Kategorie: In-Car Lautsprecher

Einzeltest: Eton Core S3


Klangfeuerwerk

Car-HiFi Lautsprecher Eton Core S3 im Test, Bild 1
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Im absoluten High-End-Bereich gab es lange nichts Neues mehr von Eton. Das ändert sich gerade, denn Eton liefert mit den Core-Lautsprechern einen Knaller ab.

Eton, mitsamt Fabrik ansässig in Neu-Ulm, gehört zu den traditionsreichsten und angesehensten Herstellern im Business. Für solche ist es typisch, nicht alle paar Jahre das neueste und tollste High-End-System herauszubringen, sondern mit den Top-Produkten ein Statement zu setzen, das viele Jahre vorhält. Im Car-Audio-Bereich erinnern wir uns noch gut an die edelsten Lautsprechersysteme wie das Discovery, das 2002 mit dem innovativen „Transmissionline-Hochtöner“ für Furore sorgte, und an das MGS 180, das 2009 mit der sensationellen Magnesium-Keramik-Kalotte die Hörtester verblüffte. Jetzt heißen die Top-Komponenten Core, und bereits die aktuelle Endstufe Core A2 (Test in Ausgabe 4/2018) setzte in mancherlei Hinsicht Maßstäbe im Verstärkerbau. Jetzt gibt es also mit Core S2 und Core S3 neue High-End-Lautsprecher, vorerst als Aktivsysteme ohne Frequenzweichen mit zwei oder drei Wegen.
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Und bereits der erste flüchtige Blick signalisiert, dass wir hier eine echte Revolution vor uns haben. Wer ein Eton Core sein Eigen nennt, sollte sich auf das erste Öffnen des edlen Metallkoffers gut vorbereiten. Es treten Lautsprecherchassis zutage, wie man sie nur wirklich selten zu sehen bekommt. Diese Perfektion und Schönheit sorgt für feuchte Augen bei Liebhabern hochwertiger Schallwandler. Edelst verarbeitet kommen die beiden Konustöner mit 80 

dick und daraus ergibt sich der einzige Nachteil dieser Technologie: Es ist relativ schwer. Daher musste wohl etwas neues, Dünneres her. Nach langer Entwicklung entschied man sich für einen Verbund aus einem Magnesiumkonus und einer Kunststoffolie. Man sieht der Membran bereits an, dass sie sehr aufwendig herzustellen ist. Der Magnesiumkonus weist eine starke NAWI-Krümmung auf, hat einen gebördelten Rand zur Stabilisierung und baut sehr tief. Hier ist nix mit superflacher Einbautiefe. Die Magnesiummembran ist zudem spiralförmig perforiert, mit von innen nach außen größer werdenenden Löchern. Der Trick ist dann, dass die Membran nicht einfach mit Kunststoff beschichtet ist, sondern auf eine besondere Weise mit einer Folie überzogen. Der Überzug ist dabei nicht glatt, sondern jedes Löchlein im Magnesium erzeugt eine kleine Blase in der Verbundstruktur, beginnend mit feinen Wölbungen innen bis zu deutlichen Erhebungen am Membranrand. Sinn des Ganzen ist es, dass die Bläschen eine schwingungsdämpfende Funktion übernehmen und damit die von Natur aus zu Resonanzen neigende Metallmembran zähmen, ohne ihr positive Eigenschaften wie die Härte und Steifigkeit zu nehmen. Der Antrieb ist sowohl bei 16er wie auch beim Mitteltöner mit einem Neodymring ausgestattet, hier überzeugt wieder die wirklich bildschöne Fertigungsqualität der Polplatten. Die unteren Platten weisen zum Beispiel einen Kranz Bohrungen für den Hohlraum unter der Schwingspule auf und dieser Kranz ist in Rillen eingefräst, die die spiralförmige Membranstruktur zitieren – wow! Bleibt noch der Hochtöner, und hier ist Eton seiner bisherigen Toptechnologie treu geblieben. Kein Wunder, handelt es sich doch ebenfalls um eine Magnesium-Komposit-Membrantechnologie. Bei der 28 Millimeter messenden Hochtonkalotte funktioniert sie nur anders. Der Magnesiumkern ist beidseitig mittels plasma-elektrolytischer Oxidation mit Magnesiumoxidschichten versehen. Hier ist das zähe Magnesium der weichere Partner, der für die Dämpfung zuständig ist, während die sehr harte Oxidkeramik für Härte und Stabilität sorgt. Neu ist das Gehäuse des edlen Tweeters, das mit erstaunlicher Variabilität für ein High-End-System erstaunt. Das Standardgehäuse für flächigen Einbau lässt sich zerlegen, sodass nur der nackte Hochtöner installiert werden kann. Dieser lässt sich jedoch auch in ein Aufbaugehäuse aus feinem Alu verpflanzen. Nicht im Lieferumfang, aber gegen Aufpreis erhältlich sind zudem edle Schutzgitter und Einbauringe für alle Core-Töner.


