Kategorie: Kopfhörer Hifi

Einzeltest: JVC HA-MR77X


Hubraum

Kopfhörer Hifi JVC HA-MR77X im Test, Bild 1
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Keine Lust auf filigran-elegant-zurückhaltendes Design? Dafür darf’s gerne etwas auffälliger und lauter sein? JVC hätte da was im Angebot.

Es dürfte nicht ganz unerheblich für den Erfolg des Kopfhörers an sich heutzutage sein, dass die elektrischen Ohrwärmer ein unverzichtbares Utensil für DJs geworden sind. Die Jungs und Mädels hinter den Plattentellern und Laptops führen ihre Headphones nicht nur als Werkzeug ständig mit sich, sondern auch als Fashion-Statement, und das färbt auf die meist junge Kundschaft ab. Dabei stört es Letztere nicht, dass die Anforderungen an DJ-Kopfhörer und HiFi-Kopfhörer eigentlich ziemlich divergieren: Auf der einen Seite stehen Belastbarkeit und Geräuschabschirmung sowie einige praktikable Eigenheiten im Vordergrund, auf der anderen eher kompakte Leichtigkeit und ausgewogener Klang.

Kopfhörer Hifi JVC HA-MR77X im Test, Bild 2Kopfhörer Hifi JVC HA-MR77X im Test, Bild 3Kopfhörer Hifi JVC HA-MR77X im Test, Bild 4
DJ-Kopfhörer erkaufen sich ihre besonderen Praxis-Qualitäten dabei oft mit Kompromissen bei der Klangqualität und tragen gerne mal etwas dicker auf (auch beim Gewicht).

Praxis


Der HA-MR77X möchte eigentlich ganz offensichtlich kein HiFi-Kopfhörer sein. Seine extrovertierte Gestaltung sagt schon von weitem: Ich gehöre auf DJ- und Gamer-Köpfe! Recht martialisch kommt das schwarze, teilweise gummierte und teilweise glänzende Gehäuse daher. Der JVC besitzt eine 1-Tasten-Fernbedienung und ein Mikrofon und ist somit für die einfache Bedienung von iPhone, BlackBerry und Android ausgerüstet. Leider ist darüber aber keine Lautstärkeregelung möglich. Für den Einsatz als DJ-Kopfhörer empfiehlt er sich mit einklappbaren Ohrmuscheln zum Monitoring (Vorhören des nächsten Tracks mit einem Ohr) und die ordentliche Schalldämmung. Dadurch, dass man die Muscheln um 180 Grad abklappen kann, lässt sich der Kopfhörer auf eine recht kompakte Größe zusammenfalten. Dass man das einseitig geführte, fest angebrachte Kabel nicht einfach austauschen kann, ist allerdings ein Nachteil. Auch ist der 3,5-mm-Klinkenstecker eigentlich nicht des DJs favorisierter Anschluss, denn im Profibereich ist der 6,3-mm-Stecker viel weiter verbreitet. Hier zeigt sich, dass dann doch eher der stylebewusste Privatnutzer denn der DJ das eigentlich anvisierte Zielpublikum für den JVC HA-MR77X sein dürfte. Die erwähnten Gummi-Protektoren sorgen für eine hohe Strapazierfähigkeit des Gehäuses, das weich gepolsterte Edelstahl- Kopfband und die bequemen Ohrpolster erlauben auch intensive Nutzung über längere Zeit

Klang


Für den guten Klang sollen die extrem großen Bass-Ports und 57 Millimeter große Neodym-Antriebseinheiten sorgen. JVC verspricht gar ultimativen Bass-Sound – und tatsächlich, der HA-MR77X bietet eine verdammt tiefe und lockere Basswiedergabe, die 57-mm-Treiber kommen dabei voll zur Geltung. Selbst bei allerhöchsten, fast schon schmerzhaften Lautstärkepegeln läuft man im Bass niemals Gefahr, Verzerrungen zu produzieren. Auch ganz, ganz tiefe Bässe wie in Nicolas Jaars „Colomb“ kommen ansatzlos, dynamisch und klar rüber, sind nicht zu fett, nicht eingedickt, sondern klingen so beiläufig und selbstverständlich, dass es eine wahre Freude ist. Großes Kino! Umso bedauernswerter, dass der Mittel-Hochtonbereich da tonal nicht so ganz mithalten kann. Im Grundton ist noch alles in Ordnung, und während Räumlichkeit und Luftigkeit der Darstellung noch gut bis sehr gut sind (man meint fast, die großen Ohrmuscheln erlauben es dem Schall, eine größere Bühne zu bespielen), ist der tonale Eindruck insgesamt etwas dosig und seltsam gedämpft. Im oberen Mittelton verfärbt der HA-MR77X leicht, so dass Stimmen oder elektrische Gitarren manchmal eine unangenehm überhöhte, ausgedünnte Charakteristik bekommen. Mit Busta Rhymes „Touch It (Dirty)“ ist der JVC schon eher in seinem Element. Druck, Anschlagsdynamik, Sauberkeit, Unmittelbarkeit liegen auf hohem Niveau. Hier macht der HA-MR77X Spaß, hier fühlt er sich wohl. Dynamik und Schnelligkeit lassen insgesamt keinen Raum für Kritik, die Pegelfestigkeit sowieso nicht. Alles in allem eine Empfehlung für Black Beats und Electro – Klassikhörer und Rocker sollten vorher lieber reinhören, ob sie mit der Abstimmung des JVC klarkommen.

Fazit

Kein Kopfhörer für Soundfetischisten, aber in lauten Umgebungen, beim Gaming und bei vorhandener Vorliebe für bassstarke und laute Musik ein gut verarbeiteter und bequem zu tragender Tipp.

Preis: um 120 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Kopfhörer Hifi

JVC HA-MR77X

Oberklasse

3.0 von 5 Sternen

11/2014 - Michael Bruss

Bewertung 
Klang 50%

Passform 20%

Ausstattung 20%

Design 10%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb JVC Deutschland, Bad Vibel 
Internet jdl.jvc-europe.com 
Gewicht (in g) 422 
Typ Over-Ear 
Anschluss 3,5-mm-Klinke 
Frequenzumfang 8–20.000 Hz 
Impedanz (in Ohm) 46 
Wirkungsgrad (in dB) 113 dB/1 mW 
Bauart k.A. 
Kabellänge (in m) 1,2 m 
Kabelführung einseitig 
geeignet für: mobile Player, Smartphones, DJ-ing 
Ausstattung Headsetfunktion mit 1-Knopf-Fernbedienung, umschaltbar für Smartphones/iPhone 
Klasse Oberklasse 
Preis/Leistung gut 
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Michael Bruss
Autor Michael Bruss
Kontakt E-Mail
Datum 08.11.2014, 10:03 Uhr
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