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Vildjharta – Måsstaden Under Vatten
Nein, als XYZ-core-Fan kann ich mich wirklich nicht bezeichnen. Meistens finde ich die hysterischen Shouter extrem nervig – oder weinerlich beim cleanen Gesang. Doch Vildhjarta, der schwedische Nur-Noch-Vierer (früher war man zu siebt) mit dem für deutsche Zungen unaussprechlichen Bandnamen, beweist mit seinem erst zweiten Longplayer nach den Debüt „MĂĄssatden“ in zehn Jahren, dass man durchaus „corige“, stark djentige Elemente nahtlos und sinnvoll mit richtig gutem, progressiven Death Metal verbinden kann, ohne allzu viel Abrieb aufs Nervenkostüm zu geben. Klar, „MĂĄsstaden Under Vatten“ (zu deutsch: Die Möwenstadt unter Wasser) ist nicht gerade Karnevalsgeschunkel für Heinz und Lieselotte. Man muss sich schon Zeit (und zwar mindestens 80 Minuten), eine relaxte Ausgangsstimmung und Willen zur Konzentration nehmen, um die unglaublich komplexen Arrangements und Strukturen des über weite Teile erstaunlich pompösen und melodischen Werks zu durchdringen, dann irgendwann zu überblicken und einen Sinnbogen über das im ersten Durchlauf – vor allem in der hinteren Hälfte des Albums – recht chaotisch anmutende Geschehen zu spannen. Das Album gleich mehr einem überlangen akustischen Kinofilm als einer Sammlung von einzelnen, mal so zwischendrin goutierbaren Videoclips. Zwar können die einzelnen Songs problemlos auch für sich alleine stehen, doch auch wenn die häppchenweise Beschäftigung mit „MĂĄsstaden Under Vatten“ ordentlich satt machen kann, so befriedigt sie lange nicht so sehr wie das komplette Menü. Zudem ist das Doppelalbum auf sauberem 180-Gramm-Vinyl gepresst und kommt mit einem der meines Erachtens schönsten Cover des Jahres und einem tollen Poster um die Ecke.
Fazit
Ein Brecher von einem Album. Abwechslungsreich, herausfordernd, klasse transparenter Sound.Kategorie: Schallplatte
Produkt: Vildjharta – Måsstaden Under Vatten (Century Media)
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144-612
ArtPhönix Vinyl |
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