Kategorie: CD-Player

Einzeltest: EAR Acute Classic


CD-Player für Kopf-Hörer

CD-Player EAR Acute Classic im Test, Bild 1
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Auch wenn die Audio-CD als Musikträger auf der einen Seite Konkurrenz von digitalen Musik-Downloads und Streamingdiensten bekommt und auf der anderen Seite die analoge Schallplatte ein Comeback feiert – die CD ist aktuell immer noch der mit Abstand verbreitetste Tonträger. Da ist der Acute Classic von EAR Yoshino genau das richtige Gerät.

Eigentlich ist ein CD-Player mit Kopfhörerausgang nichts Besonderes. Vor 20 Jahren hatte sowieso jeder CD-Player – und diverse andere HiFi-Geräte – einen eigenen Kopfhörerausgang. Und auch heute noch findet man auf der Front zahlreicher CD-Player eine Buchse für den 6,3-mm-Klinkenstecker. „Modernere“ Geräte setzen gleich auf CD-Player für Kopf-Hörer 3,5 mm, weil die meisten Kopfhörer für den mobilen Einsatz ausgelegt sind und die kleinere Klinke besitzen. Schaut man aber, wie der Kopfhörer-Ausgang technisch realisiert ist, wird meist das Hochpegelsignal der Line-Ausgänge über eine Lautstärkeregelung an der Kopfhörerbuchse ausgegeben.
CD-Player EAR Acute Classic im Test, Bild 2CD-Player EAR Acute Classic im Test, Bild 3CD-Player EAR Acute Classic im Test, Bild 4
Das ist insofern schlecht, als dass das zur Lautstärkeregelung notwendige Poti an dieser Stelle schon keine gute Idee ist; darüber hinaus ist ein Line-Ausgang für einen hohen Anschlusswiderstand ausgelegt. Er soll ja Signalspannung liefern, aber in der Regel keinen Strom, um einen modernen, niederohmigen Kopfhörer souverän anzusteuern. Hersteller, die die Sache mit dem Kopfhöreranschluss halbwegs ernst nehmen, bauen deshalb einen separaten Kopfhörerverstärker ein – meist in Form eines nicht einmal fingernagelgroßen Operationsverstärkers.


Ausstattung

Das sieht beim Acute Classic komplett anders aus. Bei dem neuen CD-Player aus der Firma des High-End Gurus und Studioprofis Tim de Paravicini nimmt der Ausgangsverstärker ein Drittel des gar nicht kleinen Gehäuses ein. Wie bei EAR Yoshino zu erwarten, handelt es sich um eine Röhrenschaltung, in der zwei Doppeltrioden vom Typ ECC88 zusammen mit zwei Ausgangsübertragern von beachtlichen Abmessungen arbeiten. Sie kann Kopfhörer mit einer Impedanz zwischen 16 und 100 Ohm treiben. Auch wer den Acute Classic als DAC oder CD-Player an einen Vollverstärker anschließen oder ihn als digitale Vorstufe benutzen will (dazu gleich mehr), kommt in den Genuss allerfeinster Technik. So setzt de Paravicini zum Symmetrieren der Signale für die symmetrischen Ausgänge ebenfalls Übertrager ein – für viele der Königsweg, den nur noch wenige Hersteller beschreiten, weil kleine ICs das Ganze viel preiswerter erledigen. Auch die Digitalabteilung ist vom Feinsten. Hier setzt EAR Yoshino einen Wolfson WM8741 ein, der nicht nur die 16-Bit-/44,1-kHz-PCM-Daten der Audio-CD in analoge Signale umwandelt sondern Daten bis zu einer Auflösung von 24 Bit/192 kHz verarbeitet. Passende digitale Signale nimmt er via USB 2.0 und koaxial als S/PDIF über eine Cinchbuchse entgegen; optisch steht ein Toslink-Anschluss (bis 96 kHz) zur Verfügung. Aufgrund der digitalen Eingänge kann man den Acute Classic auch prima als hochwertigen DAC nutzen, und da man die Lautstärke des Ausgangssignals mithilfe des großen Drehreglers auf der Front einstellen kann, lässt er sich nicht nur als Kopfhörerverstärker, sondern auch als digitale Vorstufe nutzen. Das Gerät ist mit schwarzer oder verchromter Front lieferbar, zum Lieferumfang gehört eine Fernbedienung.

Klang

Im Rahmen dieses Tests habe ich den EAR Yoshino Acute Classic ausschließlich mit Kopfhörern gehört. Da der Kopfhörerausgang – für Röhrenkopfhörerverstärker untypisch – bis zu einer unteren Grenze von 16 Ohm spezifi ziert ist, habe ich hemmungslos auf die Magnetostaten im Heft zurückgegriffen. Und an exzellenten Kopfhörern läuft der Acute Classic zu Höchstform auf. Er liefert ein weiträumiges, transparentes Klangbild, das Musik unglaublich detailreich und feindynamisch sauber abgestuft abbildet. Das ist großes Kino. Dabei verleugnet er nicht, dass er ein Röhrengerät ist und präsentiert wunderbare Klangfarben und eben dieses Flair, diese Luftigkeit, Leichtigkeit, die nichts mit „Sound“ zu tun hat und die den Klang wirklich guter Röhrengeräte auszeichnet. Grobdynamisch hat er ordentliche Reserven, wobei er mit einem HiFiMan HE1000 V2 mit seinem sehr niedrigen Wirkungsgrad noch zurechtkommt, noch leisere Kopfhörer würde ich aber nicht empfehlen. Der Vertrieb hat unserem Testgerät noch zwei NOS Röhren vom Typ Mullard E88CC beigelegt und empfahl, diese probehalber gegen die serienmäßigen ECC88 auszutauschen. Insgesamt wurde das Klangbild einen Hauch konkreter, Töne gewannen eine Nuance Kontur – da geht noch was. Insofern ist der Acute Classic auch eine schöne Spielwiese fürs Tube Rolling.

Fazit

Der EAR Yoshino Acute Classic ist ein herausragend klingender CD-Player/DAC/digitaler Vorverstärker und für alle Kopfhörer-Fans eine exzellent klingende Universallösung für den Musikgenuss von CD oder anderen digitalen Quellen.

Kategorie: CD-Player

Produkt: EAR Acute Classic

Preis: um 5000 Euro


10/2017
4.0 von 5 Sternen

Referenzklasse
EAR Acute Classic

Bewertung 
Klang 70%

Ausstattung 15%

Bedienung 15%

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 5.000 Euro 
Vertrieb: Exotic Audio, Kopenhagen, DK 
Internet: www.ear-yoshino.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 435/65/285 
Gewicht:
Ausführungen: Front Chrom oder schwarz 
geeignet für: HiFi, High End 
Ausstattung: Lautstärkeregelung, Fernbedienung 
Anschlüsse:
Eingänge digital: USB B, Cinch (S/PDIF), Toslink 
Ausgänge: symmetrisch XLR, asymmetrisch Cinch; Kopfhörerausgang 6,3-mm-Stereobuchse 
Klasse Referenzklasse 
Preis/Leistung gut - sehr gut 
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Dr. Martin Mertens
Autor Dr. Martin Mertens
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Datum 09.10.2017, 09:54 Uhr
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