Messungen und Sound

Der Core-Hochtöner kommt natürlich mit einem standesgemäßen Koppelvolumen, das zweistufig belüftet ist. Als Resultat weist die 28er-Kalotte eine tiefe Grundresonanz von 625 Hz auf. Das innere Belüftungssystem macht sich jedoch auch bei knapp 2,3 kHz bemerkbar, was sich in einer Störung in Impedanz- und Amplitudenfrequenzgang äußert. Spannend wird‘s beim Tieftöner, der mit seinem für eine Metallmembran sehr gut gedämpften Resonanzverhalten beweist, dass die Membran funktioniert. Hier sehen wir nur einige kleine Spitzen zwischen 4,9 und 6,6 kHz, die sich verteilen und harmlos sind. Ähnlich verhält sich auch der Mitteltöner, der erst oberhalb von 7,5 kHz ein paar unbedeutende Spitzen zeigt; der Buckel zwischen 2 und 3 kHz ist übrigens nicht die Membran, sondern eher Sicke oder Spulenträger, keine Seltenheit bei 8er-Mitteltönern. Ansonsten gibt es recht wenig Verzerrungen zu vermelden, wie man es von einem hochpreisigen 

System auch erwarten darf, wirklich perfekt sind die Core-Speaker jedoch nicht. Die große Stunde des Core schlägt dann im Hörtest. Das Core S3 brennt ein derart beeindruckendes klangliches Feuerwerk ab, dass selbst abgebrühte Hörer nur noch staunen. Die Vorstellung ist auf jeden Fall ein Fest für Leute, die gerne hören, was in der Musik passiert. Ein selten gehörter Detailreichtum geht mit einer frappierenden räumlichen Ab

bildung einher. Der virtuelle Raum hinter den Lautsprechern atmet Atmosphäre und das Core S3 platziert Stimmen und Instrumente stecknadelgenau auf der Bühne. Im gesamten Frequenzbereich geht es ehrlich zu, obwohl der Sound nicht mittenlastig ist. Im Gegenteil, es gibt genug Grundtonwärme und der 16er produziert einen tiefen, sauberen Bass, der dank der großen 32-Millimeter-Schwingspulen auch hämmern kann. Was uns jedoch am meisten beeindruckt, sind die fast schon irrsinnigen Dynamiksprünge, die die Etons klaglos umsetzen. Das fetzt bei erhöhtem Pegel, dass man unwillkürlich die Augen zukneifen muss. Anschläge aus dem Nichts sind kein Problem und da wird es nicht mehr wirklich überraschen, dass gerade Schlagzeug mit dem Core ein Erlebnis ist, das man nicht alle Tage in dieser Form serviert bekommt.

Fazit

Das Core S3 ist ein absolut würdiger Neuzugang im Kreis der weltbesten Car-Audio-Lautsprecher. Es überzeugt mit unschlagbarer Fertigungsqualität und mit einem Klangfeuerwerk, das seinesgleichen sucht.

Preis: um 3000 Euro

Ganze Bewertung anzeigen

In-Car Lautsprecher

Eton Core S3

Spitzenklasse

5.0 von 5 Sternen

08/2019 - Elmar Michels

Bewertung 
Klang 55%

Bassfundament 11%

Neutralität 11%

Transparenz 11%

Räumlichkeit 11%

Dynamik 11%

Labor 30%

Frequenzgang 10%

Maximalpegel 10%

Verzerrungen 10%

Verarbeitung 15%

Klang 55%

Labor 30%

Verarbeitung 15%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb: Eton, Neu-Ulm 
Hotline: 0731 70785-20 
Internet: www.etongmbh.de 
Technische Daten
Korbdurchmesser (in mm) 165 
Einbaudurchmesser (in mm) 147 
Einbautiefe (in mm) 79 
Magnetdurchmesser (in mm) 68 
Korb MT (in mm) 94 
Einbautiefe MT (in mm) 43 
Membran HT (in mm) 28 
Gehäuse HT (in mm) 51 
höchste Trennfreq. TT/MT (in Hz) 3,5k/6 k Hz 
niedrigste Trennfreq. MT/HT (in Hz) 200/1,8k Hz 
Trennfreq. im Test (in Hz) 250/2,2k Hz 
EQ im Test TT (5,4 kHz/-6 dB/Q6) 
Gitter optional 
Sonstiges Nein 
Nennimpedanz (in Ohm)
Gleichstromwiderstand Rdc (in Ohm) 3.35 
Schwingspuleninduktivität Le (in mH) 0.4 
Schwingspulendurchmesser (in mm) 32 
Membranfläche Sd (in cm2) 137 
Resonanzfrequenz fs (in Hz) 59 
mechanische Güte Qms 6.08 
elektrische Güte Qes 0.68 
Gesamtgüte Qts 0.62 
Äquivalentvolumen Vas (in l) 12.3 
Bewegte Masse Mms (in g) 15.4 
Rms (in kg/s) 0.94 
Cms (in mn/N) 0.47 
B*l (in Tm) 6.09 
Schalldruck 2 V, 1 m (in dB) 86 
Leistungsempfehlung 50-200 
Preis/Leistung sehr gut 
Klasse Absolute Spitzenklasse 
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Elmar Michels
Autor Elmar Michels
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Datum 30.08.2019, 09:56 Uhr
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Topthema: DIE MUSIKTRUHE IST ZURÜCK
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