Kategorie: CD-Player

Test CD-Spieler · Advance Paris ACD APEX


Welt der Gegensätze

CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 1
25105

Die CD steht für digitale Musikwiedergabe, die Röhre für analoge Wohligkeit. Aber damit vereint der röhrenbestückte Advance Paris ACD APEX noch nicht genug Gegensätze: Er verbindet zudem Militärtechnik mit der friedlichen Welt der Musikwiedergabe. Kann das gutgehen?

Es ist auch beim Advance Paris ACD APEX die Wärme des Röhrenklangs, die der Hersteller zum Unique Selling Point erklärt. Da bin ich immer skeptisch, denn viele Röhrenverstärker etwa klingen überhaupt nicht warm, sondern klar und schnell. Für viele gilt die CD auch als kühles, digitales Medium. Das ist unter klanglichen Gesichtspunkten zwar Quatsch, aber Legenden leben bekanntlich länger. Und vielleicht kann der ACD APEX eine Brücke zu denen bauen, die auf CD-Wiedergabe bisher verzichteten? Nun, man sollte das nicht allzu hoch hängen. Wer CDs ablehnt, wird dies auch weiterhin tun.

CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 2CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 3CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 4CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 5CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 6CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 7CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 8CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 9CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 10CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 11
Und das ist auch egal, denn der Advance Paris richtet sich vielmehr an anspruchsvolle Musikhörer oder die, die es werden wollen. Menschen, die eine große CD-Sammlung haben oder eine aufbauen wollen. Der Trend ist international erkennbar. Die Verkaufszahlen legten im letzten Jahr deutlich zu, nicht zuletzt wohl wegen der hohen Vinylpreise. (Interessant dabei ist, dass viele der Käufer gar nicht die passenden Abspielgeräte besitzen…) Der Preis des ACD APEX liegt mit 890 Euro dabei schon deutlich über der Einstiegsklasse.
CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 11
Ein wenig Röhrencharme im Hintergrund, vorne die Bedienelemente
Aber er sieht eben auch lecker aus, mit seinen durch ein kleines Fenster sichtbaren Röhren vom Typ Raytheon CK5744WB. Diese Mikroröhren sollen laut Hersteller sehr robust und langlebig sein und wurden ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt. Wer auf eine Röhrenausgangsstufe verzichten kann, bekommt einen Advance-Paris-CD-Spieler auch schon für 590 Euro in Form des X-cd7. Dessen Ausstattung ist identisch bis hin zum D/A-Wandler. Er lag uns für einen Klangvergleich nicht vor, aber Ihr Händler kann da eventuell aushelfen. Die Optik ist dezent gelöst und doch ein Hingucker, sodass der CD-Spieler angenehm unprätentiös auftritt. 43 Zentimeter breit ist er und 26 tief bei einer Höhe von 7,3 Zentimeter. Auf der Front gibt es neben dem Powerschalter fünf Bedienelemente und einen USB-Eingang, der, und das ist meine einzige Kritik an der Optik, hinter einem einfachen Gummistopfen versteckt ist. Ich würde den Stopfen nicht benutzen, dann sieht es besser aus, oder eine hochwertigere Alternative suchen.
CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 4
Sogar XLR-Ausgänge bietet der ACD APEX, eine feine Sache
Die Rückseite bietet neben einem harten Netzschalter analoge Ausgänge in XLR- und Cinch-Ausführung sowie zwei digitale Ausgänge (optisch und elektrisch). Das ist auch gut, wenn man den Klang später noch verbessern möchte, etwas weil nach ein paar Jahren der Wunsch aufkommt, besseren Klang zu haben, ohne das Gerät tauschen zu müssen. Dann ist das eine sehr schöne Sache. Da jedoch die Röhren in der Ausgangsstufe werkeln, fallen sie bei der rein digitalen Ausgabe des Signals klanglich nicht ins Gewicht.

