Kategorie: Phono Vorstufen

Einzeltest: Leema Elements Ultra


Grand Piano

Phono Vorstufen Leema Elements Ultra im Test, Bild 1
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„Das Gerät dazwischen“ hat es oft genauso schwer wie das „mittlere Kind“: Ein Einsteigermodell kann oftmals einfach durch seinen guten Preis punkten, während die Referenzgeräte einer Marke alleine durch ihr Prestige faszinieren. Was macht man aber als das Gerät, das weder das eine noch das andere ist? Nun, am besten einfach durch Qualität überzeugen

Leema kennt man ja inzwischen ein bisschen besser – die walisische Marke, 1998 gegründet von zwei ehemaligen BBC-Ingenieuren, hat erstmals mit einem professionellen Studio-Monitor auf sich aufmerksam gemacht, der schnell einen derart gewaltigen Ruf in der Szene hatte, dass er letztlich auch auf dem HiFi-Markt angeboten wurde. Auf diesen ersten Treffer folgten weitere – inzwischen gibt es vier verschiedene Lautsprecherboxen und vier Elektronik-Serien aus dem Hause Leema. Ihr Ingenieursdiplom können die Firmeninhaber nach wie vor nicht verleugnen, finden sich doch mehr pragmatische Lösungen in den Geräten als anderswo – aber niemals auf Kosten der Bedienbarkeit und des guten Klangs.

