Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Vroemen La Chiara Royale


Der Stein der Weisen

Lautsprecher Stereo Vroemen La Chiara Royale im Test, Bild 1
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Wenn es so etwas wie die ideale Box gibt, dann müsste sie auf jeden Fall ein extrem schweres Gehäuse haben - und Chassis mit Membranen, die keine Partialschwingungen erzeugen. Ach, so etwas gibt es schon?

Spaß beiseite: Die aus edlen Steinsorten gefertigten Lautsprecher von Bernd Vroemen kennen wir natürlich schon seit einer ganzen Weile. Meine Kollegen und ich waren bei jedem neuen Modell, das wir testen und hören dürften, stets aufs Neue begeistert, wie gut die auch optisch opulenten Steingehäuse und die edle Chassistechnik miteinander harmonierten und immer ein oder zwei Nummern „größer“ klangen, als es die äußerem Abmessungen vermuten ließen.

La Chiara Ceramica hieß das Testmodell, das wir damals als erste einer Reihe von Konstruktionen aus dem Hause Vroemen bewundern und bespielen durften – eine wunderbar schlicht gehaltene schlanke Skulptur aus edlem Schiefer mit einer ebenso edlen Bestückung: Hochwertige Chassis aus dem Hause Accuton-Thiel mit Keramikmembran sorgten für die exzellente Umsetzung von elektrischen Signalen in Schallenergie.

Lautsprecher Stereo Vroemen La Chiara Royale im Test, Bild 2Lautsprecher Stereo Vroemen La Chiara Royale im Test, Bild 3Lautsprecher Stereo Vroemen La Chiara Royale im Test, Bild 4Lautsprecher Stereo Vroemen La Chiara Royale im Test, Bild 5Lautsprecher Stereo Vroemen La Chiara Royale im Test, Bild 6Lautsprecher Stereo Vroemen La Chiara Royale im Test, Bild 7Lautsprecher Stereo Vroemen La Chiara Royale im Test, Bild 8Lautsprecher Stereo Vroemen La Chiara Royale im Test, Bild 9Lautsprecher Stereo Vroemen La Chiara Royale im Test, Bild 10Lautsprecher Stereo Vroemen La Chiara Royale im Test, Bild 11
 

Bevor wir uns unserer aktuellen Textbox „La Chiara Royale“ widmen, komme ich einmal kurz auf die Nomenklatur im Hause Vroemen zu sprechen: Es gibt vom kleinen Zwei-Wege-Monitor bis hin zur Standbox in DÂŽAppolito-Bestückung eine schon beachtliche Modellpalette, diese aber jeweils in drei Stufen, die sich über die Chassis-Bestückung definiert. Es gibt die Reihe „Basis“ mit Aluminium-Membranen, darüber folgt „Superiore“ mit Magnesium- Chassis und dann noch „Ceramica“ mit – der Name sagt es ja schon – den edlen Treibern von Accuton-Thiel mit Keramik- Membran. Dazu kommen bei jedem Modell eine Unzahl von Möglichkeiten, die Steinsorte zu wählen, wobei hier natürlich Kundenwünsche buchstäblich jeder Couleur erfüllt werden können. Und ich habe jetzt noch die Center-Lautsprecher vergessen, die Vroemen genau so anbietet, wie passende Subwoofer zu jeder Reihe.  

Und weil ein paar Dutzend verschiedene Lautsprecher noch nicht reichen, setzt der Chef noch eine(n) oben drauf: Bei den „Royale“ genannten Sonderversionen der Ceramica-Serie kommen die ganz neuen „Cell“-Chassis von Accuton-Thiel zum Einsatz, die momentan die Speerspitze der technischen Entwicklung bei Lautsprecher- Chassis darstellen.  

Die Bestückung bei unserer La Chiara Royale besteht aus zwei der innovativen Keramik- Treiber: Ein 168-Millimeter-Tieftöner und eine 25-Millimeter-Inverskalotte, angeordnet mit dem Hochtöner auf Ohrhöhe unterhalb des Tieffmitteltöners, der ganz oben in dem gut 1 Meter hohen Gehäuse arbeitet. Die Cell-Treiber zeichnen sich vor allem durch ihre neuartige Befestigungstechnik aus, mit der sie sich in der Schallwand „verspreizen“ und somit eine noch festere Verbindung zum Gehäuse eingehen. Außerdem treibt Accuton- Thiel die Antriebstechnik auf die Spitze, so dass hier Wirkungsgrad und Belastbarkeit in neue Regionen geführt werden. Wie immer optisch ein Hochgenuss ist die Materialwahl beim Gehäuse, das wie alle Vroemen-Lautsprecher aus Naturstein besteht, bei dem solche „Showstopper“ wie Gehäuseschwingungen und Schalldurchlässigkeit schlicht und einfach keine Rolle spielen.  