Verarbeitung


Nun, in Sachen Verarbeitung bleibt der kleine Spieler ein klein wenig hinter meinen Erwartungen zurück. Das liegt nicht am Gehäuse oder der Frontplatte aus Kunststoff, sondern an der dünnen CD-Schublade. Aufgrund ihrer geringen Stärke wackelt sie ein wenig, wenn man sie bewegt. Auch fährt sie nicht so weit raus, dass die Auflagefläche der CD komplett frei liegt. Man muss die CD also immer etwas angewinkelt einlegen. Die ausgefahrene Lade wird nach ein paar Sekunden automatisch wieder eingefahren, auch die CD-Wiedergabe startet automatisch nach Schließen der Klappe und Einlesen der CD. Hier, wie auch beim Titelwechsel und -sprung, ist der Player angenehm flott.

Technik


Der eingebaute Digital-Analog-Wandler stammt von Wolfson und trägt die Bezeichnung WM8761. Er kann Dateien bis 192 kHz/24 Bit verarbeiten. Die hohe Auflösung kommt aber auch dann nicht ins Spiel, wenn man einen USB-Datenträger am ACD APEX anschließt. Denn das Gerät verarbeitet die Dateiformate MP3, FLAC und WMA (Windows Media Audio) nur bis hin zur CD-Qualität von 44 kHz/16 Bit.

CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 3
Ein richtiger Ringkerntrafo und ein ordentliches Laufwerk, insgesamt ein sehr sauberer Aufbau
Die Bedienungsanleitung ergänzt noch „Er ist nicht für die Verwaltung einer großen Bibliothek konzipiert. Titel werden in alphabetischer Reihenfolge abgespielt. Es gibt keine Ordnerverwaltung.“ Eigentlich klar, dass sich ein USB-Eingang an einem CD-Spieler nicht an Menschen wendet, die eine riesige Musiksammlung von Festplatte abspielen wollen. Um mal eben ein digital vorliegendes Album auf unkomplizierte Art zu hören, ist das aber natürlich praktisch. Das Netzteil bietet einen richtigen Ringkerntrafo, der so platziert ist, dass er die Signale nicht stören kann. Sowas ist eine feine Sache, trägt aber natürlich zum Preis bei.

Bedienung



Die Handhabung ist selbsterklärend. Neben den Tasten am Gerät kann auch die beiliegende Fernbedienung genutzt werden, mit der man auch die wunderbaren APEX-Verstärker von Advance Paris steuern kann. Wir bekamen zuerst noch ein Update vom Hersteller, die findet man auch auf der Hersteller-Website. Die Datei habe ich auf einen USB-Stick übertragen und dann bei ausgeschaltetem Gerät eingestöpselt. Nach dem Einschalten drückt man Play/Pause und Stopp zeitgleich, um das Update anzustoßen, das nach einer Minute abgeschlossen war.

