Kategorie: Phono Vorstufen

Einzeltest: Cyrus Phono Signature


Warp 33

Phono Vorstufen Cyrus Phono Signature im Test, Bild 1
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Gewiss – die analoge Schallplatte ist ein traditionelles Medium. Und passend  dazu hat man sich als Plattenhörer damit arrangiert, dass auch alles um die  Platte herum oftmals archaisch und recht unkomfortabel ist. Dass das  durchaus nicht so sein muss, zeigt uns der Cyrus Phono Signature

Geht es Ihnen auch so: Wenn Sie „Cyrus“ hören, denken Sie  „Mission“?  Nun, das hat einen Grund.  Wer in den  80er-Jahren „hifi-sozialisiert“ wurde, der  denkt bei britischem HiFi unter anderem  ein einen DER Klassiker: den kleinen Vollverstärker Cyrus One, oder eben Mission  Cyrus One.  Cyrus war zu dieser Zeit die Elektronik-Sparte des erfolgreichen Lautsprecherherstellers Mission – man wollte  sich einfach  durch den anderen Markennamen absetzen  vom reinen Boxenbauer-Image der Mutterfirma. Cyrus war in Sachen Produktpolitik  schon immer weitestgehend selbstständig,  spätestens seit dem Management-Buyout  im Jahr 2005 von Mission und deren Überführung in die IAG-Gruppe handelt es sich  bei Cyrus um eine komplett eigenständige  Marke.  Charakteristisch seit jeher ist der Formfaktor der Cyrus-Geräte – etwa die Hälfte  des 19"-Studiostandards breit, alle auch in  der gleichen Höhe, dafür recht tief bauend und für die Größe ziemlich schwer –  Kunststück, sind doch die Gehäuse alle aus  schwerem Gussmaterial und aufgrund der  Platzverhältnisse ziemlich vollgepackt.

