Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Inklang Advanced Line 10.2


Nesthäkchen

Lautsprecher Stereo Inklang Advanced Line 10.2 im Test, Bild 1
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Wie klein kann High End sein? Die meisten von uns verbinden mit Musikhören auf hohem Niveau ja auch entsprechend voluminöse Geräte. Ein kleiner Zwei-Wege-Lautsprecher ist angetreten, uns eines Besseren zu belehren

Als ich die Inklang 10.2 zum ersten Mal in unserem Fotostudio habe stehen sehen, dachte ich mir, dass da ein Kollege ein Teil seines Surroundsets vergessen hatte. Ich meine, gut gemacht und hübsch sah das Böxchen ja aus, aber halt so verdammt klein. Dann belehrte mich ein Kollege eines Besseren und teilte mir mit, dass der kleine Lautsprecher nur einer von zweien eines Stereosets sei und zum Testfeld der aktuellen LP gehöre. Jetzt war ich neugierig und schnappte mir die Inklang. „Schnappen“ ist übrigens leicht dahergeredet: Die 10.2, so kompakt sie in den Außenmaßen auch sein mag, ist durchaus sehr ernst gemeint. Und das merkt man, wenn man sie in die Hand nimmt: Mal eben beide Boxen unter den Arm klemmen ist nicht, dazu sind sie einfach viel zu schwer.