A10 APEX


CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 9
Der A10 APEX ist ein Traum von einem Verstärker. Komplette Ausstattung trifft auf reichlich Leistung trifft auf cooles Design
CD-Player Advance Paris ACD APEX im Test, Bild 10
Als Mitspieler haben wir den von uns in Ausgabe 2/26 getesteten A10 APEX von Advance Paris zur Hand genommen, der Stand noch bereit. Wer den Test nicht gelesen hat, hier eine kurze Zusammenfassung: Der üppig ausgestattete Verstärker liefert 125 Watt an acht und 194 Watt an vier Ohm, ist also schon ziemlich kraftvoll unterwegs. Der knapp 13 Kilogramm schwere Amp hat eine sehr gute MM-Phonovorstufe eingebaut, was ich persönlich mag, denn es spart, wenn man nicht zwingend eine externe Lösung oder MC-Betrieb möchte, zwei Kabel und ein Gerät. Klanglich ist der A10 APEX echt stark. Das liegt nicht zuletzt an der Hybrid-Technik: In der Vorstufe sitzen zwei Röhren vom Typ ECC81, die erfolgreich verhindern, dass der Amp zu nüchtern spielt. Er liefert vielmehr ein hohes Maß an Natürlichkeit kombiniert mit einer gehörigen Portion Kontrolle; ein Klangbild, das mir gut schmeckt. Zusätzlich hat er eine High-Bias-Schaltung, die den A10 zum Class-A-Amp macht. Das bewirkt keinen riesigen Unterschied, sorgt aber doch für eine noch bessere Tiefenstaffelung und damit eine überzeugendere Räumlichkeit. Nicht zuletzt mag ich die optische Sprache von Advance Paris beim A10 APEX sehr, hier ist eine gelungene Kombination aus Tradition und Moderne entstanden. Klar, wir haben auch teurere Amps rumstehen und viele davon mag ich sehr (und meistens nutze ich einen Symphonic Line). Aber ich könnte mit dem A10 als Dauerleihgabe (die er nicht ist) sehr gut leben und arbeiten. Er ist neutral und dynamisch und gar nicht so leicht unter Druck zu setzen. Darüber hinaus ist er herrlich (und übertrieben) anschlussfreudig.

30 Jahre


Auch der A10 ist ein Produkt anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Marke. Mit dem A10 im Rack war es eine große Freude, in den Hörtest zu starten. Als Mitbewerber nahm der Block Audio Elements CD im Rack Platz, der mit 599 Euro für deutlich weniger Geld zu haben ist. Dafür bietet er aber schon ein Vollaluminium-Gehäuse, das echt was her macht. Für die Schallwandlung nutzte ich im Hörtest die Neuron Acoustic Trivion (4/26), die wir bald wieder abgeben müssen, und die Manger p2, die nun eine längere Zeit im Hörraum bleiben wird, und die ich auch schon für dieses Magazin testen durfte (3/25). Das ist ebenfalls ein (für mich) perfekter Lautsprecher, der insbesondere mit Durchhörbarkeit und exzellenter Raumabbildung begeistert. Ich handle mal eben den Unterschied zwischen den beiden CD-Spielern ab, dann ist das aus dem Weg. Der APEX liefert in der Tat das, was man klischeehaft von Röhren erwartet: einen Schuss Wärme. Aber nur einen kleinen. Das sorgte für sehr natürlich wirkende Stimmen und brachte eine leichte, angenehme Milde in die Musik, was besonders auffiel bei Alice Coopers „School’s Out“ in der CD-Version von Audio Fidelity. Da ich die CD zweimal habe, musste ich immer nur den Eingang am Verstärker wechseln (und beim APEX zweimal auf leiser tippen respektive beim Block zweimal auf lauter), schon konnte ich vergleichen. Da der APEX zudem Instrumenten einen größeren Körper verleiht, ist er für mich der bessere Spieler.

Hörtest


Der Solo-Hörtest begann dann mit Éric Serras tollem Soundtrack zum 17. James-Bond-Film „Goldeneye“. Der französische Komponist und Multiinstrumentalist hat unter anderem alle Filme von Luc Besson mit Musik unterlegt (unter anderem Subway, Im Rausch der Tiefe, Leon, Das fünfte Element) und die Ergebnisse sind immer super. Sein Goldeneye-Score steht ungerechter Weise etwas im Schatten des von Bono und The Edge geschriebenen und von Tina Turner gesungenen Titellieds, aber um das geht es hier nicht. Dennoch sei erwähnt, dass wie auf dem gesamten Soundtrack auch hier recht tiefe Bässe vorkommen und die Advance-Kombi es gut schaffte, Turners Stimme in den Strophen aus dem Mix zu schälen. In der „The Golden Eye Overture“ gibt es gleich nach ein paar Sekunden und dann wiederkehrend einen ikonischen Soundeffekt, eine Art Gong namens „Ice Missile“. Der stammt vom Sound Modul „Procussion“ vom Hersteller Emu. Überhaupt klingt der Score durch seine Instrumentierung und den Einsatz von Synthesizern anders als alle anderen Bond-Scores – und gilt als einer der besten. Die CD (und die Kassette übrigens auch) klingt super, was der APEX auch deutlich macht. Er verschluckte auch feinste Details nicht, schaffte es immer, strukturiert zu klingen und erlaubte sich schlicht keine Patzer. In „The Scale To Hell“ begeisterte der echt klingende, tiefe E-Bass, die räumlichen Spielereien lieferte die Advance-Kombi den Manger-Boxen so sauber, dass diese daraus einen waren Genuss machen konnte. Ein rundum cooler Soundtrack, hören Sie mal rein. Bei Soul Asylums „Bitter Pill“ vom Album „and the horse they rode in on“ sorgte der Advance Paris ACD APEX für Durchhörbarkeit und ließ dem punkigen Rocksong seine Ruppigkeit, polierte und schönte nicht. Das machte richtig Bock, insbesondere da der E-Bass auch so schön rauszuhören war.