Natürlich ist die Bearbeitung längst nicht so einfach wie bei Holz und erfordert eine Menge Spezialwerkzeug, dafür ist das Finish aber immer überzeugend und ganz nebenbei wird so jeder einzelne Lautsprecher zum Unikat, denn die Oberfläche wird ja schon vom Ausgangsmaterial vorgegeben. Bernd Vroemen ist inzwischen über ein Vierteljahrhundert dabei, lange genug, dass er die Sache handwerklich perfekt im Griff hat und außerdem auf eine große Palette von Steinsorten zugreifen kann, auch wenn es in den letzten Jahren aus nachvollziehbaren Gründen zu einigen Importeinschränkungen gekommen ist.  

Die Chiara Royale kostet in der schlichtesten Materialversion 7900 Euro pro Paar, in der hier gezeigten Variante mit dem spannend gestreiften Marmor „Nero marquina“ 9200 Euro. Das ist für den getriebenen Aufwand absolut günstig und natürlich nur im Direktvertrieb machbar, schließlich werden für die Frequenzweiche nur edle Mundorf- Bauteile verwendet.  

A propos Frequenzweiche: Die Abstimmung ist wieder einmal absolut musik- und hörerfreundlich, wie die Chiara Royale in unserem Mess- und Hörraum gleichermaßen eindrucksvoll zeigt. Dabei kommen nur flache 6-dB-Filter zum Einsatz, was nur solche Ausnahmetreiber wie die hier verwendeten zulassen. Das zeigen im Übrigen auch unsere Messungen, die von einer beeindruckend tiefen Basswiedergabe zeugen, einen mehr als ordentlichen Wirkungsgrad und dabei kaum Verzerrungen zeigen – sehr gut. Die leichte Senke im Präsenzbereich ist beabsichtigt und trägt dem Abstrahlverhalten einer Zwei-Wege-Box ebenso Rechnung wie den ganz speziellen Eigenschaften des menschlichen Gehörs.  

Und eben dieses Gehör lässt sich gerne von der La Chiara Royale umschmeicheln. Beeindruckend ist schon bei den ersten Tönen die ungemein profunde und tief reichende Basswiedergabe, die tatsächlich trotz der schmalen Bestückung mit nur einem Treiber ungeahnte dynamische Möglichkeiten offeriert: Das ist zum einen natürlich der Leistungsfähigkeit des neuen Chassis geschuldet, zum anderen aber mindestens genau so sehr dem vorzüglich resonanzarmen Gehäuse, das auch bei großen Membranauslenkungen stoisch ruhig bleibt und somit dem Treiber im Bassbereich einfach mehr Reserven verschafft, die dieser auch dankbar nutzt. Stimm- und Mitteltonbereich sind sehr neutral, während die ausgeprägte Präsenzsenke der Box eine überaus geschmeidige und sehr angenehme Wiedergabequalität verleiht – ich würde die Chiara Royale durchaus zu den „Schönklingern“ zählen. Das meine ich nicht im Sinne von Zahmheit, denn Dynamik und Präzision zählen zu ihren obersten Tugenden. Aber sowohl in akustisch etwas problematischen Umgebungen wie auch mit wirklich schlecht produziertem Musikmaterial geht sie merklich gnädiger um als manch anderer Schallwandler.  

Und diese Schönheit und Musikalität paart sie mit einer überbordenden Spielfreude mit gut klingenden Alben, mit denen sie auch eine umwerfende räumliche Abbildung zeigt. Der Hochtöner ist in Sachen Feinaufl ösung ohnehin eine Klasse für sich – die schier unglaubliche Bandbreite kann man vielleicht nicht mehr bewusst hören, aber diese ganz spezielle luftige Atmosphäre im Raum können nur extrem breitbandige Boxen erzeugen. Und die schon erwähnte Dynamik lässt jeden Hörabend länger werden, als man das geplant hat – man kann dann doch immer noch ein bisschen weiter aufdrehen, als man denkt: Die Musikwiedergabe bleibt immer wunderschön 

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Fazit

Mit der Chiara Royale zeigt Bernd Vroemen einmal mehr, dass man mit dem passenden Ausgangsmaterial und einem guten Händchen bei der Entwicklung einen Lautsprecher bauen kann, der absolut auf den Punkt und gleichzeitig sehr groß klingt.

Preis: um 9200 Euro

Lautsprecher Stereo

Vroemen La Chiara Royale


02/2022 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis (in Euro) ab 7900 Euro 9200 Euro (Testbox) 
Vertrieb Vroemen, Baesweiler 
Telefon 02401 6058458 
E-Mail mail@vroemen.de 
Internet www.vroemen.de 
B x H x T 21 x 105 x 21 cm 
Gewicht ca. 55 kg 
Garantie 5 Jahre (GehĂ€use 10 Jahre) 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 26.02.2022, 09:55 Uhr
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