Phono Vorstufen Cyrus Phono Signature im Test, Bild 2Phono Vorstufen Cyrus Phono Signature im Test, Bild 3Phono Vorstufen Cyrus Phono Signature im Test, Bild 4Phono Vorstufen Cyrus Phono Signature im Test, Bild 5Phono Vorstufen Cyrus Phono Signature im Test, Bild 6Phono Vorstufen Cyrus Phono Signature im Test, Bild 7Phono Vorstufen Cyrus Phono Signature im Test, Bild 8Phono Vorstufen Cyrus Phono Signature im Test, Bild 9Phono Vorstufen Cyrus Phono Signature im Test, Bild 10
Sogar in der Phonostufe geht es nicht so luftig  zu wie in Geräten mit „normalen“ Gehäusen. Und auch die Frontplatte sieht nicht  so aufgeräumt – oder „leer“– aus wie eine  normale Phonostufe dieser Größenklasse:  Es gibt eine fast schon irritierende Anzahl  von  Bedienelementen  und  sogar  ein  Display! Ganz klar: Die neue Cyrus Phono Signature ist besser ausgestattet als die meisten  anderen Phonovorverstärker und deutlich besser als  ALLE anderen Geräte in  ihrer Preisklasse. Beispiele gefällig? Nun  gut: Für 1.790 Euro UVP gibt es ein Gerät  mit 4(!) Kanälen, die per Fernbedienung  (!) umschaltbar sind. Damit nicht genug: Jeder einzelne dieser Kanäle lässt sich in  Sachen  Verstärkung,  Eingangsimpedanz  und -kapazität  individuell  einstellen  und  abspeichern – und auch das geht bequem  vom Hörplatz aus per Fernbedienung. Das  ist ein Segen, denn so lassen sich erstmals  wirklich  schnelle  AB-Vergleiche  bei  kleinen  Werte-Änderungen realisieren. Zum  Einpegeln  gibt’s  zudem  ein VU-Meter  im  Display inklusive Spitzenwertspeicher.  Die für einen alten Trekkie verheißungsvoll mit „Warp“ beschriftete Taste bezeichnet dagegen  „nur“ ein Subsonicfilter  für  verwellte  Platten  –  jedenfalls  ist  dieser  so  praxisgerecht abgestimmt, dass er immer  aktiviert bleiben darf. Im Inneren der Phono Signature gibt es  natürlich nicht vier Phonozweige, sondern  nur einen, der beim Kanalwechsel mit den  entsprechenden  Werten beschaltet wird.  Diese Umschaltung erfolgt ebenfalls per IC  und geht extrem zügig vonstatten.  Die Verstärkerschaltung selbst ist dreistufig  – eine passive RIAA-Entzerrung liegt zwischen zwei Verstärkerstufen, dazu gibt es  eine Vorstufe, die MC-Signale aufbereitet.  Trotz der beengten Platzverhältnisse muss  man den Entwicklern zugestehen, dass sie  eine saubere Trennung zwischen der digitalen Steuersektion hinter der Frontplatte  hinbekommen haben – untermauert übrigens auch von den exzellenten Messwerten  aus unserem Labor.  Diese  verbessern  sich  noch  einmal,  wenn  man das von Cyrus auch schon seit Langem bekannte zusätzliche Netzteil ins Spiel  bringt. Die neueste Iteration hört auf den  lieblichen Namen PSX-R.2 und schlägt mit  noch  einmal  1.000  Euro  zu  Buche.  Dafür  wird eine gehörige Materialschlacht betrieben, der man es gerne glaubt, dass hinten  eine maximal saubere Gleichspannung herauskommt, von der die empfindliche Phonoschaltung in der Signature noch einmal  profitiert. Nur die klangentscheidenden  Stellen, wohlgemerkt: Nach wie vor benötigt der Verstärker sein eigenes Netzkabel –  die Versorgung ist jetzt nur aufgeteilt. Ob man den Zusatz unbedingt braucht,  muss jeder für sich selbst entscheiden.  Schon in der einfachen Variante überzeugt  die Cyrus mit einer neutralen tonalen Abstimmung – und macht doch eine Menge  Spaß. Ruhe ist erste Phonostufenpflicht  –  und das beherzigt die Signature im Messlabor wie im Hörraum: Was man an Nebengeräuschen hört, kommt definitiv aus der Rille. Dass das der Dynamik und der  räumlichen Abbildung zugute kommt,  ist eine Binsenweisheit, die sich einfach  einmal  mehr  bestätigt.  Einfach  nur großartig ist die blitzschnelle Umschaltung zwischen den Werten für die  Eingangsimpedanz  –  so  hat  man  den  normalerweise recht steinigen  Weg  zur perfekten Anpassung mit ein paar  wenigen Klicks auf der Fernbedienung  erledigt.  Und mit dem zusätzlichen Netzteil  kehrt sogar nochmals mehr Ruhe ein,  baut die Cyrus eine weite und tiefe  Bühne auf, die mit reichlich Tiefenstaffelung überzeugt und auch unter  „Dynamikbeschuss“    alle  Stimmen  unverrückbar auf ihrem klar definierten Platz belässt. Dass eine so  souveräne  Wiedergabe  auch  uneingeschränkt langzeittauglich ist, versteht sich von selbst – man kann sich  mit der kinderleichten Bedienbarkeit  sogar für die eine oder andere klangliche Unzulänglichkeit eines  Albums  leichte Fehlanpassungen bauen, um  blitzschnell  (und  reversibel)  zum  bestmöglichen klanglichen Ergebnis  zu gelangen – sozusagen die perfekte  analoge Workstation.

Fazit

Schon in Sachen Klang eine echte Hausnummer, wird mit der sensationell komfortablen  Anpassbarkeit aus der Cyrus Phono Signature eine der flexibelsten  Phonovorstufen der Welt – und mit  dem zusätzlichen Netzteil eine der  allerbesten.

Kategorie: Phono Vorstufen

Produkt: Cyrus Phono Signature

Preis: um 2 Euro


11/2016
 
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Bellevue Audio, Unna 
Telefon 02303 3050178 
E-Mail werner.berlin@bellevueaudio.de 
Internet www.bellevueaudio.de 
Garantie 5 Jahre nach Registrierung 
B x T x H (in mm) 215/460/73 
Gewicht je 4 kg 
Unterm Strich... Schon in Sachen Klang eine echte Hausnummer, wird mit der sensationell komfortablen Anpassbarkeit aus der Cyrus Phono Signature eine der flexibelsten Phonovorstufen der Welt – und mit dem zusätzlichen Netzteil eine der allerbesten. 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 13.11.2016, 14:55 Uhr
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Topthema: Aus der Mitte
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High-End-Lautsprecher - Cito Audio DBC-8K

Als der Cito Audio Chef Detlef Bosse beim Besuch im Brieden Verlag davon sprach, dass er es nach 30 Jahren nun endlich geschafft habe, einen stimmigen „Compound“-Lautsprecher zu bauen, runzelte ich die Stirn, weil ich nicht recht wusste, was er damit meinte.

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