Fazit

Der Advance Paris ACD APEX ist zwar kein Schnäppchen, aber ein attraktiver, sehr gut ausgestatteter CD-Spieler mit sehr gutem Klang, unkomplizierter Bedienung und sauberer Verarbeitung. Zudem hat er eine schöne Klangsignatur, die auf Natürlichkeit, Körper und einen Hauch Wärme setzt.

Kategorie: CD-Player

Produkt: Advance Paris ACD APEX

Preis: um 890 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


10/2026
5.0 von 5 Sternen

Spitzenklasse
Advance Paris ACD APEX

10/2026

Advance Paris ACD APEX
KLANGTIPP
 
Bewertung 
Klang 70%

5 von 5 Sternen

Labor 15%

5 von 5 Sternen

Praxis 15%

4 von 5 Sternen

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb: Vertrieb ITR, Essen 
Telefon:
Internet advance-paris.de 
Ausstattung:
Ausführungen Schwarz 
Abmessungen (B x H x T in mm) 430/260/720 
Gewicht (in Kg) 4.1 
Anschlüsse analog: XLR
Cinch
digital: optisch und elektrisch 
Garantie 2 
+ sauberer, räumlicher Klang 
+ gute Ausstattung mit XLRAusgang, USB-Eingang und Digitalausgängen 
+ attraktive Optik 
+/- -CD-Schublade etwas wacklig, könnte zudem weiter rausfahren 
Klasse Spitzenklasse 
Preis/Leistung sehr gut 
Neu im Shop

ePaper Jahres-Archive, z.B. Heimkino

ePaper Jahres-Archive, z.B. Heimkino
>> mehr erfahren
Alexander Rose-Fehling
Autor Alexander Rose-Fehling
Kontakt E-Mail
Datum 12.10.2026, 16:52 Uhr
712_24951_2
Topthema: Klassische Zweiwege-Standbox mit historischen Wurzeln
Klassische_Zweiwege-Standbox_mit_historischen_Wurzeln_1784893339.jpg
Rückkehr der Legende

Vor gut 40 Jahren erblickte der Bausatz „Monitor 1“ der Firma Hifi Sound das Licht der Welt. Wir haben den Bausatz wieder aufleben zu lassen.

>> Mehr erfahren
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (englisch, PDF, 7.69 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (, PDF, 6.68 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (englisch, PDF, 12.29 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (, PDF, 6.04 MB)
kostenloses Probeexemplar Cover Probeexemplar
Jetzt laden (, PDF, 12.9 MB)
Interessante Links:
  • www.digitalhome-magazin.de
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • www.lp-magazin.de
  • hifitest.shop
Allgemeine Händlersuche
Landkarte PLZ0 PLZ1 PLZ2 PLZ3 PLZ4 PLZ5 PLZ6 PLZ7 PLZ8 PLZ9

Klicken Sie auf Ihre PLZ oder wählen Sie ein Land

Händler des Tages

Musik&Akustik