Kategorie: Kopfhörer Hifi

Einzeltest: German Maestro GMP 400


Leicht und langzeittauglich

Kopfhörer Hifi German Maestro GMP 400 im Test, Bild 1
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Die Maestro Badenia Akustik & Elektronik,  die unter dem Markennamen German Maestro auftritt, wurde 1962 in Obringheim unter  dem Namen MB Mikrofonbau gegründet. Zwischenzeitlich waren die Badener mit HiFi-Lautsprechern der Marke MB-Quart sehr erfolgreich.  Mit Kopfhörern ist die Firma nun wieder ins  Studio zurückgekehrt. Hier genießen Produkte  wie der GMP 400 höchstes Ansehen.

Die Marke MB-Quart nahm der amerikanische Investor, der MB Quart in den 1990er-Jahren gekauft hatte, 2007 mit, als er die Produktion nach Asien verlegte. Am deutschen Standort setzte man die Arbeit im Auftrag des guten Klanges fortan unter dem neuen Namen fort. Warum ich das hier erzähle? Um zu untermauern, dass German Maestro alles andere ist als eine der zahlreichen, im Rahmen des Lautsprecherbooms der letzten Jahre ins Leben gerufene Eintagsfliege. Maestro Badenia legt großen Wert darauf, dass die Entwicklung und Fertigung am deutschen Firmenstandort erfolgt und man hier auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. 

Ausstattung


Das zu erwähnen scheint in Anbetracht des Over-Ear-Kopfhörers GMP 400 ehrlich gesagt notwendig, den auf den ersten Blick erfüllt er nicht unbedingt die Erwartungen des geneigten audiophilen Publikums. Zumindest nicht, was die Verpackung und die Haptik des Kopfhörers betrifft.

Kopfhörer Hifi German Maestro GMP 400 im Test, Bild 2
Keine mit Samt ausgeschlagene Schmuckschatulle, kein Stoffbeutelchen für die Kabel, ja nicht einmal eine Blister-Verpackung, sondern eine einfache Pappschachtel mit Papp-Innenleben, in der der Kopfhörer geliefert wird. Der Kopfhörer selber kommt ohne x-Fach lackierte Gehäuseschalen aus Exotenholz aus, Lammleder für die Ohrpolster gibt es ebenso wenig wie verchromte Gelenke oder Scharniere. Bei der gesamten mechanischen Konstruktion herrscht Kunststoff vor, der auf den ersten Eindruck nicht einmal besonders hochwertig wirkt. Dafür ist er sehr leicht und extrem robust. Und das ist etwas, worauf es den Profi s im Studio ankommt. Mit gerade einmal 240 g wiegt der GMP 400 für einen großen Over-Ear wirklich wenig. Damit wird er auch bei längeren Hörsessions nicht lästig. Dazu konnte man den Anpressdruck niedrig halten, weil man bei dem geringen Gewicht weniger Halt braucht, damit der Kopfhörer sicher sitzt. Auf Gelenke im üblichen Sinn verzichtet German Maestro beim GMP 400 ganz. Die Befestigung zwischen Kopfbügel und der Aufnahme für die Gehäuse hat horizontal ein wenig Spiel und bietet damit ein gewisses Maß an Beweglichkeit, die Gehäuse selber sind an elastischen Bändern in den Aufnahmen aufgehängt. Insgesamt ergibt sich so eine hervorragende Flexibilität und als nützlicher Nebeneffekt noch eine Entkopplung vom Kopfkügel. Der offen konstruierte Kopfhörer hat eine Impedanz von 300 Ohm und eignet sich damit vornehmlich für den Einsatz an kräftigen Kopfhörerverstärkern. 

Passform


Wie zu erwarten ist die Passform des GMP 400 nahezu perfekt. Lediglich unter den flauschigen Velours-Ohrpolstern könnte für große Ohren noch ein keines bisschen mehr Platz herrschen.

Klang


Mein erster Eindruck war, dass der German Maestro GMP 400 in etwa so unspektakulär klingt wie er aussieht. Das stimmt sogar – allerdings lediglich hinsichtlich seiner wunderbar ausgewogenen Tonalität. Auch hier gibt es kein effekthascherisches Glitzern oder einen Eindruck schindenden massiven Auftritt. Kein Frequenzbereich scheint irgendwie hervorgehoben, um eine besondere Wirkung zu erzielen. So was geht einem nach dem ersten Staunen ehrlich gesagt eh schnell auf den Geist, und der German Maestro ist ja auf Langzeithörtauglichkeit ausgerichtet. Also höre ich mich noch einige Zeit durch mein bevorzugtes Hörprogramm. Und irgendwann hat er mich. Dieses Saxofon – habe ich die Töne hier schon mal so wunderbar „rotzig“ gehört? Wow! Und das Xylofon da, hey, das klingt ja deutlich komplexer als ich bisher je wahrgenommen habe. Ach übrigens, da ganz unten im Frequenzkeller spielt sich gerade richtig was ab. Der Kontrabass – so tief, so konturiert, jeder Slap so plastisch … Was der GMP 400 hier liefert, ist richtig großes Kino. Die Stimme, die ich immer mochte, klingt auch über den Maesro Badenia toll, allerdings neige ich hier dazu, dem Tonmeister ernsthaft böse zu sein – der leichte Hall, den er reingemischt hat, ist komplett unnötig, die Stimme braucht´s nicht und hätte ohne noch authentischer geklungen. Freud und Leid liegen hier dicht beieinander – das ist aber eine Frage der Aufnahme. Der GMP 400 macht einfach einen verdammt guten Job und spielt grob- wie feindynamisch ungebremst, detailreich und unbedingt authentisch, was die Aufnahme hergibt.

Fazit

Der German Maestro GMP 400 beschränkt sich auf  das  Wesentliche: die Musikwiedergabe. Und das  macht er einfach verdammt gut.

Preis: um 225 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

Kopfhörer Hifi

German Maestro GMP 400

Spitzenklasse

3.5 von 5 Sternen

01/2017 - Martin Mertens

Bewertung 
Klang 50%

Passform 20%

Ausstattung 20%

Design 10%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb Maestro Badenia, Obrigheim 
Internet www.german-maestro.de 
Gewicht (in g) 240 
Typ Over-Ear 
Anschluss Kabel: 3 m, Anschluss Stereoklinkenstecker 3,5-mm, Adapter auf 6,35 mm 
Frequenzumfang 14 – 24.000 Hz 
Impedanz (in Ohm) 300 
Wirkungsgrad (in dB) k.A. 
Bauart offen 
geeignet für: HiFi, Mixing, Mastering 
Klasse Spitzenklasse 
Preis/Leistung sehr gut 
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Dr. Martin Mertens
Autor Dr. Martin Mertens
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Datum 24.01.2017, 09:59 Uhr
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