Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: PMC twenty5.21i


Hören wie die Profis

Lautsprecher Stereo PMC twenty5.21i im Test, Bild 1
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Die Lautsprecherfirma PMC hat einen hervorragenden Ruf sowohl im Studio- als auch im Heimbereich. Und dabei basieren ihre Designs auf einer Technologie, die bei fast keinem anderen Hersteller noch eine Rolle spielt.

PMC-Mitgründer Peter Thomas sagte in einem Interview, dass seine Faszination für Audiowiedergabe mit dem Aufziehgrammofon seines Großvaters begann. Er konnte anfangs nicht glauben, dass aus so einem Trichter tatsächlich Musik kommen sollte und wollte wissen, warum. Um 1970 begann er mit Selbstbauprojekten, bis er den ersten richtig guten kommerziellen Lautsprecher hörte – eine IMF Transmissionline. Er und sein bester Freund und späterer Partner Adrian Loader verliebten sich schlagartig in diesen speziellen Klang - hier beginnt die Geschichte von PMC.  

Zuvor hatte Thomas jahrelang als Ingenieur im Studioservice gearbeitet, später in der Projektentwicklung bei der BBC. Dort brachte man den Ingenieuren jeden Aspekt der Materie nahe: Vom Mikrofon bis zur Bandmaschine inclusive Service und Konstruktion lernten sie einfach alles, was ihm später enorm zu Gute kam.

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Thomas wurde dann die Verantwortung für die Hörvergleiche zwischen den BBC-Originallautsprechern und den Lizenzmodellen anderer Firmen übertragen. Parallel dazu begann er bereits, eigene Lautsprecher zu entwickeln. Und wie es im Leben so kommt: Eines Tages brauchte die BBC größere Studiomonitore und so produzierten Thomas und Loader den gewünschten Monitor unter dem schnell gefundenen Namen PMC – Professional Monitor Company. Das bedeutete aber auch den Abschied von der BBC, was ihm nicht leicht fiel, aber sonst hätte er keine Lizenzgebühren für seine Lautsprecher bekommen.  

Dieser erste Lautsprecher hieß übrigens BB5 (Big Box 5) und wurde 25 Jahre lange gebaut. Und da die BB5 zunächst das einzige Produkt von PMC war, baute man für den kommerziellen Erfolg auch das Gegenteil davon: Einen kleinen Monitor, ebenfalls mit einer TML (Transmissionline), passend LB1 (Little Box 1) genannt. Und genau der ist der Urahn unserer twenty5.21i. Von Anfang an machte PMC keine Unterschied zwischen professioneller und privater Anwendung und so weist Thomas darauf hin, dass die Abstimmung immer gleich ist. Der Hifi -Bereich ist kommerziell dem Pro-Segment inzwischen deutlich auf die Pelle gerückt und hat es in Teilen sogar überholt. Deshalb bekommt man mit einem PMC-Lautsprecher, mit denen - oder mit eng verwandten Modellen – die Musik abgemischt wurde, die man gerade hört.  


So hält das auch Udo Besser von AVM, der schon lange PMC Lautsprecher bei sich zu Hause betreibt, da PMC der AVM-Vertrieb in Großbritannien ist. So hatte sich über die Jahre ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt und es war folgerichtig, dass er seit Anfang 2022 den Vertrieb übernommen hat. Ohnehin ist PCM ein wirkliches Familienunternehmen, in der sämtliche Angehörigen mitarbeiten.  

Doch auch, wenn PMC sehr traditionsbezogen ist, arbeitet die Firma höchst modern. Und auch wenn die Engländer einfach dafür lieben muss, dass sie einem Konstruktionsprinzip wie der wirklich nicht einfach zu beherrschenden Transmissionline treu geblieben sind, forschen sie seit Jahrzehnten daran und nennen die Technologie heute ATL für „Advanced Transmission Line“. Dabei wird der Bass am Ende einer lange Röhre – der „Advanced Transmission Line“ - platziert, die stark bedämpft wird, um unerwünschte rückwärtige Frequenzen des Treibers zu eliminieren. Der Luftauslass vorne, PMC nennt ihn „Laminair“, ist optisch auffällig, technisch sehr effektiv und reguliert die beachtlichen Luftbewegungen aus dem Innern der Gehäuse. Es kommen nur die tiefsten Frequenzanteile durch und treten phasentreu aus, um praktisch wie ein zweites Basschassis zu agieren. Der Luftdruck im Gehäuse, der den Bass lädt, bleibt dabei konstant. Das sorgt für diesen sauberen, unverzerrten Bass und befreit sowohl den Oberbass als auch die Mitten von harmonischen Verzerrungen. Das sorgt für eine enorme Transparenz, was ich eindeutig bestätigen kann. Dazu gesellt sich ein irre schneller, trockener Bass und eine spektakulär hohe unverzerrte Gesamtlautstärke. Enorm homogen und detailreich klingt die Box aber auch bei sehr leisen Pegeln.  

