Kategorie: Lautsprecher Stereo

High-End-Monitor · Revival Audio Sprint 3


Vollsprint ins Ziel

Lautsprecher Stereo Revival Audio Sprint 3 im Test, Bild 1
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Auch ein Sprint braucht einen langen Anlauf. An Revival Audio kann man perfekt ablesen, wie positiv sich ein Anlauf in Form von jahrzehntelanger Erfahrung auswirken kann. Und das gilt definitiv auch für den kleinsten Lautsprecher der Franzosen.

Revival rules

 
Manchmal fühlt sich das Leben als HiFi-Berichterstatter sehr privilegiert an. Ich durfte als einer der ersten die beiden großartigen Revival Audio Atalante Lautsprecher, mit denen die französische Firma den Markt betrat, kennen lernen. Eigentlich wollte ich schreiben, dass diese Serie das Revival Thema deutlich mehr bedient. Aber je länger ich mir die kleine Sprint 3, gerade in der Ausführung „Eiche mit grauer Front“ und der magnetischen Abdeckung des Tiefmitteltöners ansehe, desto mehr finde ich sie auch Retro, deutliche modernes Retro vielleicht, aber sicherlich auch Revival.  

So geht’s

 
Vielleicht sage ich doch noch einmal ein paar Worte zu Revival Audio. Die Firma ist jung, ihre Gene sind, wie in der Einleitung schon angedeutet, gut abgehangen.

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Daniel Emonts kennen Insider von seinen Stationen bei Focal und Dynaudio. Für Focal hat er unter anderem die Electra Be2 und die Utopia EM Serie entwickelt. Bei Dynaudio war er mehr als fünf Jahre lang Chef- Akustiker und zeichnet für Chassis-Serien wie Esotar oder Evoke oder die Contour-Lautsprecher-Reihe verantwortlich. Sein Partner Jacky Lee, ein Taiwanese, der von der Schweiz aus operiert, ist der Marketingmann von Revival Audio. Er war Marketingchef von Dynaudio, wo er Daniel auch kennen lernte, arbeitete aber auch für so unterschiedliche Firmen wie IBM oder L´Oreal. Der Mann weiß also wirklich, wie internationales Marketing geht. Das sieht man an der wirklich perfekten, hoch informativen Website genau so wie an den Produkten. Die entstehen in Zusammenarbeit mit dem A+A COOREN DESIGN STUDIO in Paris und dürften jede Menge Designpreise einheimsen. Die Sprintserie ist deutlich günstiger als die Atalante Reihe, obwohl teilweise identische Treiber verwendet werden.   

Timing und Komponenten

 
Der Rhythmus der Produktvorstellungen von Revival Audio ist ziemlich perfekt. Zum Einstieg gab es vergangenes Jahr, wie erwähnt, die beiden edleren Modelle aus der Atalante Serie und nun folgen die beiden günstigeren Sprint Pendants. Daniel Emonts schrieb mir: „Der Tieftöner hat die gleichen Schwingeinheiten wie die Atalante 3, nur der Korb ist aus Stahlblech und der Magnet ist etwas kleiner, aber Membran, Aufhängung, Zentrierung und Schwingspule (4 Ohm für die Sprint 3 und 8 Ohm für die Sprint 4) sind die gleichen. Der Hochtöner hat einen etwas kleineren Magnet, aber die gleiche Kalotte (von Kurt Müller in Krefeld) und den gleichen ARID wie Atalante.“   

