Anschlusskabel hat. Genügend „HiFi- Mobiliar“ vom schwedischen Discounter war zudem zugegen – der perfekte Gegner. Und jetzt mal so unter uns Pastorentöchtern: In den allermeisten Fällen sollte man sowas nicht benutzen, wenn man die Unterschiede zum Finite Elemente-Rack mal wahrgenommen hat. Da tut’s der relativ simple Jubiläums-Rega-Plattenspieler um aufzuzeigen, wieviel mehr Luft da noch zwischen Thelonious Monk und seine Mitstreiter passt, wieviel besser man erahnen kann, wo auf der Bühne Alvin Lee und seine Mannen bei der Aufzeichnung von „Recorded Live“ gerade gestanden haben – ganz erstaunlich. Das Spiel funktioniert auch mit vermeintlich unverdächtiger Halbleiterelektronik ziemlich gut, wie die Audiomat-Phonovorstufe aus der LP 6/23 zeigt. Noch mehr Hitze legt der Krell-Vollverstärker K-300i an den Tag, der schon „auf Ikea“ beileibe kein Kind von Traurigkeit ist. Was nicht überrascht: Röhrenequipment ist für die Segnungen des Finite-Racks noch dankbarer. Der Fezz- Vollverstärker (ebenfalls in der LP 6/23 zu finden) kling hier merklich eleganter und flüssiger und intoniert Ryan Adams zum Heulen schön. Ich jedenfalls bin ab sofort überzeugt von den Segnungen des Pagode Signature MKII.

Fazit

Ich empfehle dringend, „Geräteaufbewahrung“ auf dem Niveau des Finite Elemente-Racks eine Chance zu geben. Sie werden überrascht sein, wieviel klangliches Potenzial hier drinsteckt

Kategorie: Hifi & TV Möbel

Produkt: Finite Elemente Pagode Signature MKII

Preis: um 3300 Euro für zwei Stellflächen, 5.500 Euro Testvariante

9/2023

Sie werden überrascht sein, wieviel klangliches Potenzial hier drinsteckt

Finite Elemente Pagode Signature MKII

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie: HiFi-Rack 
Preis: ab ca. 3.300 Euro 
Vertrieb: Finite Elemente, Paderborn 
Telefon: 05254 64557 
Internet: www.finite-elemente.eu 
Garantie: 2 Jahre 
B x H x T: Testmodell: 660 x 1110 x 540 mm 
Kommentar » Ich empfehle dringend, „Geräteaufbewahrung“ auf dem Niveau des Finite Elemente-Racks eine Chance zu geben. Sie werden überrascht sein, wieviel klangliches Potenzial hier drinsteckt 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 09.09.2023, 09:59 Uhr
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