Die Fertigungstiefe bei PMC ist enorm. Nicht nur werden die meisten Treiber selbst produziert, auch die LS-Anschlüsse werden im Haus aus reinem Kupfer gefertigt, das mit Rhodium beschichtet ist. Sie zeichnen sich durch eine sehr hohe Leitfähigkeit und geringen Widerstand aus und sind direkt mit der Weiche verkabelt. Und PMC legt größten Wert auf exakt Paarung aller Treiber. Das ist vor allem im Profibereich nötig, wo zum Beispiel ein Bryan Adams im Studio als auch zu Hause sein eben aufgenommenes Stück hören möchte, ohne klangliche Veränderung durch die Lautsprecher zu erfahren.  

Die Gehäuse für die PCM-ATL-Technologie sind nicht leicht herzustellen. Neben Treibern mit ganz spezifischen Parametern benötigt man ein ausgefuchstes Gehäusedesign mit Versteifungen und sehr effektiver Dämpfung, weswegen die TML-Technik ja fast aus der Mode gekommen ist. Alleine die effektive Länge der TML-Röhre beträgt schon bei unserem kompakten Modell schier unglaubliche zwei Meter! Aber so hat sich PMC fast ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet.  

Die ferrofluidgekühlte Kalotte wird bei Seas für PMC gebaut, den Tiefmitteltöner stellt die Firma selbst her. Seine fein gewebte Fiberglassmembran mit invertierter Dustcap aus demselben Material, sehr starke Magnete, langhubige Schwingspulen und eine raffinierte Sicke minimieren Verzerrungen – das ist mess- und hörbar. Die Weiche für die twenty5.21i trennt mit steilen 24db und arbeitet mit hoch selektierten und gehörmäßig abgestimmten Bauteilen. Und wie klingt die twenty5.21i? In einem Wort: fantastisch.  

Mir fällt sofort die extrem saubere Wiedergabe auf, die mich an das Wasser aus einem kristallklaren Gebirgsbach erinnert. Dabei spielt die twenty5.21i extrem natürlich mit einer vollkommen glaubhaften Räumlichkeit. Mit Triycycle von Flim & The BB´s klingt sie unglaublich geschlossen und dabei irre pegelfest und ist praktisch nicht an ihre Grenzen zu bringen. Und dann der Bass: nie fett oder aufgedickt, aber wenn wirklich wissen man möchte, wie viel unverzerrter, unkomprimierter Bass aus knapp 30 Litern Gehäusevolumen kommen kann: voilá. Drums und Bass knallen in beeindruckender Manier in den Hörraum und es scheint wirklich kaum Grenzen für die twenty5.21i zu geben. Auch Stimmen liebt sie. Wenn zum Beispiel Carolyne Mas Live singt, sitze ich mitten unter den Zuhörern. Auch hier federt der Bass trocken und blitzsauber und Mas´ Stimme springt mir fast ins Gesicht. Man hört der twenty5.21i ihre Verzerrungsfreiheit jederzeit an und empfindet sie doch nie als steril. Dafür taugen auch die Liveaufnahmen vom genialen Banjomeister Bela Fleck mit Chick Corea. „Bang“ stößt Fleck aus Versehen ans Mikro und nachdem jeder Zuhörer wieder wach ist, beginnt eine Reise in feinste Verästelungen von Transientenspeed, Mikrodynamik und Klangfarben. Kleiner Lautsprecher, großes Hörkino.

Fazit

Die PMC twenty5.21i macht ihre kompakte Größe mit den ersten Tönen vergessen. Sie kann praktisch alles und davon reichlich. Sensationell guter Lautsprecher.

Preis: um 2990 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Lautsprecher Stereo

PMC twenty5.21i

Referenzklasse

5.0 von 5 Sternen

03/2022 - Christian Bayer

Bewertung 
Klang 70%

Labor 15%

Praxis 15%

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Kompaktlautsprecher 
Paarpreis 2.990 Euro / Ständer: 490 Euro 
Vertrieb: Besser Distribution 
Telefon: 030 856065010 / E-Mail: info@besserdistribution.com 
Internet www.pmc-speakers.com 
Ausstattung
Ausführung Diamantschwarz. Eiche. Weiß seidenmatt 
Abmessungen (B x H x T in mm) 192/410/373 
Gewicht (in Kg) 10 Kg 
Prinzip 2-Wege Transmission Line 
Bestückung 170-m-Tiefmitteltöner, 19-mm-Softdome-Kalotte 
Frequenzgang 39Hz – 25kHz 
Übergangsfrequenzen 1,7 kHz 
Empfindlichkeit 89 dB (1 W 1 m) 
Impedanz (in Ohm) 8 Ohm 
+ exzellenter Klang 
+ Tiefbass 
+/- + Profitechnik 
Klasse Referenzklasse 
Preis/Leistung hervorragend 
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Autor Christian Bayer
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Datum 30.03.2022, 09:56 Uhr
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