Kategorie: Hifi sonstiges

High-End Netzfilter · Keces IQRP-1500 / IQRP-800


Das Netz macht die Musik

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Man könnte auch sagen, der Strom macht die Musik. Diese Überzeugung ist inzwischen Mainstream und der taiwanesische Hersteller Keces Audio hat dazu sehr eigene Vorstellungen.

Die Firma  


Interessierten Musikhörern dürfte der Name Keces schon begegnet sein. Die taiwanesische Firma hat sich vor allem durch Linearnetzteile für unterschiedliche Anwendungen einen Namen gemacht. Ihr Programm umfasst inzwischen Phono-, Vor- oder Endstufen und edle Trenntrafos. Wenn ich Ihnen jetzt ausbuchstabiere, was sich hinter dem Akronym Keces verbirgt, laufe ich Gefahr, Sie zu langweilen und das möchte ich nicht. Deshalb: Keces hat viel Erfahrung und Expertise, ist ursprünglich Trafohersteller und als solcher auch als OEM-Lieferant für viele andere Firmen tätig. Doch wozu braucht man eigentlich Netzfilter, Stromreiniger oder wie auch immer man die nennen möchte?   

Demografie und Strom

 
Man kann durchaus den Standpunkt einnehmen, dass der Strom die Musik macht, zumindest ist er einer der Hauptverantwortlichen für gute Musikwiedergabe. Und der Strom kommt erst einmal aus dem Netz an unseren Steckdosen an.

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Alles, was also hinter unsere Dosen geschieht, nimmt Einfluss auf die Wiedergabe und sollte in erster Linie stabil sein. Was das genau bedeutet, will ich kurz beleuchten. Die Menschheit wächst und gerade in den Städten wird die Besiedlung immer dichter. Also steigt der Konsum massiv an, die Technologien für die Bedürfnisse der Menschen werden immer komplexer und der Energiebedarf wächst ins Unermessliche. Nur sind unsere Stromleitungen für diesen Bedarf nicht ausgelegt. Die Qualität des Stroms, den wir gerne als reinen Sinus für unsere audiophilen Zwecke abzapfen möchten, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Damit wird deutlich, dass die mehr oder weniger hohen Investitionen in High-End- Komponenten eine weitere, grundlegende Ausgabe unverzichtbar machen. Oder fahren Sie Ihr Oberklasse-Auto mit Schnäppchenreifen und verwenden zum Essen gepanschtes Olivenöl aus einer unsicheren Quelle? Wohl kaum. Echtem Musikgenuss steht also der Hindernislauf des Stroms über lange Strecken sowie der Umstand im Weg, dass sich alle Verbraucher aus demselben Stromnetz speisen.   

Pragmatisch

 
Kürzlich habe ich mich darüber gewundert, dass mein Lieblingstee im Büro einfach nicht so schmeckte. Und das, obwohl ich „gutes“ Wasser gekauft und nicht das kalkhaltige aus dem Hahn gezapft habe. Aber der Tee konnte sein Aroma einfach nicht entfalten. Später am selben Tag las ich dann einen Artikel über Wasserfilter, der mit dem Statement begann: „Der Geschmack von Kaffee oder Tee steht und fällt zu 80 % mit der Wasserqualität.“ Das kann man grob auch auf die Stromqualität übertragen. Was machen nun solche Netzfi lter? Sie sind im Unterschied zu Generatoren, die eine eigene Sinuswelle erzeugen, dafür da, den Netzstrom aufzubereiten. Dafür kann die Netzspannung stabilisiert, können Fehlströme, Interferenzen und Einstreuungen herausgefiltert werden.   

Aufbau

 
Beide Keces Geräte leben von ihrem sehr großen, eigens entwickelten und gebauten Ringkerntransformator mit zwei getrennten und voneinander isolierten Wicklungen, die gegenläufig verschaltet sind.

