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Ornette Coleman – The Shape of Jazz to Come
Der Free Jazz, dessen wichtigster Innovator Ornette Coleman ist, hat von jeher die Anhänger gespalten. Die einen sehen darin die einzig berechtigte Form des Jazz, die anderen wenden sich entsetzt ab und fragen sich, ob die Musiker noch ganz bei Trost sind. Letzteres kann man von Coleman allen Ernstes nicht behaupten. In vielen Bereichen ist er ein Autodidakt, und seine Fähigkeiten gehen weit über das Saxofonspiel hinaus. Seine Bedeutung für die Jazz-Entwicklung mündete vor wenigen Jahren in der Verleihung des Pulitzer-Preises für Musik (einziger bisheriger Preisträger außerhalb der Klassik) und diverser Ehrendoktor-Würden. Neben seinem innovatorischen Potenzial nehmen sich die Leistungen Miles Davis‘ geradezu bescheiden aus. Das vorliegende Frühwerk aus dem Jahr 1959 wäre in dieser Form auch in den 1970ern noch eine Revolution gewesen. Das Quartett ist auf das Wesentliche reduziert: Befreit von jeder harmonischen Struktur, befreit auch von einem damals zu jeder Formation gehörenden Piano, lassen die Bläser ihren Ideen freien Lauf. Flankiert von Charlie Haden am Bass und Billy Higgins am Schlagzeug, erklingen Colemans Altsaxofon und Donald Cherrys Kornett in beispielloser Improvisationslust. Bei aller Freiheit bleiben die Bläser jedoch immer auch melodisch, was Colemans Free Jazz von anderen Vertretern dieser Gattung wohltuend abhebt. Alle sechs Stücke wurden von ihm komponiert, neben rasanten Nummern gibt es mit „Peace“ auch eine Ballade zu hören. Der günstige Preis und die gute Qualität von Vinyl und Cover machen das Album auch für Leute interessant, die den Free Jazz einmal antesten wollen.
Fazit
Wenn schon Free Jazz, dann von Ornette Coleman.Kategorie: Schallplatte
Produkt: Ornette Coleman – The Shape of Jazz to Come (Atlantic)
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144-612
ArtPhönix Vinyl |
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