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Kategorie: Endstufen

Einzeltest: Linnenberg Liszt


German Engineering

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So was sehen wir gerne: Eines der spannendsten Endverstärkerkonzepte seit Langem kommt aus der Nachbarschaft im Ruhrgebiet

Den ersten Kontakt mit HiFi-Komponenten von Ivo Linnenberg hatte ich … verdammt, das muss 20 Jahre her sein. Denken Sie sich an dieser Stelle ein paar salbungsvolle Worte übers Älterwerden des Verfassers dieser Zeilen, aber darum geht‘s nicht. Sondern darum, dass der Ingenieur aus Schwerte unweit von Dortmund ein alter Hase im Geschäft ist, dessen Produkte über die Jahre mal mehr, mal weniger im Verborgenen geblüht haben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt zeigt sich die Linnenberg-Produktpalette extrem reduziert: Es gibt den in Digitalhörerkreisen einen Ruf wie Donnerhall genießenden D/A-Wandler Telemann, der ständig ausverkauft ist – der Fluch einerseits des Erfolges, andererseits der minimalen Betriebsgröße. Produkt Numero zwei steht vor uns, es handelt sich um ein Paar Halbleiter-Monoendstufen namens „Liszt“, die für 8.000 Euro pro Paar zu erstehen sind. Das ist alles. Nix mit Phono, aber das kann Ivo Linnenberg, daran kann ich mich dunkel erinnern, und es würde mich nicht wundern, wenn da mal wieder was käme. Eine zum durchaus ungewöhnlichen Design der Endstufen passende Vorstufe gibt‘s auch nicht, der Job ist dem ebenfalls sehr reduziert auftretenden Telemann angedacht, der hat nämlich auch eine Lautstärkeregelung.

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Dessen analoge Cinchausgänge lassen sich übrigens zu Eingängen umrüsten, so dass man eine Phonovorstufe einstöpseln könnte – nur mal so als Tipp. Bei den nach dem bekannten ungarischen Multitalent (Franz Liszt war weit mehr als ein Komponist) benannten Verstärkern handelt es sich um vollsymmetrisch aufgebaute Endstufen mit Lateral-MosFets. Die Symmetrie ist in diesem Falle so konsequent wie nur möglich realisiert, hier gibt‘s echte Brückenverstärker. Will sagen: In jedem der aus Aluminiumhalbschalen aufgebauten Gehäuse stecken zwei komplette, gegenphasig arbeitende Verstärker, der Lautsprecher wird zwischen die beiden „heißen“ Ausgänge der Verstärkerzüge geklemmt. Lateral-MosFets? Wasndasdenn? Tatsächlich verfügten bereits die ersten in Audioverstärkern sinnvoll einsetzbaren MosFet-Transistoren aus den späten Siebzigerjahren über solche „lateralen“ Strukturen. Bei ihnen fließen die Ströme in der Ebene des Halbleiterchips, also gewissermaßen horizontal. Hersteller Hitachi löste damit seinerzeit den MosFet-Boom im Verstärkerbau aus, heute sind die Oldies – wie so oft – in zunehmendem Maße gesucht. In den Achtzigern kam International Rectifier dann mit Vertikal-MosFets, bei denen der Strom senkrecht durch den Chip fließt.

Preis: um 8000 Euro

Linnenberg Liszt


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