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Erwischt – das sind nicht die Anschlüsse für deutsche Stecker sondern die für die massiven britischen. So oder so bietet Keces für sämtliche Einsatzzwecke die passenden Dosen an
So will man eine sehr hohe Stör- und eine perfekte Gleichspannungsunterdrückung erreichen. Der IQRP- 1500 verfügt über insgesamt sechs hochwertige Schukodosen, die auch von Keces hergestellt werden. Die Dosen sind in zwei Bereiche unterteilt. Die sogenannte „Zone I“ stellt zwei Normalstromausgänge zur Verfügung, die eine maximale Leistung von 300 VA bieten. Hier könnte man zum Beispiel analoge Geräte wie einen Plattenspieler und eine Phonostufe anschließen. „Zone II“ hat dann salopp gesagt mehr Saft mit insgesamt vier bzw. zwei Hochstromausgängen und maximal 1.200VA. Hier könnte man die digitalen Zuspieler und seine Verstärker anschließen. Allerdings kann es mit getrenntem Streamer, DAC, Vorstufe und Monoendstufen dort schon ein wenig eng werden. Dafür gibt es im Keces-Programm aber noch den IQRP-3600 mit ganzen acht Steckplätzen. Hier lohnt es sich auch, im Rahmen der Versorgungsleistung, mit den Positionierungen zu experimentieren und genau hin zu hören. Der Kleine IQRP-800 macht grundsätzlich dasselbe, hat aber keine Anzeige, die ohnehin nicht so sinnvoll ist, da sie nur den Ist-Zustand des Netzes anzeigt und ihn nicht, wie das Generatoren tun, verändern kann. Hier gibt es jeweils zwei Dosen pro „Zone“ und zwei Wicklungen vom ebenfalls massiven Ringkerntrafo mit 200 und 600VA. Hier kann man also nicht die ganz großen Brummer anschließen, doch für eine zivile Anlage mit Vollverstärker, Plattenspieler, Streamer und DAC reicht es.   

Anders machen

 
Trenntrafos gibt es viele. Nicht alle arbeiten so gut wie die von Keces. So gab und gibt es immer wieder Kandidaten, die Störungen vielleicht herausfiltern können, das aber auf Kosten der Dynamik tun. Sie wirken klanglich wie eine Bremse, was bei den Keces Geräten überhaupt nicht der Fall ist. Keces nimmt auch die Sicherheit sehr ernst, denn beide Netzfilter verfügen sowohl über einen Unter- wie auch einen Überspannungsschutz. Auf der Rückseite ist eine Sicherung eingebaut, die man per Schalter zurücksetzen kann und die als Schutzschalter gegen Überhitzung und Überlast fungiert. Sehr gut mitgedacht haben die Taiwanesen hier, denn viele Konkurrenten bieten diese Funktion nicht. Schließlich kommt noch ein Feature hinzu, dass die Geister scheidet, aber das macht ja nichts.

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Trafos, gerade solch massive Exemplare wie hier, können brummen. Auch dafür hat Keces mit hauseigenen Entkopplungsfüßen vorgesorgt
Es ist ein Quantum Resonance- und Schumanngenerator integriert. Wie bitte werden Sie vielleicht fragen? Was hat das denn in eher nüchternen Geräten wie diesen zu suchen? Nun, dafür machen wir einen kleinen Ausflug in einen Bereich, der manchen Angst macht, weil er sich vielleicht als nicht so griffig, konkret gesagt, messbar erweist und eine gewisse Offenheit und Feinfühligkeit beim Nutzer voraussetzt. Am Ende sollte aber einzig und alleine zählen, was klanglich umgesetzt wird. Ich spreche von den „Isolated Quantum Resonance Power Conditionern“ – was für eine Wortkaskade. Das sind sogenannte Schumann-Generatoren, die eine Resonanzfrequenz von 7,83 Hertz aufweisen. Entdeckt hat diese Resonanzfrequenz der Physiker Otto Schumann. Nach seinen auch 1960 experimentell nachgewiesenen Untersuchungen ist die Ionosphäre, ihrerseits Teil der Erdatmosphäre, ein Hohlraumresonator, in dem sich stehende, elektromagnetische Wellen bilden, die eben eine bestimmte Resonanzfrequenz haben. Die stärkste liegt bei eben diesen 7,83 Hertz. Der in die Keces-Geräte eingebaute Schumanngenerator soll die interne Schwingung der Geräte mit dieser Schumannfrequenz entsprechend harmonisieren. Das soll für einen natürlich getakteten und dadurch kohärenten Wohlklang sorgen, basierend auf dieser erfreulich niedrigen Resonanzfrequenz. Glauben heißt nicht wissen, Sie müssen also nicht daran glauben. Verstehen Sie das als Zugabe und hören Sie hin. Das Gehäuse soll gegen die Einstrahlung von anderen Geräten und gegen EMF geschützt sein, das müsste man mit Spezialequipment messen, bis dahin glauben wir das dank des tatsächlichen absolut störungsarmen Betriebs. Zudem spendiert Keces den Filtern aufwändige, eigens entwickelte Entkopplungsfüße, die einen sehr guten Job machen.  

