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Kategorie: Phono Vorstufen

Einzeltest: Dynavector P75 Mk3


Mehr sein als scheinen

Phono Vorstufen Dynavector P75 Mk3 im Test, Bild 1
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Mit Dynavector ist es ja immer so eine Sache: Unter Eingeweihten kennt und schätzt man die Marke durchaus sehr, so richtig auf breiter Ebene durchgesetzt hat man sich aber nicht, obwohl das Potenzial ohne Zweifel vorhanden ist

Meine erste Begegnung mit Dynavector war ein High-Output-MC der legendären 10x-Reihe, das auf irgendeinem alten Thorens-Plattenspieler montiert war, den ich auf einer einschlägigen Online- Auktionsplattform erstanden hatte. Das 10x2, also unter Garantie ein schon älteres Modell, war damals schon nicht mehr in einem besonders guten Zustand und dennoch kann ich mich erinnern, dass es absolut faszinierend für mich war, mit diesem System Musik zu hören, eine ganz andere Energie und Qualität, als ich es mit meinen bisherigen Tonabnehmern gewöhnt war. Nun gut, das ist lange her und die Ansprüche an die analoge Ausrüstung sind inzwischen auch andere.

Phono Vorstufen Dynavector P75 Mk3 im Test, Bild 2Phono Vorstufen Dynavector P75 Mk3 im Test, Bild 3Phono Vorstufen Dynavector P75 Mk3 im Test, Bild 4Phono Vorstufen Dynavector P75 Mk3 im Test, Bild 5Phono Vorstufen Dynavector P75 Mk3 im Test, Bild 6Phono Vorstufen Dynavector P75 Mk3 im Test, Bild 7Phono Vorstufen Dynavector P75 Mk3 im Test, Bild 8
Dennoch: Wann immer mir ein Dynavector-System in einer einigermaßen brauchbar aufgebauten Anlage begegnet ist, habe ich mir sicher sein können, dass es jede Menge Dynamik und Dramatik geben würde – musikalische Ausgewogenheit und so ein unbestimmtes Gefühl, dass „alles in Ordnung“ ist – sprich: dass aus der Vinylscheibe das Mögliche herausgeholt wird. Ein Wort noch zu den Tonabnehmern, bevor wir uns unserem Testgerät widmen: Das 10x gibt es in seiner inzwischen fünften Generation – als Einsteigermodell. Darüber gibt es ein paar wirklich vorzügliche MC-Systeme, bis hinauf zu der ganz edlen XV-1-Serie, die für etliche Kenner der Materie mit das Beste darstellen, das man vorne an einem Tonarm montieren kann. Weniger bekannt ist, dass es schon seit sehr langer Zeit eine kleine, feine Phonostufe gibt, die noch auf den Firmengründer Noburo Tominari zurückgeht und momentan in der dritten Generation gebaut wird – heute allerdings von Dynavector Australien, wo es auch die übrigen Verstärkerkomponenten unter dem ehrwürdigen Label bis hin zum ausgewachsenen Endverstärker gibt. Die Phonostufe hört auf den pragmatischen Namen P75 Mk3 – das erste Modell stammt ja wie gesagt aus den Anfangstagen der Firma. Gegenüber dem direkten Vorgänger gibt es diverse Verbesserungen, die teilweise optischer Natur sind, wie die neue Frontplatte aus Glas und die Lackierung, die dem Finish der anderen Dynavector-Verstärker angepasst ist. Aber auch auf der technischen Seite gibt es Weiterentwicklungen: So ist das Platinenlayout verbessert worden, was ebenso zu einem verbesserten Rauschverhalten geführt haben soll wie die verbesserte Ausgangsstufe, die eine höhere Stromlieferfähigkeit hat als die P75 Mk2. In der Eingangssektion hat man vor allem an der Vielseitigkeit der P75 gearbeitet. So gibt es jetzt eine noch größere Bandbreite von Eingangsimpedanzen und -kapazitäten sowie mehr Verstärkerstufen. Auch die MM-Sektion kann feiner reguliert werden, wobei man hier sogar an sogenannte Medium-Output-Systeme mit einer Ausgangsspannung von etwa einem Millivolt gedacht hat. Bei aller Freude über die vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten: Für sonderlich komfortabel halte ich die Angelegenheit nicht. Zum einen muss das Gerät für jede Neuanpassung aufgeschraubt werden und dann muss man den doch recht mühsamen Weg gehen, für zwei Kanäle Jumper auf diverse Leisten zu stecken, die durchaus nicht auf den ersten Blick eindeutig zu identifizieren sind. Und die knappe Bedienungsanleitung ist dabei auch nicht