Details

 
ARID? Das nehme ich gerne noch einmal auf, wenn Sie die früheren Revival Audio Artikel nicht gelesen haben sollten. Dabei handelt es sich um eine rückwärtige Antiresonanzkammer, ausgeschrieben „Anti Resonance Inner Dome“, entwickelt zur Unterdrückung rückwärtiger Schallanteile und Resonanzen, die sie zu 95 % absorbieren soll. Die Technologie ist patentiert und scheint perfekt zu funktionieren, denn die Revival Audio Treiber klingen exemplarisch sauber. Der kleinere Magnet fällt im Alltagsbetrieb nicht auf, denn bei den anderen Modellen verwendet Emonts sehr starke, fast überdimensionierte Ferritmagnete. Man könnte natürlich mit den Schultern zucken, wenn man bei er Bestückung eines Lautsprechers von einem 18-cm-Tiefmitteltöner und einer Art Seidenkalotte liest, denn das klingt erst einmal nicht so spannend. Doch diese Art von Design hat einige der besten Schallwandler der HiFi- Geschichte hervorgebracht. Und Emonts weiß natürlich damit zu spielen. Zumal alle Chassis Eigenentwicklungen sind und zwar keine banalen. Die Kalotte ist mit 28 mm größer als der Durchschnitt, was unter anderem einen positiven Einfluss auf ihr Rundstrahlverhalten hat. Ihre asymmetrische Sicke sorgt zusätzlich für eine optimierte Abstrahlung, was schon bei der kleinen Atalante 3 herausragend gut funktioniert hat. Die Membran wird durch eine ebenfalls patentierte Beschichtung namens RASC veredelt, die ihr eine besondere klangliche Geschmeidigkeit verleihen soll, was ich absolut bestätigen kann. Der sogenannte BSC-Tieftöner (Basalt Sandwich Construction) wurde auch von Daniel Emonts neu entwickelt. Dieses Membranmaterial ist einzigartig, ich kenne keinen vergleichbaren Treiber. BSC soll eine optimale Mischung aus Steifigkeit und Leichtigkeit bieten. Aber damit nicht genug, denn Emonts mischt dieses Basaltfasergewebe mit Polymerklebstoff, Filz und einer Art Schaumstoff für die nötige Bedämpfung, die ein sowohl ungebremstes als auch geschmeidiges Ansprechverhalten bieten soll und genau das kann man auch hören.   

Einfach genial

 
Die Weiche ist getreu nach Einstein so einfach wie möglich und so komplex wie nötig gehalten.

Lautsprecher Stereo Revival Audio Sprint 3 im Test, Bild 9
Weichenkunst möchte ich das fast nennen: nur scheinbar einfach, wunderbar reduziert und extrem ausgefuchst
Emonts sagt dazu: „Da unsere Weichen einfach sind (2. Ordnung, also wenig Bauteile) können wir uns erlauben gute Qualität einzusetzen, z.B. einen MKP Kondensator und induktionsfreie Widerstände für den Hochtöner.“ Zu Beginn der Weichenentwicklung probiert er mit seinem Team Teile auf einer Testplatine aus. Dann messen sie und hören sich das Ergebnis ausgiebig an. So tasten sie sich vorwärts, bis das Ergebnis stimmt. Dazu noch einmal Emonts: „Messungen schaffen die Voraussetzung für gute Weichen, aber nur Handwerkskunst und Erfahrung erzeugen außergewöhnlich gute.“ Damit meint er natürlich die Erfahrung, welches Bauteil mit welchem kombiniert eine ideale Verbindung eingeht. Und die Ohren sind auch bei ihm das Maßstab für die finale Abstimmung. Lachen Sie bitte nicht, aber ich finde, man kann schon optisch erkennen, dass diese Weiche von einem Meister seines Fachs entwickelt wurde. Hören kann man es sowieso.   

Sprinteigen


Neu für die Sprint Serie ist die sogenannte ELYTRON Front.

Lautsprecher Stereo Revival Audio Sprint 3 im Test, Bild 5
Hier sehen wir die ELYTRON-Frontplatte in ihrer Gänze samt der schicken Abdeckung für den Tiefmitteltöner
Das ist eine asymmetrische, magnetisch auf der eigentlichen Front gehaltene Frontplatte mit weichen Kurven. Sie besteht aus einem Kunstoff-Verbundmaterial und wurde in hunderten Stunden simuliert und erhört. Sie soll zum einen die Beugungseffekte des MDF-Gehäuses vermindern und dient auch als Waveguide für die Treiber, womit sie speziell im Hochton die Richtwirkung erhöht und auch das ohnehin hervorragende Rundstrahlverhalten optimiert. Es gibt auch eine Abdeckung für den Tiefmitteltöner, die vor dieser Frontplatte angebracht wird und die ausgesprochen elegant wirkt. Auch die eigenentwickelte ELYTRON hat man so bei der Konkurrenz noch nicht gesehen. „Es sei denn, sie kopieren uns“, sagt Daniel Emonts dazu süffisant.   