Phono Vorstufen Leema Elements Ultra im Test, Bild 2Phono Vorstufen Leema Elements Ultra im Test, Bild 3Phono Vorstufen Leema Elements Ultra im Test, Bild 4Phono Vorstufen Leema Elements Ultra im Test, Bild 5Phono Vorstufen Leema Elements Ultra im Test, Bild 6Phono Vorstufen Leema Elements Ultra im Test, Bild 7Phono Vorstufen Leema Elements Ultra im Test, Bild 8
Zu meiner Einleitung in diesen Artikel: Die neue Leema Ultra Phono ist bereits die zweite Phonostufe der günstigeren Elements-Serie, allerdings deutlich über dem Einsteigermodell angesiedelt, das einfach auf den Namen Elements Phono hört. Wie man immer wieder hört, ist das ein vorzügliches kleines Gerät – leider hatte ich persönlich noch nicht das Vergnügen. Am anderen Ende des Leistungsspektrums liegt die große Agena aus der Reference- Serie, die mit einem wuchtigen Gehäuse, aufwendiger Elektronik und voller Anpassbarkeit selbst die altgedienten Phono- Platzhirsche das Fürchten lehrt. Ich kann mich noch erinnern: Als wir die Agena vor sechs Jahren eine Weile in der Redaktion hatten, fand ich vor allem die perfekte Bedienbarkeit mit Tasten und Display auf der Frontplatte sehr geschmeidig – man konnte sogar Presets abspeichern und dann einfach umschalten, wenn es einen nach einem anderen Tonabnehmer gelüstete. Nun, ganz so einfach macht es einem die neue Elements Ultra Phono nicht, aber wenn man das Gerät auf den Rücken dreht, dann erkennt man, dass auch hier schier unendliche Möglichkeiten herrschen: Nahezu jede Verstärkung, Eingangsimpedanz und -kapazität kann man mit den diversen Mäuseklavieren hier einstellen – sozusagen ein echter Konzertflügel unter den DIP-Schaltern. Die MM-Stufe hat die Verstärkungen +36 dB oder +42 dB, dazu kann für den MC-Zweig +18 dB, +21 dB, +24 dB und +28 dB dazugeschaltet werden, so dass eine Bandbreite von +36dB bis +70 dB vorhanden ist. Schön finde ich, dass bei MM nicht nur die standardmäßigen 47 Kiloohm, sondern auch 100 Kiloohm als Eingangsimpedanz geschaltet werden können – das tut manchen MM-Tonabnehmer hörbar gut. Weniger kriegsentscheidend ist die Möglichkeit, auch alle MC-Eingangsimpedanzen auch auf den MM-Zweig anzuwenden. Auch hier gibt es aber etliche feine und praxisgerechte Abstufungen zwischen 47 Ohm und einem Kiloohm. Die Eingangskapazität kann zwischen 47 pF und 884 pF variiert werden – da sollte also wirklich jeder Tonabnehmer klarkommen. Angeschlossen wird über Cinch-Buchsen an der Rückseite, ausgangsseitig gibt es sowohl einen unsymmetrischen wie auch einen symmetrischen Ausgang mit XLR-Buchsen. Die Anzahl von sechs OP-Amps pro Kanal lässt zumindest vermuten, dass die Schaltung zum größten Teil vollsymmetrisch aufgebaut ist. Als Besonderheit gibt es noch einen Stereo-Mono-Kippschalter, der eingangsseitig angeschlossen ist. So hat man die richtige Betriebsart für alte Platten und kann gleichzeitig grobe Fehler beim Tonabnehmeranschluss lokalisieren. Der Blick ins Innere der Ultra Phono ist ebenfalls sehr erfreulich: Auf der Platine sitzen wertige Bauteile, das Layout der Schaltung sieht sehr aufgeräumt und durchdacht aus. Das eingebaute Netzteil sitzt in deutlichem Abstand von der Phonoschaltung; ein sehr hochwertiges Schaltnetzteil aus der Medizintechnik, das auf minimale Störungen und Abstrahlungen getrimmt wurde – eine gute Wahl. Messtechnisch ist die Leema dann auch über alle Zweifel erhaben, vor allem gelingt es ihr, die schon sehr guten Messwerte des MM-Zweigs fast komplett in die MC-Sektion hinüberzuretten, ohne dass die Werte wie bei sonst fast allen anderen Phonostufen um die üblichen 20 dB schlechter werden. Und so ein technisch ausgereiftes Gerät kann dann natürlich auch im Hörtest überzeugen. Vom Absenken des Tonabnehmers in die Rille an vermittelt die Ultra Phono ein Gefühl der Überlegen- und Überlegtheit. Das beginnt mit der absoluten Ruhe und Schwärze, nachdem der Diamant in die Spur gefunden hat, und endet erst in der Auslaufrille. Dazwischen gibt es wahre Größe, Übersicht, Dynamik und: Musik. Eine technisch überlegene Konstruktion ist vielleicht nicht immer der Garant für vorzüglichen Klang – wie die Leema aber beweist, schadet es ganz bestimmt nicht. Die enorme Ruhe der Schaltung beispielsweise erlaubt das volle Auskosten der dynamischen Möglichkeiten des Mediums Schallplatte – und die sind bei guten Aufnahmen wahrhaft atemberaubend. Aber auch die allerkleinsten dynamischen Variationen sind bei der Leema in guten Händen: Ganz fein, ganz sensibel gibt sie die kleinsten Beweise der Spielkunst großer Musiker an den Hörer weiter. Und gleichzeitig ist da der ganz große Raum, der bis in die Ecken hinein hörbar wird, so weit es die Aufnahme eben zulässt. Die Mitte ist genauso klar definiert, wie auch noch das kleinste Klangereignis an der Seite oder ganz hinten links. Überflüssig zu erwähnen, dass es für die Leema auch keine bevorzugte Musikrichtung gibt – jede aufgelegte Scheibe darf genauso gut klingen, wie sie aufgenommen und gepresst wurde. Für dieses Ziel spielt man gerne auch mal ein bisschen länger auf dem Mäuseklavier.

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Fazit

Technischer Aufwand lohnt sich eben doch: Mit der universell einstellbaren Leema Elements Ultra kommt man dem Ziel der perfekten Schallplattenwiedergabe für den aufgerufenen Preis unglaublich nahe.

Preis: um 1600 Euro

Phono Vorstufen

Leema Elements Ultra


05/2015 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb FOM, Roßdorf 
Telefon 06071 737475 
Internet www.leema.com 
Garantie (in Jahren)
B x H x T (in mm) 217/88/315 
Gewicht (in Kg) 2,5 
Unterm Strich... Technischer Aufwand lohnt sich eben doch: Mit der universell einstellbaren Leema Elements Ultra kommt man dem Ziel der perfekten Schallplattenwiedergabe für den aufgerufenen Preis unglaublich nahe. 
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 07.05.2015, 09:58 Uhr
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