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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Zingali Acoustics Home Monitor 2.15


Altoparlante con Corno

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Wo fange ich an? Beim italienischen Design? Der italienischen Handwerkskunst? Oder bei den Vorteilen von Hornlautsprechern? Oder doch lieber bei den Vorteilen großer Hörräume? Die Zingali Acoustics Home Monitor 2.15 bieten viele Aufhänger für einen Testbericht

Mit 162 cm Höhe, 45 cm Breite, 64 cm Tiefe und einem Gewicht von 80 kg pro Stück scheinen die Home Monitor 2.15 von Zingali Acoustics die Bezeichnung „Home Monitor“ zu konterkarieren. Verständlich wird die Sache, wenn man sich die von den Italienern gebauten Lautsprecher mal im Überblick ansieht. Dann stellt man fest, dass die Lautsprecher der Home-Monitor-Serie im Vergleich zu den professionellen Monitor-Lautsprechern von Zingali tatsächlich wohnraumfreundlich sind. Wobei die 2.15 innerhalb der Home-Monitor- Serie wiederum das größte Modell sind und sich zur Beschallung größerer Räume bzw. zum Einsatz bei größeren Hörabständen empfehlen. Zentrales Horn Stellt sich die Frage, warum man bei Zingali Acoustics auf große Lautsprecher setzt. Made in Italy steht ja sonst eher für smarte, elegante Lösungen. Italienische Sportwagen sind eher klein und flach, ja generell steht italienisches Design nicht unbedingt in dem Ruf, dem Gigantismus zu frönen. Der Grund ist, dass Giuseppe Zingali, Gründer, Mastermind und Namensgeber der von ihm 1986 gegründeten Firma Zingali Acoustics, ein Anhänger von Hornsystemen für den Mittel- und Hochtonbereich ist. Das dürfte nicht zuletzt der Tatsache geschuldet sein, dass Zingali zwischen 1985 und 1992 mit dem damaligen Präsidenten von Harman, Bruce Scrogin, zusammengearbeitet hat. Scrogin gilt unter anderem als geistiger Vater der legendären JBL Everest – die Marke JBL gehört seit 1969 zum Harman-Konzern. So wundert es nicht, dass Zingali seine ersten Lautsprecher mit Treibern aus der JBL-Pro-Serie bestückt. Das erste erfolgreiche Modell von Zingali Acoustics waren Anfang der 1990er-Jahre die Studio-Monitore 8800, für die Zingali ein Mittel-/Hochtonhorn entwickelte. Dessen Weiterentwicklung in Form des „Omniray“-Horns ist mittlerweile zum Markenzeichen von Zingali geworden. Es handelt sich um ein biexponentiell geformtes Horn, das Zingali aus massivem Holz fertigt. Omniray-Hörner stehen auch weiterhin im Mittelpunkt der Konstruktion aller Zingali-Lautsprecher. Um mit dem für Hörner typischen hohen Wirkungsgrad mithalten zu können, braucht es einen potenten Bassbereich. Den realisiert Zingali nicht mit Basshörnern, sondern, wie zum Beispiel auch JBL, mit Membranfläche. So flankieren bei den Home Monitor 2.15 zwei 15-Zoll-Tieftöner mit 75-cm- Schwingspulen oben und unten das ebenfalls 15 Zoll messende Omniray-Horn. Als Horntreiber kommt ein 44-mm-Druckkammertreiber zum Einsatz. Die Horntreiber/ Omniray-Horn-Kombination übernimmt das komplette Frequenzspektrum oberhalb von 800 Hz. Unterhalb von 800 Hz übernimmt zuerst der obere Tieftöner; der untere wird bei 300 Hz eingekoppelt. Die Konstruktion bringt es auf einen Wirkungsgrad von beachtlichen 96 dB. Das Ganze verspricht auf jeden Fall Dynamik und Spaß ohne Ende.


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Made in Italy

Bevor ich zum sicher mit Spannung erwarteten Hörtest komme, noch ein paar Worte zu Finish und Verarbeitungsqualität. Beides erfüllt höchste Ansprüche. Bereits bei der Firmengründung setzte Giuseppe Zingali neben der Klangqualität einen Schwerpunkt auf kompromisslose Fertigungsqualität. Perfekte Handwerkskunst spielt heute bei Zingali Acoustics eine ebenso große Rolle wie klangliche Perfektion. So werden Hörner und Gehäuse auf modernsten CNC-gesteuerten Maschinen mit Toleranzen vom 1/10 mm gefertigt. In der eigenen Lacktierabteilung stehen große Trockenöfen, um die je nach Ausführung bis zu sieben Lackschichten durchzutrocknen. Das Ergebnis kann ich an unseren in der Sonderfarbe Rot-metallic lackierten Testmustern bewundern. Der Lack ist schön, besitzt eine Hochglanz-Oberfläche und einen tiefen Schimmer, wie ihn nur aufwendige, mehrschichtige Lackierungen zeigen.


Anschnallen und Ohren anlegen

Unser Hörraum hat eine den Zingali Acoustics Home Monitor 2.15 angemessene Größe. Trotzdem besitzen die Lautsprecher frei im Raum aufgestellt eine beeindruckende Präsenz. Ich zügele den Drang, angesichts von vier auf mich gerichteten 15-Zöllern gleich Schwermetall aufzulegen und es ordentlich krachen zu lassen. Noch will ich meine Ohren schonen, um zunächst für die subtileren Qualitäten der 2.15 aufnahmefähig zu sein. Daran, dass die italienischen Boxen grobdynamisch nichts werden anbrennen lassen, hege ich sowieso nicht die geringsten Zweifel. Also machen Iiro Rantala und Michael Wollny mit „Tears for Esbjörn“ auf dem Album „Jazz at Berlin Philharmonic“ den Anfang. Und die Home Monitor 2.15 machen ihre Sache großartig. Ich bin es gewohnt, bei diesem Stück nicht ganz so nah dran, so weit vorne in der Berliner Philharmonie zu sitzen. Doch die 2.15 setzen mich in die erste Reihe. Sie machen ein breites Panorama auf, dabei behalten sie jedoch den Gesamteindruck des Konzertsaals und die realistische Größe der Instrumente im Blick. Publikumsgeräusche aus dem Hintergrund sind plastisch im Raum verteilt – das ist erste Reihe, wirkt aber keinesfalls aufgeblasen.

