Vor gut 40 Jahren erblickte der Bausatz „Monitor 1“ der Firma Hifi Sound das Licht der Welt. Wir haben den Bausatz wieder aufleben zu lassen.
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Mit der M-500.4 MD läutet Audio System eine neue Generation seiner kleinsten Endstufen ein. Superkompakt und mit jeder Menge Leistung, das wollen wir uns genauer ansehen.
>> Mehr erfahren>> Alle anzeigenVollverstärker · Heed Elixir
Neue alte Liebe
Ich liebe englische Verstärker. Aber was hat das mit dem ungarischen Heed Audio Elixir zu tun? Jede Menge, denn seine Gene sind englisch und sein Wesen ist anachronistisch.
Kleine Verstärker im Format eines Schuhkartons kommen aus England, aber seit Jahrzehnten auch aus Ungarn. Der Heed Elixir reiht sich damit nahtlos ein in eine wunderbare Ahnenreihe kompakter Verstärker: von den ersten Naim Nait-Modellen, über Mission Cyrus, Nytech oder Ion Systems. Und da sind wir genau beim Thema. Frühe Transistorverstärker übernahmen häufig Konstruktionsprinzipien von Röhrenverstärkern. Eines davon war die Verwendung eines Ausgangskondensators. Darüber stolperte Heed Firmenchef Zsolt Huszti in den 80er Jahren, als er einen ION Obelisk erwarb. Das Gerät hatte es ihm zwar gleich angetan, bereitete ihm aber auch (technisches) Kopfzerbrechen. Doch der kleine Kerl spielte Musik wie wenige andere Verstärker und das kann ich gut verstehen, denn ich hatte lange den Nytech-Vorgänger des Obelisk.







Die Transcap Technologie
Heed bezeichnet sich als mutmaßlich letzte Firma, die mit Ausgangskondensatoren arbeitet, und darum geht es. Diese Technologie aus der Röhrenära koppelte den Verstärker mithilfe eines Kondensators an den nachgeschalteten Lautsprecher an. Via Dimensionierung und Qualität beeinflusste der Kondensator den Klang. Die Heed-Verstärker folgen dieser Idee, tun das aber nicht nur mit einem einfachen Ausgangskondensator, sie verstehen Netzteil und Ausgangsstufe als Einheit. Bei den meisten modernen Verstärkern ist der Lautsprecher ja direkt mit der Verstärkerschaltung verbunden („DC-gekoppelt“). Das bringt oft mehr Leistung und bessere Messwerte, kann(!) aber auch dazu führen, dass Störungen oder Spannungsreste direkt bis zum Lautsprecher gelangen.
Fantasie und Wirklichkeit
Heed formuliert bezüglich ihrer Transcap Technologie einige selbstbewusste Aussagen. So zum Beispiel, dass ihre Verstärker die nach wie vor messbaren Restverzerrungen zu etwas umwandeln würden, was auf natürliche Weise in unserer Umgebung vorkommt – in der Luft zum Beispiel. Dadurch soll unser Gehirn damit leichter umgehen können. Faktisch würde die Struktur der Verzerrungen verändert, wie genau, habe ich nicht herausfinden können. Ist das jetzt Geschwafel, ein Marketinggag oder haben die Ungarn hier wirklich etwas gefunden? Sie können sich sicher vorstellen, wie viele vergleichbare „Innovationen“ mir schon begegnet sind. Und da ich nicht theoretisch verbildet bin, kann ich mir so etwas grundsätzlich vorstellen. Das erinnert mich an das Thema „Memory Distortion“ bei Lavardin, der ja auch fantastisch klingt und nebenbei bemerkt auch Darlington-Transistoren einsetzt. Aber ganz ehrlich: Von mir aus dürften am Ende auch Bananenschalen zur Verstärkung oder Klangverbesserung herhalten, wenn die Sache funktioniert. Doch die Ungarn legen noch einen drauf in der Beschreibung der Effekte ihrer „Technologie“, ohne sie wirklich zu verraten – auch das teilen sie mit Lavardin. Sie sagen – zu Recht – dass die unnatürlichen Störspektren vieler Verstärker sich übers Unterbewusstsein irgendwann als unangenehm bis hin zu nicht mehr hörbar darstellen. Die Heed Verstärker sollen da durch ihre „natürliche“ Art, mit Verzerrungen umzugehen, schlicht anhörbarer werden und bleiben, da ihr Verzerrungsspektrum eben einem natürlichen Spektrum entspräche. Das, liebe Freunde, wäre ja eigentlich eine Sensation, und ich frage mich, warum sie nicht patentiert ist bzw. es jeder Hersteller genau so tut. Ich denke, ich kann beide Fragen beantworten. Um ein Patent erteilt zu bekommen, muss man es offenlegen – Ende der Geschichte, zumal für so eine kleine Firma. Und wenn es Firmengeheimnis bleibt und keiner „Reverse Engineering“ betreibt, dürfen sich einzig Heed-Besitzer daran erfreuen. Abschließend sagt Heed noch: „Vergessen Sie HiFi. Erinnern Sie sich an die Musik.“ Das tun wir gleich.
