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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Burmester BA71


Echt Spitze

Lautsprecher Stereo Burmester BA71 im Test, Bild 1
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Nachdem wir Ihnen in den letzten Ausgaben dieser Publikation Burmesters Standboxen BA31 und B18 ans Herz gelegt haben, folgt nun der krönende Abschluss der Reihe: das Spitzenmodell BA71

Ganz einfach ist das nicht, das muss ich zugeben. Tatsächlich nämlich ist die BA71 eines der letzten Projekte aus dem Hause Burmester, bei dessen Entwicklung der Firmengründer und langjährige Lenker Dieter Burmester höchstselbst noch involviert war. Wir erinnern uns: Anno 2015 verlor Welt der hochqualitativen Musikwiedergabe mit dem Wahlberliner einen ihrer schillerndsten Köpfe. Die massive Standbox mit gleich vier Siebzehn-Zentimeter-Tieftönern pro Seite mit nostalgischer Verklärung zu betrachten ist jedoch weder nötig noch angemessen, weil es sich um die pro Paar 31.800 Euro teure Konstruktion um makelloses Entwicklerhandwerk mit modernsten Komponenten handelt. Entstanden ist die BA71 unter der Federführung von Bernd Stark, der seit vielen Jahren in Diensten der Berliner Lautsprecher auf Topniveau konzipiert. Wer bei Burmester-Schallwandlern immer noch auf die mattsilbernen Metallmembranen vom norwegischen Zulieferer Seas fixiert ist, der muss bei der „BA“-Baureihe – die Abkürzung steht übrigens schlicht für „Burmester Audiosysteme“ – umdenken. Hier gibt‘s nämlich zumindest optisch wesentlich konventionellere Konusse aus einem Glasfaser-Papiergemisch, die beim dänischstämmigen Hersteller Wavecor produziert werden. Was mittlerweile eine der allerfeinsten Adressen auf dem internationalen Treibermarkt ist. Die vier Tieftöner der BA71 sind in der Lage, ordentliche Mengen von Luft zu verschieben, weshalb die Box auch größere Räume völlig mühelos beschallen kann. Die Treiber arbeiten in Reihen-Parallelschaltung und benehmen sich deshalb elektrisch wie ein einziger Tieftöner.

