Kategorie: Kopfhörerverstärker

Einzeltest: iFi nano iDSD Black Label


DAC iFi nano iDSD Black Label

Kopfhörerverstärker iFi nano iDSD Black Label im Test, Bild 1
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Äußerlichkeiten waren iFi eigentlich eher unwichtig. Umso überraschender, dass die Farbe nun der definierende Faktor des neuen nano iDSD sein soll. Geht es hier wirklich nur um Äußerlichkeiten?

Wenn wir ehrlich sind, dann sehen im Prinzip alle Geräte von iFi recht gleich aus. Natürlich erkennt man an der Größe, ob es sich um ein Gerät der Micro- oder Nano-Serie handelt. Innerhalb dieser beiden Kategorien braucht es allerdings schon einen zweiten und manchmal dritten Blick, um genau sagen zu können, welches iFi-Produkt man nun genau vor sich hat. Stets findet man das silbern glänzende Gehäuse aus Aluminium, dessen Oberseite an den Längskanten leicht abfällt und den typischen Trapezlook des Herstellers formt. Diese Form der Designsprache ist keineswegs etwas Schlechtes. Schließlich gelingt es so, einen enorm hohen Wiedererkennungswert zu erzeugen.

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So ist es vielleicht schwieriger zu erkennen, welches iFi-Gerät jemand in der Hand hat, man weiß jedoch auf jeden Fall, dass es sich um ebenjenen Hersteller handelt. Weicht man also von diesem Konzept ab, verlangt dies schon einmal größere Aufmerksamkeit. Noch mehr ist dies dann der Fall, wenn die optische Änderung das Gerät durchaus mitdefiniert. So verhält es sich nämlich mit dem iFi nano iDSD Black Label, der sein silbernes Kleid gegen tiefes Schwarz austauscht. Dies ist jedoch kein Zeichen für Trauer. Stattdessen orientiert sich iFi damit an Johnny Walker, die damit ihren wohl bekanntesten Whisky beschreiben. Somit schafft iFi nun eine bessere Unterscheidung zwischen dem iDSD LE, der eher als Einsteigervaraiante dient, und dem neuen Premiumgerät, dem wieder eine ganze Reihe an innovativen Techniken zugutekommen. Doch fangen wir zunächst beim Grundlegenden an. Der iDSD ist ein D/A-Wandler und Kopfhörerverstärker, der auch aufgrund seiner Größe, primär für den mobilen Gebrauch geschaffen wurde. Zentraler Baustein ist hier der Burr-Brown-DSD1793- DAC-Chip. Mit ihm ist der Black Label in der Lage, DSD mit bis zu vierfacher Datenrate zu verarbeiten, also mit bis zu 11,2 MHz. Trotz der Kennzeichnung des DACs mit dem Bitstream-Format ist natürlich auch die Nutzung von PCM-Formaten möglich. Dateien mit bis zu 384 kHz bei maximal 32 Bit stellen den iDSD vor keinerlei Herausforderungen, womit die Spezifikationen des Wandlers in den oberen Bereichen mitspielen. Die eigentliche Realität in Sachen verfügbarer Musik hat er damit also schon weit hinter sich gelassen und darf sich so durchaus als zukunftssicher beschreiben. Selbst das Entpacken von Dateien im neuen MQA-Format ist hier möglich, so dass in dieser Hinsicht praktisch keine Wünsche offen bleiben. Unterstützt wird der DAC bei seiner Arbeit von gleich zwei Clocks mit unterschiedlichen Taktungen, die für jeweils eine Taktfrequenz und ihre Vielfachen verantwortlich sind, um ohne Umrechnungen ein besonders präzises Ergebnis zu liefern. Auch im analogen Bereich ist der nano iDSD hervorragend gerüstet. Mit maximal 285 mW Ausgangsleistung ist der Doppel-Mono-Kopfhörerverstärker sehr gut aufgestellt, doch das ist nur der Anfang. Wirklich beachtlich sind die Möglichkeiten zur Nutzung schwieriger Kopfhörer. So ist der iDSD Black Label in der Lage, auch hochohmige Modelle mit bis zu 600 Ohm anzutreiben. Gleichzeitig sind auch Kopfhörer mit besonders niedriger Impedanz beachtet worden. Selbst bei 15 Ohm steigt der Verstärker noch nicht aus, sonder unverrichtet weiterhin seine Arbeit. Um das Gerät wirklich auf die genutzten Kopfhörer ausrichten zu können, bietet der DAC zwei verschiedene 3,5-Millimeter- Anschlüsse an der Front. Der rechte, mit dem Wort „Direct“ beschriftete Ausgang ist im Prinzip ein normaler Anschluss. Rechts daneben befindet sich der „iEMatch“-Ausgang, bei dem die Ausgangsspannung anders geregelt wird. Besonders empfindliche Kopfhörer, die schon bei wenig Leistung eine hohe Lautstärke entwickeln, sind hier besser aufgehoben. Dieser Anschluss wurde so angepasst, dass die Lautstärkeregeleung des Gerätes anders eingreift und so verhindert, dass nur ein Teilbereich des analogen Potenziometers genutzt werden kann. Für die Einbindung an eine Anlage bietet die Rückseite des iDSD außerdem einen Line-out, der die Lautstärkeregelung des Gerätes umgeht und den DAC auch an Vollverstärkern verwendbar macht. Während an der Ausgangsseite Vielfalt Trumpf ist, beschränkt man sich bei iFi mit Blick auf die Eingänge auf das Wesentliche. Einzig per USB empfängt der Wandler seine Daten, was heutzutage die einzig richtige Wahl für einen modernen mobilen DAC ist. Wie sehr der Fokus auf Mobilität liegt, zeigt sich bei Art des USB-Anschlusses, denn hier stutzt man selbst als Kenner kurz. Im Gerät ist nicht die übliche Buchse verbaut, sondern ein männlicher USBA- Stecker. Mit Blick auf die Nutzung von Smartphones als Quellgerät macht dies durchaus Sinn, denn im Gegensatz zu einem weiblichen Anschluss lässt der Stecker die Verwendung von OTG-Adaptern zu, ohne dass ein weiteres Kabel benötigt wird. Nur für die Verwendung mit Laptops muss dann noch ein richtiges USB-Kabel genutzt werden. Eine durchdachte Lösung für ein bekanntes Problem, denn neben Telefon und Kopfhörer nur noch ein statt zwei Kabel mitnehmen zu müssen, ist durchaus angenehm. Dank dem integrierten Akku mit 1200 mAh Kapazität, wird außerdem eine möglichst lange Nutzungszeit garantiert, ohne dass die Energieversorgung des Quellgerätes stark belastet wird. Dadurch bietet der iDSD Black Label bis zu etwa 10 Stunden Spielzeit, die der kleine DAC mit toller Musik füllt. Der Burr-Brown-Wandler verleiht dem Spiel einen schönen, beschwingten Fluss. Eine leichte Wärme ist stets bemerkbar, so dass der iDSD auch bei längeren Hörsessions keine Müdigkeitserscheinungen hervorruft. Stattdessen liefert er wunderbare Mitten, untermalt von einem Bassbereich, der vielleicht etwas zurückhaltend, jedoch keineswegs kraftlos erscheint. Ein schöner, erwachsener Sound, der im Gegensatz zu den oft sehr tieftonlastigen Abstimmungen vieler Kopfhörer steht. Der Black Label ist also ganz wie die Inspiration hinter seinem Namen eher etwas für Genießer. 


