Kategorie: Kopfhörerverstärker

Einzeltest: Modenaudio Lympha


Italian Style

Kopfhörerverstärker Modenaudio Lympha im Test, Bild 1
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Ist eigentlich jeder Italiener ein geborener Designer? Wie kommt es, dass selbst Allerweltsprodukte, die, wenn sie aus Italien kommen, immer etwas Besonderes sind? Und ist es vor allem schöner Schein oder haben italienische Produkte auch innere Werte? Ein paar dieser Fragen versuchen wir anhand des Kopfhörerverstärkers Lympha von Modenaudio zu klären.

Klar, Modenaudio ist in der italienischen Stadt Modena zu Hause. In Norditalien sind vergleichsweise viele kleine und mittelständische Elektronik-Hersteller beheimatet. Wenn man die Po-Ebene einmal abfährt, findet man in den Regionen Emilia-Romagna, Venetien und der Lombardei viele Städte wie Modena, die einen wunderschönen historischen Standkern haben, während ihre Außenbezirke aus modernen Industriegebieten bestehen. Mir persönlich erscheint es plausibel, dass zwischen historischer Kultur und moderner Industrie einfach besondere Produkte entstehen.
Kopfhörerverstärker Modenaudio Lympha im Test, Bild 2Kopfhörerverstärker Modenaudio Lympha im Test, Bild 3
Und ich persönlich kann auch nur dringend anraten, mal die eine oder andere Reise in diese Regionen zu unternehmen, wo das Lebensmittelangebot einer Autobahnraststätte schon locker die Auswahl eines deutschen Delikatessengeschäftes schlägt. Doch bevor ich weiter ins Schwärmen gerate, wenden wir uns lieber dem Modenaudio Lympha zu.


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Ausstattung

Was die technische Ausstattung betrifft, gibt sich der Lympha, lateinisch für „klares Wasser“, eher nüchtern. Die Oberseite dominiert der große Lautstärkeregler, der von einem schräg auf das Gehäuse gesetzten Holzkubus eingefasst wird. Daneben sitzt, ins Holz eingelassen, noch die LED zur Betriebsanzeige. Neben dem Holzkubus gibt es vier kleine Kippschalter, die die Funktionen Muting, Verstärkungsfaktor, Direct und Quelle haben. In Verbindung mit den beiden Kopfhörerbuchsen auf der Front scheint die Sache selbsterklärend, doch ein paar Dinge sind erläuterungsbedürftig. Dass Muting die Ausgänge stumm schaltet (was im Bedarfsfall auch eine umfangreiche Schutzfunktion tun kann) dürfte klar sein. Ebenso, dass man den maximalen Verstärkungsfaktor des Geräts zwischen 9,5 dB oder 21,5 dB umschalten kann. Schon 9,5 dB sind vergleichsweise viel, einen Verstärkungsfaktor von 21,5 dB wird man nur in seltenen Fällen in Verbindung mit sehr wirkungsgradschwachen Kopfhörern benötigen. Immerhin ist man so für alles gerüstet. Der „Direct“-Schalter bezieht sich ausnahmsweise nicht auf die beiden Kopfhörerausgänge, sondern auf den Line-Ausgang auf der Rückseite. Denn mit seinen zwei Eingängen, zwischen denen man mithilfe des vierten Schalters umschalten kann, kann man den Lympha auch als Vorverstärker zur Lautstärkeregelung nutzen. Dann kann man an den Line-Ausgang zum Beispiel Aktivlautsprecher oder eine Endstufe anschließen. Möchte man jegliche Einflüsse auf das Eingangssignal ausschließen, aktiviert man den Direct-Schalter und sowohl der Lautstärkeregler wie auch die Kopfhörer-Ausgänge werden aus dem Signalweg genommen. Das ist nützlich, wenn man den Lympha, etwa in Ermangelung eines zweiten Ausgangs am Quellgerät, zwischen der Quelle und dem eigentlichen Verstärker oder zwischen Vor- und Endstufe oder am Rec-out-Ausgang eines Verstärkers einschleift. Schaltet man den Lympha auf Direct, tut er so, als wenn er gar nicht im Signalweg läge und beeinflusst das Signal in keiner Weise. Wer Sorge hat, dass ein Gerät am Ausgang den Klang des Kopfhörers unbotmäßig beeinflusst, wählt die rechte Kopfhörerbuchse, die nichts mit dem Line-Ausgang zu tun hat. Wer Kopfhörer und den Line-Ausgang parallel benutzen möchte, wählt den linken Kopfhörer-Anschluss. Natürlich lassen sich auch zwei Kopfhörer parallel an den beiden Ausgängen betreiben. Das klingt hier in der Beschreibung ein wenig umständlich, ist aber in Prinzip einfach und vor allem sehr praxistauglich, da es unterschiedlichste Möglichkeiten bietet, den Lympha in eine Wiedergabekette einzubinden. Ein paar Worte noch zum Design: Der Lympha wird bei Bestellung von Hand in Modena hergestellt. Das ermöglicht es jedem Kunden, eigene Vorstellungen hinsichtlich des Designs „seines“ Lympha einfließen zu lassen. So kann man sowohl die Farbe des Gehäuses als auch das für den aufgesetzten Kubus verwendete Holz aussuchen. Serienmäßig gibt es das Gehäuse in Anthrazit oder Weiß, an Hölzern stehen Walnuss in hell oder dunkel, Eiche, Kirsche oder Esche zur Wahl. Auf Anfrage gibt es noch weitere Möglichkeiten. Sportwagenliebhaber können das Gehäuse zum Beispiel in Ferrarirot und den Kubus in Carbon-Optik bekommen. Für diesbezügliche Anfragen ist man bei Modenaudio offen.

