Kategorie: In-Car-Lautsprecher 10cm, In-Car-Lautsprecher 13cm, In-Car-Lautsprecher 16cm

Serientest: German Maestro SV 4009, German Maestro SV 5009, German Maestro SV 6509


Sphärenklänge

Car-HiFi-Lautsprecher 10cm German Maestro SV 4009, German Maestro SV 5009, German Maestro SV 6509 im Test , Bild 1
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Nach dem sehr erfreulichen Erstlingstest der Concept-Line in Ausgabe 5/2008 legt German Maestro nun die frisch überarbeiteten Top-Speaker der Status-Line vor. Sehr spannend!

Ich muss zugeben, ich teste sehr gerne Lautsprecher aus Obrigheim. Das liegt auch daran, dass es so tolle Informationen über jedes erdenkliche Detail aus erster Hand gibt. Man kennt bei German Maestro seine Lautsprecher, denn man entwickelt und baut nahezu alle Einzelteile höchstselbst im eigenen Haus, nämlich in den ehrwürdigen Hallen der ehemaligen MB Quart GmbH. Die Status-Line ist, nach dem Renommierprodukt M-Line, die Spitzenserie von German Maestro. Klar, dass man dann gespannt ist, wie sich die Edelteile im Test schlagen werden. Zur Verfügung steht das Dreiergespann aus 10er-, 13er- und 16er-Kompo, das nun näher untersucht wird, des Weiteren ist ein 16er-Woofersatz im Angebot, mit dem sich Doppelkompos oder mit dem 10er-Set ein Dreiwegesystem bauen lassen, wozu auch passende Weichen mitgeliefert werden können.

Tieftöner


Die drei Tieftöner zeigen typische Features, wie Membranen, die traditionell aus Polypropylen hergestellt werden, einem in Reinform ziemlich weichen Kunststoff, dem spezielle Füllstoffe beigemischt werden, um die mechanischen (und damit natürlich auch die akustischen) Eigenschaften gezielt zu optimieren. Die carbonfaserverstärkten Spritzgusskörbe sind beachtlich stabil, schön resonanzdämpfend und beeinflussen keine Magnetfelder, was im Lautsprecherbau sicher begrüßenswert ist.

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Polkernbohrungen gibt es auch und das ist nicht selbstverständlich: Bei der Verwendung von Phase-Plugs wird die Bohrung normalerweise von den Phase-Plugs verschlossen. Hier nicht, denn die Bauteile sind hohl und haben konsequenterweise auch Belüftungsöffnungen – sehr schön!

Weichen


Die Frequenzweichen stecken in edlen Gehäusen mit einer Chromseite und einer transparenten Seite, die sich mit dem beiligenden Zubehör stehend oder liegend montieren lassen. Bestückt sind sie recht sparsam, das heißt, es sind (neben den Pegelwiderständen) nur die zur Filterung zweiter Ordnung wirklich nötigen Bauteile vorhanden. Die Weichen des 13er- Systems und des 16ers sind sogar identisch. Das zeugt aber nicht von mangelnder Sorgfalt, sondern eher vom Gegenteil. Wenn die Tieftöner nahezu perfekt laufen, macht das Winkelzüge auf der Weichenplatine schlicht überflüssig, und die Tatsache, dass 13er und 16er gleiches Verhalten im Mittelton zeigen, würde ich als Indiz für gutmütige und kontrollierte Lautsprecher genauso positiv bewerten wie das sparsame Umgehen mit Bauteilen – oder sollten zusätzliche Bauteile im Signalweg den Klang etwa grundsätzlich verbessern? Das wäre mir neu. Kritisieren kann man allerhöchstens, dass die Bauteile nicht bei highendigen Spezialisten eingekauft werden, sondern es sich um Standardqualität handelt – schließlich sind die Status-Line-Systeme nicht ganz billig. Das bedeutet für den einen Tuningpotenzial, für den anderen reißen’s die erstklassigen Chassis raus.