Peripherie:
– Quellen: MacBook Pro, Audirvana Sony Xperia Z2
– Kopfhörer: Audeze Sine Sony MDR-NC31



 Gehörtes:
– Fettes Brot Gebäck in the Days (Qobuz, 44,1 kHz, 16 Bit)
– Marianne Thorsen & Trondheim Solistene Mozart
- Violin Concertos (MQA, 352,8/ 44,1 kHz, 24 Bit)
– Rammstein Mutter (FLAC, 44,1 kHz, 16 Bit)
– Deep Purple Made in Japan (Deluxe) (FLAC, 96 kHz, 24 Bit)
– James Taylor Before This World (FLAC, 96 kHz, 24 Bit)
– Foo Fighters Concrete and Gold (FLAC, 44,1 kHz, 24 Bit)

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Fazit

Das neue Kleid steht ihm gut. Der iFi nano iDSD Black Label ist ein hervorragender Kopfhörerverstärker mit einem tollen DAC. Die Ausrichtung auf Mobilgeräte trifft den Nerv der Zeit und macht den kleinen Wandler zum idealen Begleiter für Smartphone und Laptop.

Preis: um 240 Euro

Kopfhörerverstärker

iFi nano iDSD Black Label


10/2018 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 240 Euro 
Vertrieb: WOD Audiovertrieb, Nidderau 
Telefon: 06187 900077 
Internet: www.ifi -audio.de 
B x H x T: 64/25/96 
Eingänge: 1 x USB-A 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 384 kHz, 32 Bit DSD bis DSD265, 11,2 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 3 x 3,5-mm-Kopfhöreanschluss (davon 1 x Line-out) 
Kopfhörerimpedanz: 600 bis 15 Ohm 
Gewicht: etwa 140 Gramm 
Akkukapazität: 1200 mAh 
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Autor Philipp Schneckenburger
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