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Darüber kommt ein Doppelpack optisch fast nicht zu unterscheidender, technisch aber deutlich anders konzipierter Mitteltöner zum Zuge, die einen AMT-Hochtöner in die Zange nehmen. Bleiben wir noch ein wenig beim Tieftonabteil: Die Anordnung arbeitet auf zwei voluminöse Reflexrohre auf der Rückseite des Lautsprechers. Wer die Befürchtung hegt, dass das des Guten zu viel sein könnte, der darf den zu erwartenden tieftonalen Fluten mit den mitgelieferten Schaumstoffpfropfen Einhalt zu gebieten versuchen. Das sollte jedoch nur in Ausnahmefällen vonnöten sein, tatsächlich nämlich benimmt sich die BA71 im Bass ausgesprochen zivilisiert. Die Mittelhochtonabteilung bekam natürlich ihr eigenes Abteil im gut einen Meter zwanzig hohen Gehäuse zugedacht. Große Mitteltöner sind bei der besonders tiefen Trennfrequenz von 110 Hertz absolut nötig, um mit der potenten Bassabteilung mithalten zu können. In Sachen Abstrahlverhalten macht diese Konzeption absolut Sinn, so können die vier Bässe in ihrem Einsatzbereich ohne Bündelungseffekte zu Werke gehen. Der Hochtöner wird bei drei Kilohertz eingekoppelt, was für die Mitteltöner einen Wirkungsbereich von fast fünf Oktaven bedeutet – sie sind in der BA71 sicherlich die am meisten geforderten Treiber und verfügen entsprechend über extrem kräftige Antriebe. Den Air-Motion-Transformer kennen wir schon aus den anderen Modellen, seine Folienmembran bedingt durch das einzigartige AMT-Wirkungsprinzip überhaupt keine Schwierigkeiten damit, mit den sechs Siebzehnern mitzuhalten. Ein AMT war den Berlinern jedoch nicht genug: Auf der Rückseite, genau gegenüber seines nach vorne abstrahlenden Kollegen, befindet sich ein zweiter Treiber gleichen Typs, „Ambience-Hochtöner“ genannt. Darunter ist ein Drehregler platziert, mit dem dieser Treiber im Pegel anpassbar ist. Diese Anordnung kann den Räumlichkeitseindruck des Geschehens verbessern, manchmal geht das Ganze jedoch auf Kosten der Abbildungspräzision. Inwieweit das Feature unter Ihren Hörbedingungen sinnvoll ist, darf Ihr ganz persönlicher Hörgeschmack entscheiden. In unserem gut bedämpften Hörraum mit relativ großen Abständen zwischen Lautsprecher und Wand ist der Effekt praktisch vernachlässigbar. Das Gehäuse der BA71 ist beileibe keine einfache viereckige Kiste geworden. Vielmehr sind die Seitenwände nach außen gewölbt, was dem Lautsprecher nicht nur die optische Schwere nimmt, sondern auch technisch Sinn ergibt: Eine solche Anordnung ist deutlich stabiler als eine mit gerade Wänden. Gerade bei dem hier zu erwartenden pneumatischen Ungemach im Lautsprecherinneren ist das eine gute Idee. Die sieben Treiber auf der Vorderseite sind allesamt von hinten in eine zwölf Millimeter dicke Aluminiumplatte geschraubt. Das sieht nicht nur gut aus, sondern sorgt auch für eine maximal steife Einspannung der Lautsprecherchassis. Die Platte gibt‘s silberfarben oder schwarz eloxiert, je nachdem für welche der fünf lieferbaren Gehäusevarianten Sie sich entscheiden. Eine ganz besondere Spezialität stellt das Anschlussterminal der BA71 dar. Hier werden nämlich gleich acht Polklemmen aufgeboten. Vier davon sind die Burmester-typischen professionellen Hochstromverbinder, die anderen vier moderne Nextgen-Terminals von WBT. Der Grund für die Doppelbestückung ist einfach: Sie haben die Wahl. Es gibt klangliche Unterschiede zwischen den beiden Anschlussoptionen und für mich persönlich ist die Sache klar: Ich bin großer Fan der WBT-Verbinder und halte sie auch in dieser Anwendung für die bessere Wahl. Die Frage, an welche Anschlüsse Sie nun die Bi-Wiring-Brücken am besten anbringen, dürfen Sie im stillen Kämmerlein für sich selbst klären. Was es bei der BA71 nicht gibt: eine Schallwandabdeckung. Wobei es auch keinen guten Grund gibt, die durchaus beeindruckende Front der Lautsprecher vor neugierigen Blicken zu schützen. Was es hingegen zuhauf gibt ist klangliches Potenzial. Nichtsahnend lege ich Blues auf. Henrik Freischlader von 2009, „Recorded by Martin Meinschäfer“. Hilfe, was habe ich getan? Das, was mir aus den beiden „Achterpacks“ entgegenschlägt, ist die reine Energie. Ungebremst, direkt und ungeschönt. Das ist Blues, das muss ganz genau so. Der Kölner Multiinstrumentalist und Sänger legt los, als wäre es sein letztes Konzert, dabei handelt es sich um eine ganz normale Studioproduktion – zugegebenermaßen eine sehr gute. Die BA71 lässt uns bis aufs letzte Sirren einer Saite gucken, separiert die leicht nasale Stimme perfekt vom instrumentalen Geschehen und scheint in Sachen Pegel keine Grenzen zu kennen – das ist nämlich keine Musik zum Leisehören. Stöpsel in den Reflexrohren sind bei uns absolut nicht nötig, ungebremst klingt‘s großartig zackig, präzise und auf den Punkt. Die Bassabstimmung der Burmester ist nicht nur auf dem Papier linear, sondern auch in der Praxis: Pegel und Betonungen passen ganz genau, sie bildet das Geschehen untenherum mit absoluter Akkuratesse ab. Gleiches gilt für den Rest des musikalischen Spektrums. Ein bisschen Schönfärberei und Schmeichelei? Tut mir leid, gibt‘s hier nicht. Hier steht für jeden Frequenzbereich ein Maximum an Membranfläche zur Verfügung und genau das hört man auch – manchmal bin ich gar geneigt, diesem Lautsprecher PA-Charakter zu attestieren. Halt, halt. Ganz langsam. So wild isses nicht. Fragen wir Miss Jones und hören „Lucky Guy“ von „Pirates“. Das mit dem Hochtonpegel, das passt nämlich perfekt. Eine wunderbar durchhörbare, superpräzise Stimme, kernige Percussion ein perfekt ein- und ausschwingendes Klavier. Nein, kein Kuschelsound, sondern ein detailliertes Abbild dessen, was in der Rille der MFSL-Ausgabe steckt. Der E-Bass knarzt authentisch und kräftig. Ganz genau so muss das, da bin ich mir sicher. Ein solches Maß an Authentizität und Stehvermögen – das gibt‘s nicht oft. Und die BA71 qualifiziert sich damit eindeutig als würdiges Spitzenmodell der Baureihe und dokumentiert den Präzisionsanspruch Dieter Burmesters auf denkbar eindrucksvolle Weise.

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Preis: um 31800 Euro

Burmester BA71


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Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis 31.800 Euro 
Vertrieb Burmester Audiosysteme, Berlin 
Telefon 030 7879680 
Internet www.burmester.de 
Garantie (in Jahre) 2 Jahre 
B x H x T (in mm) 310/1240/500 mm 
Gewicht (in Kg) 61 kg 
Ausführungen fünf Varianten lieferbar 
Fazit Wenn ein direktes, anspringendes Klangbild Ihren Geschmack trifft, Sie gerne auch mal etwas lauter hören und ganz genau wissen wollen, wie eine Aufnahme tatsächlich klingt, dann ist das hier genau das Richtige für Sie. Ein großartiger Lautsprecher mit Monitorqualitäten. 
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 06.01.2020, 09:54 Uhr
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In dieser Ausgabe geht es tief hinunter: Zum ersten Mal in einem langen Zeitraum gibt es mal wieder einen Subwoofer von der Klang+Ton. Und deswegen haben wir es auch gleich richtig gemacht: Ein mächtiger 21-Zoll-Treiber und dazu ein DSP-Verstärkermodul mit gut 1000 Watt in schlanken 150 Litern: So gehen im Heimkino 19 Hertz und im Musikbetrieb unkomprimierte 120 Dezibel - dass sollte fürs erste reichen.
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