Klingt gut? Klingt sehr gut!

 
Die Revival Audio Sprint 3 ist deutlich tiefer getrennt als die Atalante 3 und spielt gefühlt fast knackiger, obwohl das kaum sein kann. Vielleicht lag es auch am fantastischen Krell K-300i Vollverstärker, der synergetisch gut mit der Kleinen zusammen spielte. Damit spannte sich ein Raum auf, der die Sprint 3 vollends zum Verschwinden brachte. Tonal gab sie sich keinerlei Blöße und verhalf jeder Musik zu ihrem Recht. Auf Taj Mahals Alterswerk „Savoy“ scattet der alte Blueser, als hätte er nie etwas anderes getan. Auf „Let´s dance“ höre ich einen Bass, so tief und so farbig, den ich diesem Lautsprecher nicht zugetraut hätte. Auch auf „Flamingos“, der hervorragend aufgenommen CD vom österreichischen Saxofonisten Max Nagl schüttelt die Sprint 3 auf dem Titelstück einen derartig lässigen, fetten Bass aus ihrem 18er Tiefmitteltöner, dass ich das schon ziemlich konkurrenzlos finde. Nagls Saxofon steht mitten im Raum und spielt nur für mich. Dass sie es auch mit einem Kandidaten aus ihrer Preisklasse hervorragend kann, zeigt das Zusammenspiel mit dem Edwards Audio IA5 Limited. So spielt die „James Blood Ulmer Blues Experience Live at the Bayerischer Hof“ als würde ich dort sitzen. Das Schlagzeug knallt und Ulmer entwickelt eine fast gespenstische Präsenz – auch bei erstaunlich hohen Lautstärken. Ich bin begeistert.

Fazit

Revival Audio ist nun kein Newcomer mehr. Das hält sie aber nicht davon ab, mich jedes Mal zu begeistern: dynamisch, tonal und dank einer fantastischen Raumabbildung ist die Sprint 3 ein echter Herzenstipp.

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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Produkt: Revival Audio Sprint 3

Preis: um 990 Euro Ständer: 449 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


9/2023
4.0 von 5 Sternen

Spitzenklasse
Revival Audio Sprint 3

Bewertung 
Klang 70%

4 von 5 Sternen

Labor 15%

4 von 5 Sternen

Praxis 15%

4 von 5 Sternen

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie High-End-Monitor 
Preis (in Euro) 990 Euro / Ständer: 449 Euro 
Vertrieb: B & T hifi vertrieb, Erkrath 
Telefon: 02104 175560 
Internet www.bthifi.com 
Ausstattung
Prinzip 2-Wege Bassreflex 
Ausführung Walnuss, Eiche, Schwarz 
Abmessungen (B x H x T in mm) 213/380/307 
Gewicht (in Kg) 9,1 kg / Ständer: 5,65 kg 
Frequenzgang: 55Hz - 22KHz +/- 3dB 
Tiefmitteltöner: 180 mm BSC Tiefmitteltöner 
Hochtöner 28 mm RASC Soft Dome Kalotte 
Trennfrequenz: 1,8 KHz 
Empfindlichkeit: 87 dB bei 2,83 V an 1M 
Nennimpedanz 6 Ohm (Minimum 4.5 Ohm) 
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Garantie 10 Jahre 
+ hervorragender Klang 
+ attraktives Design 
+/- + fantastisches Preis-Leistungsverhältnis 
Klasse Spitzenklasse 
Preis/Leistung sehr gut 
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Christian Bayer
Autor Christian Bayer
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