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>> Mehr erfahren>> Alle anzeigenMusikrezension: Falkevik – Louder Than I‘m Used To (Drabant Music)
Falkevik – Louder Than I‘m Used To
Wow. Das sitzt, und zwar richtig. Der Opener von „Louder Than I‘m Used To” beginnt mit einem, nennen wir es mal Pianoriff, das glatt von Black Sabbath stammen könnte: Dunkel, mächtig, und mit diesem unwiderstehlichen Zug direkt auf die Magengegend ausgestattet, der eigentlich ein Heavy-Metal-Riff der allerersten Güte ausmacht. Die leichte Dissonanz in der Akkordfolge gibt dem Track dabei genau die Prise Kantigkeit, die aus einem guten ein sehr gutes Thema macht, das dem Hörer im Gedächtnis bleibt und dort nachwirkt. Doch erschöpft sich der Stil des norwegischen Pianotrios um Julie Falkevik keineswegs in kraftvollem Brachialismus. Schon im Refrain von „Castle“ beweist Julie ihr Gespür für effektvolle Melodien, die tatsächlich mal Neues bereithalten, sich vom Einerlei des Pop-Mainstream nicht nur aufgrund der jazzigen Instrumentalisierung absetzen. Selbiges gilt für folgende „Sing to Me“ mit seiner treibenden Rhythmik, und hier kommt auch eine wohldosierte Portion elektronischer Sounds ins Spiel. Das fragile und anrührende „You Ask“ ist für mich, ganz schlicht gesagt, eines der besten Stücke des Jahres. Es strahlt mit einer lyrischen Glanzleistung, die die ruhige Komposition zum echten emotionalen Erlebnis macht. Ganz nebenbei taugt der Track aufgrund des ultratransparenten und aufgeräumten Klangbilds auch zur Referenz für Plattenspielertests. Die Achterbahnfahrt geht weiter mit „Walk Away“, das die gerade noch am Boden liegende Stimmung mit Nonchalance und einem fantastischen Refrain fernab vom Pop-Mainstream auf ein geradezu geläutertes Niveau hebt. Die zweite Seite des Albums hält das Niveau locker, keines der insgesamt acht Stücke besitzt auch nur im Ansatz einen Lückenfüllercharakter. Das ist selten, ebenso wie das Aufeinandertreffen so vieler durchweg positiver Aspekte auf einem Album: Songwriting, Spiel, Klang und Pressqualität. Da wäre etwas mehr Spielzeit wünschenswert gewesen.
Fazit
Originell, spannend, unterhaltsam – so kann Jazz auch die breite Masse erreichen. Leider ein bisschen kurz, der Spaß.Kategorie: Schallplatte
Produkt: Falkevik – Louder Than I‘m Used To (Drabant Music)
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144-612
ArtPhönix Vinyl |
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