sehr hilfreich, sind die abgedruckten Positionen der Stecker doch durchaus nicht identisch mit der Platine. Also muss man sich mit den klein aufgedruckten Bezeichnungen der Steckbrücken behelfen – eine Sache, die man erst nach einer Weile raushat und die wohl nie so ganz intuitiv werden wird. Ganz klar also ein Gerät, das sich nicht an den wechselwütigen Besitzer dutzender Tonabnehmer wendet. Wie auch immer: Man kann sich so weit daran gewöhnen, dass man das gewünschte Ziel zügig erreicht, zur Not immer mit der Bedienungsanleitung im Augenwinkel. Versorgt wird die kleine Platine von einem externen Steckernetzteil, während die Erzeugung der für den Betrieb nötigen Spannungen direkt im Gerät erfolgt. Hiervon verspricht sich Dynavector maximale Brummfreiheit, was ich aufgrund der Messergebnisse auch bestätigen kann. Überhaupt sind die gemessenen Werte für Fremdspannungsabstand und Kanaltrennung herausragend gut, vor allem, wenn man bedenkt, dass wir es hier mit einem Gerät dieser Größen- und Preisklasse zu tun haben – die P75 Mk3 kostet nämlich nur 700 Euro. Kommen wir zu einer schaltungstechnischen Besonderheit: Die Dynavector- Phonovorstufe lässt sich nämlich nicht nur konventionell als Spannungsverstärker betreiben, sondern kann auch in den Stromverstärkungsmodus umgeschaltet werden – eine Betriebsart, die man beim Hersteller „Phono Enhancer“ nennt. Dabei soll durch den höheren Stromfluss das Magnetfeld im Tonabnehmer günstig beeinflusst werden – bei der Einstellung der Jumper für diese Betriebsart ist der Innenwiderstand der Spulen im System einzustellen, die man den Herstellerangaben hoffentlich entnehmen kann. Und – um es kurz zu machen – ich würde dieser MC-Betriebsart immer den Vorzug gegenüber der spannungsverstärkenden Variante geben. Klingt der Dynavector schon in der Standard-Schaltung unglaublich genau und ganz vielen anderen Phonostufen gerade in der Feinauflösung etwas voraus, so spielt er im „Phono- Enhanced“-Modus geradezu wie von der Leine gelassen, satt und dynamisch noch einmal einen Gang hochschaltend. Ich habe während meiner zugegebenermaßen recht kurzen Testphase kein MC gefunden, wo die Umschaltung der Betriebsart nicht diesen Effekt gehabt hätte. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein – und ich behaupte auch nicht, dass es für alle Musikrichtungen gleichermaßen gut passt, aber es macht zumindest eine Menge Spaß beim Hören! Unabhängig davon ist die P75 MK3 in allen Betriebsarten einfach eine verdammt gute Phonovorstufe, deren exzellente Messwerte auch dem Hören zugute kommen – Klirr, Brumm und Rauschen sind einfach kein Thema. Und so kann man sich – die lästige Steckerei mal außen vor – entscheiden, ob man die vielleicht „richtigere“ Einstellung nutzt, um richtig seriös seine Platten durchzuhören oder mit dem „Overdrive“ noch mal so richtig Gas gibt – auf allerhöchstem Niveau agieren beide Betriebsarten und das vor allem auch mit Tonabnehmern, die in der Preisklasse weit über dem kleinen Verstärkerlein angesiedelt sind.

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Fazit

Der Dynavector P75 Mk3 ist ein größen- und preisklassenübergreifend exzellenter Phonovorverstärker, der eine exzellente Klangqualität bietet und mit dem Enhanced-Modus noch den klanglichen Extra-Kick bietet.

Preis: um 700 Euro

Phono Vorstufen

Dynavector P75 Mk3


-

 
Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb SWS Audio; Wallenhorst 
Telefon 05407 818690 
Internet www.dynavector.com 
Garantie (in Jahren)
B x H x T (in mm) 140/47/95 
Gewicht (in Kg) 0,5 
Unterm Strich... » Der Dynavector P75 Mk3 ist ein größen- und preisklassenübergreifend exzellenter Phonovorverstärker, der eine exzellente Klangqualität bietet und mit dem Enhanced-Modus noch den klanglichen Extra-Kick bietet. 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
Kontakt E-Mail
Datum 22.04.2015, 14:57 Uhr
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Topthema: HiFi Test
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