Praxis  


Die Keces Netzfilter habe ich ausgepackt, angeschlossen und mit diversen Komponenten aus unserem Testalltag im Hörraum verbunden. Darunter einem Vincent SV-228 Vollverstärker, einer Musical Fidelity Nu-Vista-Vinyl Phonovorstufe und einem Transrotor Massimo Nero Plattenspieler. Man muss keine hörtechnischen Salti machen, um den augenblicklichen Effekt dieser Geräte festzustellen. Der Klang wird sofort durchsichtiger, entschlackter, feiner, ruhiger und entspannter. Auf David Friedmans Überalbum „Tambour“ höre ich plötzlich das so wunderbar wattige Auftreffen seiner Klöppel auf den Metallplatten des Vibrafons in einer packenden Dreidimensionalität, die zuvor nicht da war. Und dann tönt der Bass locker eine Oktave tiefer, farbig und wunderschön ausgeprägt. Und so geht es immer weiter, bis ich zu einem klaren Fazit komme. Und wenn man sich unsicher ist, sollte man einfach wieder ohne den Netzfilter hören. Ich bin mir sicher, dass dieses Experiment nur von sehr kurzer Dauer ist. Meiner Erfahrung nach geht es nicht mehr ohne.

Fazit

Mit einem Keces Netzfilter bekommt man auch eine neue Anlage frei Haus geliefert. Bevor Sie also Komponenten Ihrer Anlage austauschen, probieren Sie unbedingt einen aus.

Kategorie: Hifi sonstiges

Produkt: Keces IQRP-1500 / IQRP-800

Preis: um 2400 Euro / ca. 1.200 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


1/2024
5.0 von 5 Sternen

Referenzklasse
Keces IQRP-1500 / IQRP-800

1/2024

Keces IQRP-1500 / IQRP-800
PRAXIS-TIPP
Bewertung 
Labor 50%

Praxis 50%

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie High-End Netzfilter 
Vertrieb Robert Ross Audiophile Produkte, Denkendorf 
Telefon 08466 / 90 50 30 
Internet www.robertross.de 
Ausstattung
Ausführungen Silber, Schwarz 
Abmessungen (B x H x T) 300 × 279 × 143 / 300 × 279 × 76 
Gewicht (in kg) 14,5 kg / 7,8 kg 
Leistung: 300 und 1200 VA / 200 und 600 VA 
* Integrierter Schumann-Generator 
* Rücksetzbare Sicherung 
* Unter- und Überspannungsschutz integriert 
* Abgeschirmtes Aluminiumgehäuse 
Garantie (in Jahre)
Anschlüsse
* 6 Schuko Steckdosen 
* 2 x digital + 4 x analog / 4 Schuko Steckdosen 
* 2 x digital + 2 x analog 
kurz und knapp
+ narrensichere Bedienung 
+ sinnvolles 2-Zonen-Konzept 
+/- + extrem wirkungsvoll 
Klasse Referenzklasse 
Preis/Leistung sehr gut 
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Christian Bayer
Autor Christian Bayer
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Datum 20.01.2024, 09:54 Uhr
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