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Kategorie: Plattenspieler

Einzeltest: Seismograph Professional - Seite 4 / 4


Mensch und Maschine

Unser Seismograph ist mit gleich zwei Zwölf-Zoll-Tonarmen ausgestattet: Othmar Spitaler montierte zwei erfreulich bodenständige Jelco-Modelle. Sie residieren auf zwei Alu-Zylindern zur Höhenanpassung, die Anschlusskabel werden durch Öffnungen in beiden Laufwerksbasen geführt. Variabilität bei der Armposition gibt‘s nicht, man muss sich von vornherein für das oder die zu montierenden Tonarmmodelle entscheiden, nachträgliche Änderungen sind kaum möglich, wenn die Öffnungen einmal die Zargen gefräst sind. In der Praxis macht der Seismograph seinem Namen alle Ehre, einen geeigneten Aufstellungsort zu finden, war gar nicht so einfach. Eine leichte großformatige Platte schied deshalb aus, weil die die Antriebsgeräusche des Gerätes wie ein Stethoskop verstärkt. Generell ist eine stabile und gut dämpfende Unterlage zu bevorzugen. Ich bin letztlich bei einer zehn Zentimeter dicken Steinplatte gelandet, die wir für ganz spezielle Fälle in der Ecke stehen haben. Die ersten klanglichen Eindrücke habe ich ausnahmsweise monofon gesammelt – unter dem Headshell des einen Jelco war freundlicherweise ein Audio-Technica AT33 Mono montiert und Nina Simones berühmtes Town-Hall-Konzert stand gerade griffbereit.

„Black is The Color of My True Love‘s Hair“ eröffnet das Spektakel denn auch gleich mit einem Paukenschlag: Es tönt sonor, überaus kräftig, farbig, bewahrt aber die Zerbrechlichkeit der Stimme ausgezeichnet. Bei „Exactly Like You“ legt Nina Simone schon ganz anders los und präsentiert sich energiegeladen und lebendig. Großartiges Album, immer wieder – hier ganz besonders. Ich bade noch gänsehäutig in „The Other Woman“, dann beschäftigen wir uns mit modernerer Kost und entsprechenden Abtastern: Das Lyra Atlas läuft erfahrungsgemäß bestens unter etwas schwereren Zwölfzöllern, also rein damit. Wir hören die großartige Analogue-Productions-Ausgabe des 1993er-Counting-Crows-Albums „August and Everything After“; mit „Raining in Baltimore“ darf Mastermind Adam Duritz auch gleich maximal schwermütig ran. Der Seismograph macht das umwerfend: Duritz‘ Stimme trieft vor griffiger Inbrunst, ist perfekt verständlich, das begleitende Klavier ist voluminös, warm, bestens freigestellt und wunderbar präzise. So kenne ich das Atlas, die Signatur des Laufwerks ist dabei gar nicht so leicht auszumachen. Tonal hat es kaum Charakter, auffällig ist seine dynamische Transparenz. Bestes Differenzierungsvermögen in tiefen Lagen ist auf alle Fälle vorhanden, ein weit aufgefächertes Klangbild auch.

Wer noch ein bisschen am Ergebnis drehen möchte, dem sind Experimente mit Tellermatten anzuraten: Ich finde die Kohlefasermatte von Millennium auf dem Seismographen hervorragend, die öffnet das Klangbild noch merklich weiter.

Fazit

Der Seismograph ist ein strukturell einfacher, aber sehr konsequent gemachter Plattenspieler. Er klingt überragend kernig und transparent, bewahrt Emotion und Wärme, erfordert jedoch Sorgfalt bei der Aufstellung.

Preis: um 22000 Euro

Seismograph Professional


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Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb SoReal Audiovertrieb, Unterweilenbach 
Telefon 08445 2670030 
Internet www.soreal-audio.de 
Garantie (in Jahre) 2 Jahre 
B x H x T (in mm) 630/460/185 
Gewicht (in Kg) ca. 35 kg 
Unterm Strich... Der Seismograph ist ein strukturell einfacher, aber sehr konsequent gemachter Plattenspieler. Er klingt überragend kernig und transparent, bewahrt Emotion und Wärme, erfordert jedoch Sorgfalt bei der Aufstellung. 
Dipl.-Ing.
Michael Voigt
Chefredakteur
hifitest.de
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Holger Barske
Autor Holger Barske
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Datum 17.12.2017, 10:00 Uhr