Hochtöner


Wie alle German-Maestro-Hochtöner der höheren Serien ist auch der Status-Tweeter mit einer Titanmembran in inverser Kalottenform ausgerüstet. Eingefasst ist das hochempfindliche Schmuckstück in eine sehr breite Gummisicke, die im Gegensatz zu ähnlichen Konstruktionen nicht nur als üppige Auflagefläche für die Klebung ans Gehäuse dient, sondern über beinahe ihre komplette Breite die Funktion einer dämpfenden Einspannung hat und damit eher an die Zentrierspinne eines Tieftöners als an eine Hochtönersicke erinnert. Der Antrieb der Membran sieht ebenfalls anders aus als bei gängigen Hochtönern. Statt der Neodymscheibe innerhalb der Schwingspule wird im ST 40 WS genannten Töner ein Neodymring verwendet, wiederum in Analogie zum Aufbau von Tieftönern. Weil die Neodymscheibe im Inneren fehlt, ergibt sich auch ein kleines Koppelvolumen für die Membran, das die Resonanzfrequenz auf 1,2 kHz drückt, wie ich nach dem Einspielen gemessen habe. In diesem Zusammenhang sei das im Lieferzustand offene M5-Gewinde auf der Rückseite erwähnt, das nur der Befestigung dient und zum Betrieb unbedingt verschlossen gehört. So weit so gut – das eigentlich Besondere an diesem Chassis ist jedoch seine Abstrahlcharakteristik, die über weite Abhörwinkel ziemlich nah am Verhalten auf Achse bleibt. Darauf ist das Maestro-Team besonders stolz, denn hier liegt der Schlüssel zum Raumklang der Status-Line. Erreicht wird dieser Effekt durch das spezielle Prägeverfahren der Membrankalotte, durch welches Form und Materialstreckung genau richtig austariert werden. Dieses Verfahren wird bereits über Jahre perfektioniert. Früher hieß es „Wide-Sphere“ von MB Quart, heute nennt man es „Ultra-Sphere“ von German Maestro – ungeachtet der Markenrechte ist und bleibt es wohl Know-how aus Obrigheim.

Labor


Bei den Messungen entpuppt sich der ST 40 WS-Hochtöner als absolutes Glanzstück. Er läuft bei Messung ohne Weiche ab 1,2 kHz völlig linear und bietet damit beste Voraussetzungen für souveränes, freies Spiel. Das unterstreichen die Verzerrungsmessungen eindrucksvoll, bei denen schon das Ohr einen glasklaren Ton attestiert. Nachdem bei den standardisierten Messungen ab 1 kHz die Klirrkurven förmlich an der Nulllinie klebten, habe ich es mir nicht nehmen lassen, den Guten etwas zu quälen, nämlich mit einer gepfefferten Messung bei knackigen 96 dB/1m. Gut, da müssen alle durch, aber damit’s spannend bleibt, ging die Messung ab 500 Hz. Tja – normale Kalotten hätten gar keinen Nutzschall oder ein mitleiderregendes Krächzen produziert, wenn der (hier nicht vorhandene!) PTC-Hochtonschutz es zulässt. Aber der ST 40 WS wurde kontinuierlich lauter – sonst nichts. Klirr nach wie vor nicht wirklich vorhanden. Zugegeben, da konnten die drei Tieftöner nicht ganz mithalten. Gerade der große 16er quittiert den Rechtsdreh am Lautstärkeregler sogar mit deutlichem K2-Anstieg. Davon sollte sich aber niemand aus der Ruhe bringen lassen, denn der K2 ist ja der „gute Klirr“ und wird vom Ohr als angenehm empfunden.

Klang


Spektakulär wird‘s dann im Hörcheck, dafür sorgen Detailfülle und der schlagartig offene Raumeindruck. Ich erinnere mich sofort an die Hörsitzung mit der Concept-Line, bei der der gleiche Eindruck entstand. Nur dass das hier jetzt auf einem richtig highendigen Niveau stattfindet. Diese Explosivität in den Details, das ist richtig großes Kino! Solche Verdienste des gemeinsamen Hochtöners ziehen sich durch den Klang aller drei Systeme, was zu erwarten war. Aber auch die Stimmwiedergabe von 4009, 5009 und 6509 zeigt eine unverkennbare Familienähnlichkeit. Alle drei schwelgen in lebensnahen Klangfarben und vermitteln Live-Gefühl. Auch Instrumente wie Saxofon kommen sehr echt rüber, mit Körper und Anblasgeräuschen, wie man sich das wünscht. Die größten Unterschiede gibt es naturgemäß bei der Tieftonwiedergabe. Während sich das 6509 mit souveränen, eher weich als staubtrocken rüberkommenden Bässen in Szene setzt, punktet das 13er-System bei Toms und elektronischen Beats mit durchaus knackiger Wiedergabe und deutlicher Grundtonwärme. Liebling des Publikums ist aber im Grunde das kleine 4009, das sehr schön ausgewogen und richtig erwachsen tönt. Es versucht nicht, seine kleine Membranfläche durch Übertreibung im Grundton zu kaschieren, sondern es macht ehrlichen und detailreichen Sound vom Feinsten. Biss hat es dabei auch noch und hält, artgerecht eingesetzt, auch einiges aus. Auch wenn alle drei Systeme mit Sicherheit nicht für Pegeljünger gebaut sind, für Genießer gehören sie in ihrer Preisklasse auf jeden Fall in die engere Wahl.

Fazit

Die 2009er Status-Line hat ein Gesicht, einen akustischen Fingerabdruck, der sie aus der Masse heraushebt. Das könnte dem einen oder anderen Klangliebhaber durchaus gefallen.

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Autor Elmar Michels
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Datum 01.03.2010, 12:02 Uhr
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