Der Elixir
Der Elixir verband und verbindet eine analoge Vorstufe, die für ihren Preis so kompromisslos wie möglich sein sollte, und eine einfache, aber gute Transcap-Endstufe. Vor 11 Jahren hat mein Kollege Thomas Schmidt über den ersten Elixir berichtet und war von dem Kleinen sehr angetan. Damals kostete er allerdings noch knapp 1.000 Euro – ein Einführungspreis – und sah gar nicht so viel anders aus. Richtig günstig ist er also nicht mehr, und dazu habe ich Firmenchef Huszti auch befragt. Er meinte, dass ihm selbst der neue Preis Kopfzerbrechen bereite, weil sich die Kosten seit 2015 mehr als verdoppelt hätten und die 990 Euro damals nur ein Einführungspreis waren.
Klangvermögen
Sie können mir glauben, dass ich Webseitentexten oder anderen Marketingäußerungen von Herstellern und Vertrieben sehr kritisch gegenüberstehe. Gerade deshalb möchte ich von der Heed Website zitieren: „Transcap-Verstärker geben die Energie der Musik ‚unkomprimiert‘ wieder und lassen Raum für sowohl extrem laute als auch extrem leise Töne ... Die im Katalog angegebene Durchschnittsleistung sagt im Vergleich zu anderen Verstärkern nur wenig darüber aus, wie dynamisch Transcap-Verstärker klingen können. Der Ausdruck ‚größer ist besser‘ trifft hier sicherlich nicht zu.“ Nie war ein Text so richtig wie der hier. Ich habe mit den kleinen Nubert Lautsprechern ein Fest nach dem anderen gefeiert. Einmal, als ich Little Feats „Dixie Chicken“ aufgelegt habe. Das Stück klang so zart, so delikat, so funky und wunderbar, wie ich es eigentlich noch nie gehört habe. Selbst Kollege Barske runzelte anerkennend die Stirn. Dann hab ich mir den Spaß gemacht, nach langer Zeit einmal wieder die Fun Lovin‘ Criminals zu hören – immer noch eine der coolsten Bands aller Zeiten, tausendmal cooler, als es die Red Hot Chilli Peppers je waren. „The King of New York“ klingt mit dem Elixir so brutal cool, so lässig, so authentisch live und das bei 9:30 mit voller Dröhnung, aber eben ohne jedes Dröhnen. Da hat Heed einfach mal nicht gelogen, denn so unkomprimiert und strahlend habe ich die Nummer offen gestanden noch nie gehört. Und man mag bei dem Bass im Freifeld kaum glauben, dass die Nubert ein geschlossener Lautsprecher ist. Quasi zur Erholung höre ich mir dann das wunderbare Beethoven Violin Concerto mit Jascha Heifetz unter dem Dirigat von Charles Munch an. Es tut gut, einmal ausführlich Heifetz‘ lyrische Seite zu hören, denn Geschwindigkeit konnte er sowieso. Wie er sein Instrument zum Klingen bringt, vermittelt der Heed Elixir exemplarisch gut. Während ich diesen unsterblichen Tönen lausche, denke ich, es geht gar nicht besser. Vermisse ich als alter Röhrenhörer irgend etwas? So gar nicht, und auch da darf ich Heed Recht geben. Die feinsten Bogenstriche nehme ich genau so unmittelbar und mühelos wahr wie die satten Orchestertutti. Und genau darum geht es doch.
Fazit
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Kategorie: Vollverstärker
Produkt: Heed Audio Elixir
Preis: um 1800 Euro

Referenzklasse
Heed Audio Elixir
„Drum prüfe, wer sich ewig bindet ...“ heißt es in Schillers Glocke. In der High Fidelity stellte sich eine solche Frage bisher nicht. In der Regel ging man zum Händler und tauschte Geld gegen Ware.
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Einlegen und genießen – die CD ist seit Jahrzehnten ein Inbegriff für hochwertiges und vor allem komfortables Musikerlebnis.
>> Mehr erfahren>> Alle anzeigen| Klang | 70% | |
| Labor | 15% | |
| Praxis | 15% |
| Vertrieb | M.A.D. Anja Hobbs, Velbert, Markus Pajonk |
| Kontakt | www.heedaudio.de |
| Internet | www.heedaudio.de |
| Ausstattung | |
| Ausführungen | Schwarz |
| Abmessungen (B x H x T in mm) | 220 x 87 x 345 |
| Gewicht | 6 kg |
| Anschlüsse | 4 x RCA, 1 x Phono-MM |
| Ausgänge | 1 x PreOut RCA |
| Ausgangsleistung | 2 × 50 W an 8 Ohm 2 × 35 W an 0,5 Ohm |
| Garantie | 2 Jahre |
| + | natürlicher, herrlicher Klang |
| + | kompakt und schön verarbeitet |
| + | |
| - | Messwerte eher so mittel |
| Klasse: | Referenzklasse |
| Preis/Leistung: | hervorragend |