Klang

So ein bisschen erwarte ich bei italienischen Geräten einen tendenziell warmen Klang. Vermutlich, weil ich bei italienischer Musik an üppiges Barock denken muss. Na und bei italienischer Populärmusik muss ich vor allem an den Mute-Schalter denken ... Sorry, ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Was den Klang betrifft, belehrt mich der Modenaudio Lympha eines Besseren. Sein Name ist Programm. Musik vermittelt er mit klarer Diktion, will sagen: tonal sehr neutral, dynamisch und vom Timing her exakt, ohne überbordend zu sein, und mit sehr hoher Detailzeichnung. Die Herren bei Modenaudio sind in erster Linie Techniker, die einen technisch piekfeinen, extrem sauber klingenden Kopfhörerverstärker entwickelt haben, dem sie darüber hinaus noch ein schickes Design verpasst haben. Wenn man genau hinguckt, macht der schräg aufgesetzte Holzkubus den größten Effekt beim Design aus. Denkt man sich den weg, bleibt letztendlich ein sehr schlichter Kasten mit einem großen Lautstärkeregler übrig. Wir lernen daraus, dass es eigentlich nicht viel braucht, um eine große Wirkung zu erzielen. Letztendlich ist es die geschickte Kombination klarer Formen und Materialien. Das trifft irgendwie auch darauf zu, wie der Lympha Musik wiedergibt: Die einzelnen Töne und Klänge gibt er klar und sauber wieder, durch die Kombination entwickelt die Musik ihre Wirkung. Da braucht es keine barocken Ornamente. 

Fazit

Technisch durchdacht und mit einem Design, wie es nur Italiener können, überzeugt der Modenaudio Lympha mit einem neutralehrlichen Klangbild, das jeglicher Musik zu authentischer Geltung verhilft. Ein durch und durch schlüssiges Gerät.

Preis: um 1960 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Kopfhörerverstärker

Modenaudio Lympha

Spitzenklasse

4.0 von 5 Sternen

11/2018 - Martin Mertens

Bewertung 
Klang 70%

Ausstattung: 15%

Bedienung 15%

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 1.960 Euro 
Vertrieb: Modenaudio, Modena (Italien) 
Internet: www.modenaudio.it 
B x H x T (in mm): 230/85/170 
Gewicht: 1,65 kg 
Ausführungen: nach Wunsch, Testgerät Weiß/Esche 
geeignet für: HiFi, High End 
Eingänge: 2x Cinch 
Ausgänge: 2 x 6,3-mm-Stereoklinke, 1 x Cinch 
Klasse: Spitzenklasse 
Preis/Leistung: gut - sehr gut 
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Dr. Martin Mertens
Autor Dr. Martin Mertens
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Datum 19.11.2018, 15:00 Uhr
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