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>> Mehr erfahren>> Alle anzeigenMusikrezension: Bon Iver – Bon Iver (4AD)
Bon Iver – Bon Iver
Da freuste dich, eine nagelneue Scheibe vom britischen Kultlabel 4AD auflegen zu können, und dann kannste eben nicht – Mittelloch deutlich zu klein. Okay, Aufbohren hat geklappt, aber lästig ist das schon. Was man von der Musik des eigenwilligen Singer-/Songwriters aus Wisconsin nicht behaupten kann. Eigentlich keine Platte für den Sommer, zu schwermütig und dunkel ist es, was der Mann da mit seinem unverwechselbaren Falsett-Organ vorträgt. In Anbetracht der Tatsache, das „bon hiver“ eine französische Grußformel für den Winter ist, wundert das nicht. Aber ohne Zweifel baut er fragile und irgendwie betörende Klanggebilde, die sich keinesfalls nur auf traditionelle Folk-Elemente stützen, vielmehr sind elektronische Klangerzeuger noch und nöcher im Spiel. Jeder der zehn Titel ist einem Ort in Amerika gewidmet oder zumindest der Reise dahin – jeder Titel ist eine mehr oder weniger komplexe Aneinanderreihung von nur selten wiederkehrenden Elementen; eine echte Reise eben. Wer so profane Dinge wie einen Refrain sucht, wird hier eher nicht glücklich. Jeder Ton auf diesem Album ist asketisch, aufs Minimum reduziert, jeder Song ein fragiles Gewächs von karger Schönheit. Klanglich ist das Album ein wunderschöner Trip an die Grenzen der Abbildungsfähigkeiten der Anlage. Die Songs tönen immens weiträumig, leichtfüßig und locker. Das Schlagzeug klingt angenehm zurückhaltend und trocken, überhaupt üben sich die tiefen Töne hier in Disziplin, was der Sache gut tut. Abgesehen vom eingangs erwähnten Problem ist die Platte superb gefertigt und läuft ausgesprochen leise. Im Klappcover steckt ein Buch mit Texten – das ist doch schon mal was.
Fazit
Introvertierte, zerbrechliche und ungeheuer spannende Reisegeschichten in erlesener Klangqualität.Kategorie: Schallplatte
Produkt: Bon Iver – Bon Iver (4AD)
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144-612
ArtPhönix Vinyl |
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