Ich nehme an, dass dieser Eindruck dem defi nierten Abstrahlverhalten der Omniray-Hörner zu verdanken ist, die das Klanggeschehen weitgehend gerichtet auf meinen meines Hörplatz abstrahlen und den zusätzlichen Raumeindruck, den der Hörraum sonst beimischt, weitgehend unterdrücken. Ein wenig erinnert mich die Abbildung an gute Breitbänder, die prinzipbedingt im Mitteltonbereich anfangen zu bündeln und dabei ein sehr kohärentes Abstrahlverhalten besitzen. Der Eindruck dürfte nicht von ungefähr kommen, denn bei den Zingali Home Monitor 2.15 übernehmen die Omniray-Hörner ja den Löwenanteil der Schallwiedergabe. Auch tonal erinnern die 2.15 ein wenig an gute Breitbänder: Die bauen das Klanggeschehen klar aus der Mitte heraus auf. Die beiden Pianos geben sie strahlend und klar wieder. Akut möchte ich mir eine kleine Horn-Neurose attestieren, weil ich zwanghaft nach Hornverfärbungen suche, die es aber definitiv nicht gib. Alles klingt extrem sauber, differenziert und nahezu schwerelos. Letzterer Eindruck dürfte vor allem den feindynamischen Talenten der großen Lautsprecher geschuldet sein. Hier ist nichts träge, braucht Anlauf, kommt nicht sofort zum Zug. Töne stehen plötzlich im Raum, ansatzlos, leicht und machen die massive physische Präsenz der Boxen vergessen. Das Ganze verlangt nach Stimmen. Ich wechsele zu Gegory Porter. Auch das funktioniert prächtig.

Die Hoffnung des modernen Soul singt mich recht unmittelbar an, das hat fast was von Nahfeldhören. Die Gregory-Porter-CD zeigt mir auch, wo sich die 2.15 von sehr guten Breitbandkonzepten unterscheiden – nämlich vor allem in der Abwesenheit von deren typischen Beschränkungen. Etwa im Bass. Hier kapitulieren viele Breitbänder, die Zingali tönen tief und machtvoll – mir fast ein wenig zu mächtig. Dafür würde ich mir einen Zacken mehr Kontrolle wünschen. Kein Problem, schließlich kann man die Bassreflex-Abstimmung der nach unten abstrahlenden Bassreflex-Rohre in gewissen Grenzen durch den Bodenabstand variieren. Insgesamt scheint man bei Zingali die Bassreflexabstimmung eher zugunsten einer maximal tiefen anstatt einer sehr knackig-kontrollierten Basswiedergabe gewählt zu haben. Gut, bei solch großen Boxen erwartet man einfach tiefen Bass. Und da wählt man eben die entsprechende Abstimmung. Im Hochton geben sich die Zingali eher zurückhaltend. Becken klingen nicht schillernd- strahlend, dafür langzeithörtauglich seidig. Ob das die Gene der Studio-Monitore sind? Wer den ganzen Tag konzentriert Musik hört, ist meist für einen leicht gedimmten Hochton dankbar. Zum Schluss will ich natürlich noch ein wenig Spaß mit den grobdynamischen Fähigkeiten der 2.15 haben. Zuerst nehme ich Elektronisches.

Die tiefen Synthie-Orgien der Electropop-Klassiker Silicon Soul dürfen mit „Who Needs Sleep Tonight“ die Wände des Hörraums wackeln lassen. Bei allem schwebt die Stimme von Olgalyn Jolly völlig frei und unangestrengt über den Bassfluten – das ist einfach nur cool. Weniger cool, sondern eher dreckig und verschwitzt wird es dann bei AC/DC. „Ride On“ grooft, rotzt, drückt – da kommt Livefeeling auf.

Fazit

Die Zingali Home Monitor 2.15 sind beeindruckende Lautsprecher mit einem eigenständigen Konzept. Ein Zwei-Wege-System in dieser Größe und Preisklasse ist schon was Besonderes, ebenso wie die sehr direkte, unmittelbare, anspringende Wiedergabe, die die Lautsprecher auszeichnet.

Preis: um 26800 Euro

Zingali Acoustics Home Monitor 2.15


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Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis ab 26.800 Euro, Sonderfarben und Holzfurniere gegen Mehrpreis 
Vertrieb Cayin Audio Distribution 
Telefon 06174 9554412 
Internet www.cayin.de 
Garantie (in Jahre) 2 Jahre 
Ausführungen Mattlack schwarz, weiß, grau 
Sonderfarben diverse Hochglanz- und Metallic-Farben, diverse Furniere, auch Kombinationen 
B x H x T (in mm) 1620/450/640 
Gewicht (in Kg) 80 kg 
Fazit Die Zingali Home Monitor 2.15 sind beeindruckende Lautsprecher mit einem eigenständigen Konzept. Ein Zwei-Wege Sysem in dieser Größe und Preisklasse ist schon was Besonderes, ebenso wie die sehr direkte, unmittelbare, anspringende Wiedergabe, die die Lautsprecher auszeichnet. 

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