Lautsprecher Stereo Inklang Advanced Line 10.2 im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo Inklang Advanced Line 10.2 im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo Inklang Advanced Line 10.2 im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo Inklang Advanced Line 10.2 im Test, Bild 5Lautsprecher Stereo Inklang Advanced Line 10.2 im Test, Bild 6Lautsprecher Stereo Inklang Advanced Line 10.2 im Test, Bild 7Lautsprecher Stereo Inklang Advanced Line 10.2 im Test, Bild 8
Und da die samtige Lackoberfläche auch nicht besonders griffig ist, habe ich mich beim Transportieren sozusagen auf ein Mono-Setup beschränkt. Thomas Carstensen hat das Lautsprecher-Unternehmen Inklang vor ein paar Jahren in Hamburg gegründet. Das ist insofern noch nichts Besonderes, als dass jedes Jahr neue Lautsprechermarken aus dem Boden sprießen, die mit mehr oder weniger originellen Produkten ihre Chance auf dem gut gefüllten Marktplatz suchen. Carstensen hat dieses Pferd anders aufgezäumt: Er setzt nicht auf marktschreierische Behauptungen völliger technischer Innovation bei seinen Produkten, sondern auf solide Qualität und Nachhaltigkeit seiner Produkte und eine komfortable Bestell- und Vertriebsstrategie. Die Lautsprecher werden bei Inklang in Hamburg geordert, nachdem man sich im dortigen Showroom entschieden hat, welches Modell das richtige ist. Die Bestellung erfolgt über den Inklang-Online-Konfigurator, bei dem man sich anhand diverser Kriterien den eigenen Inklang-Lautsprecher „aufbaut“. Angefangen bei der Modellwahl über die Farbe, die Frequenzweiche bis hin zur Namensgravur auf dem Typenschild reichen die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten. Inklang bietet die Möglichkeit, bei der Endmontage des gewählten Lautsprechers dabei zu sein, ja, sogar selber Hand anzulegen und so gleich eine ganz persönliche Bindung zum gekauften Lautsprecher zu gewinnen. Damit wird man natürlich nicht gleich zum Lautsprecherexperten und der zusätzliche Service kostet sogar etwas Geld – auf der anderen Seite hat man dabei ein Erlebnis, das man sonst eher nicht bekommt und für die Angestellten von Inklang bedeutet dieses „betreute Montieren“ inklusive anschließendem Champagner-Empfang ja zusätzlichen Arbeitsaufwand. Für alle Inklang-Produkte gibt es ein vierwöchiges Rückgaberecht bei Nichtgefallen sowie fünf Jahre Garantie – auch nicht gerade selbstverständlich. Ich habe angesichts einiger Inklang-Boxen mal darüber sinniert, was sie mir sagen wollen. Als HiFi-Verrückter, der nicht nur beruflich, sondern auch als Hobbyist dabei ist, fehlt mir im ersten Moment das Genialische, Abseitige, das so ein bisschen das Salz in der Suppe ausmacht. Das wiederum geht andererseits für meinen Geschmack zu oft einher mit eigentlich unerträglichen Bastellösungen, an denen absurde Preisschilder kleben. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto eher komme ich zu dem Schluss, dass es mehr solche Produkte wie die Inklang-Lautsprecher braucht: Solide, hochwertig, sauber durchentwickelt und dabei einfach „normal“. Doch ich greife vor: Zum Bestellvorgang gehört auch die individuelle Auswahl der Lackierung. Zu den recht dezent gehaltenen Standardfarben bei Inklang gesellen sich für einen moderaten Aufpreis von 19,95 Euro drei recht poppige Farbtöne. Für knapp 60 Euro Aufpreis hat man die freie Auswahl aus den kompletten Farbpaletten zweier renommierter Lackhersteller. Das „Family-Care“-Paket ist im Falle der 10.2 nur in Sachen Gitter vor den Chassis interessant, offene Spike-Füße gibt es bei der kompakten Box nicht, nur flache, auf Wunsch höhenverstellbare Füße mit innen liegenden Spikes, die einen sicheren und kratzerfreien Stand auf Möbeloberflächen erlauben. Bei den inneren Werten kann man sich noch für das „Referenz-Upgrade“ entscheiden, das besonders hochwertige Weichenbauteile bietet. Die 10.2 Advanced Line beginnt in der Preisliste bei 1.798 Euro pro Paar; selbst bei der Auswahl aller Optionen kommt man nicht sehr weit über 2.000 Euro. Wer sich schon mal mit Inklang beschäftigt hat, der weiß bei der Typenbezeichnung sofort: 10.2 bedeutet zwei Chassis mit einer Zehn-Zentimeter-Membran als größtes Chassis. Es gibt einen Kalottenhochtöner aus einer Aluminium-Magnesiumlegierung und einen Tiefmitteltöner mit Aluminiummembran. Die beiden Chassis – übrigens nach wie vor von Seas aus Norwegen – sind invers angeordnet, das heißt, der Hochtöner hat die untere Position eingenommen. Sonst kann man auf der Front nur noch den Reflexkanal bewundern, der ganz bewusst an dieser Stelle eingesetzt wurde: Die 10.2 ist nämlich von vornherein als Lautsprecher konzipiert worden, der entweder im Regal oder wandnah auf einem Sideboard oder den speziellen Inklang-Designständern steht. Mit dieser Entscheidung konnte man bei der Entwicklung der Frequenzweiche auf den handelsüblichen Trick mit einem künstlich eingebauten Bassbuckel verzichten. Unsere Messungen, die wir immer im Freifeld ohne Raumeinfluss durchführen, haben ergeben, dass die 10.2 einen breitbandig betonten Grundtonbereich hat, der bereits unterhalb von 200 Hertz in einen ganz flachen Sinkflug übergeht. An oder nahe der Wand egalisiert sich das zu einem ausgewogenen Schalldruckverlauf, so dass die Werksangabe der unteren Grenzfrequenz von 50 Hertz tatsächlich erreicht wird. Ab etwa zwei Kilohertz übernimmt der Hochtöner. Im Übergangsbereich hat man bei der Weichenabstimmung eine Senke eingebaut, die den Sprung im Abstrahlverhalten von einem Treiber zum anderen kompensiert. Der Hochtonbereich ist dann wieder mehr betont. In unserem in allen Frequenzbereichen gleich gut bedämpften Hörraum konnte sich die Inklang 10.2 Advanced Line (so der volle Name) sogar frei im Raum stehend gut behaupten. Klar, man merkt, dass es an echtem Tiefbass mit der „unfairen“ Positionierung etwas hapert, aber das Ganze war doch mehr als nur anhörbar. Durch den recht satten Grundtonbereich kommt die 10.2 vor allem mit „kleinerer“ Musik gut klar: Akustische Instrumente, egal, ob gezupft, gestrichen oder geblasen, wirken sehr authentisch und recht groß für eine so kleine Box. Das Ganze wird dann auch noch mit der nötigen Portion Obertöne serviert, garniert mit einer ganz leicht und selbstverständlich wirkenden räumlichen Abbildung – sehr gut. In ihrer natürlichen Umgebung mit einer Wand im Rücken legt die 10.2 dann auch ein mehr als ordentliches Fundament im Bass hin. Erstaunlich, was sich aus dem an sich winzigen Tieftöner mit ein bisschen Experimentieren bei der Aufstellung herausholen lässt: Tatsächlich kann man bei zu großer Nähe zur Wand den Tieftonbereich sogar als zu laut empfinden. Was ich damit sagen will: Bei aller Genügsamkeit der Inklang in Sachen Aufstellung: Mit dem richtigen Händchen und der nötigen Ruhe kann man mit ein paar Zentimetern durchaus noch etwas herausholen. Steht sie dann richtig, dann spielt die Inklang 10.2 mit der souveränen Lässigkeit und der Tiefe einer ganz großen Box.

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Fazit

Abgesehen vom originellen Orderkonzept, muss man der Inklang 10.2 vor allem eines zugestehen: Sie besinnt sich auf das Wesentliche des Themas Lautsprecher und das auf einer exzellenten Qualitätsstufe.

Preis: um 899 Euro

Lautsprecher Stereo

Inklang Advanced Line 10.2


04/2018 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Stückpreis ab 899 Euro 
Vertrieb Inklang, Hamburg 
Telefon 0800 7242388 oder 040 180241100 
Email info@inklang.de 
Internet www.inklang.de 
Garantie 5 Jahre und 4 Wochen Rückgaberecht 
B x H x T 33,4 x 14,2 x 28,9 cm 
Gewicht: ca. 8,5 kg 
Unterm Strich... Abgesehen vom originellen Orderkonzept, muss man der Inklang 10.2 vor allem eines zugestehen: Sie besinnt sich auf das Wesentliche des Themas Lautsprecher und das auf einer exzellenten Qualitätsstufe. 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 12.04.2018, 09:58 Uhr
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