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Eugen Cicero Trio – Lullabies
Unterschiedliche Kulturen bringen unterschiedliche Vorlieben hervor. Während insbesondere in Deutschland die Vermischung von Klassik und Jazz bei vielen Musikfans verpönt ist, hat man in Japan damit nicht das geringste Problem.
Dies dürfte, neben seinem grandiosen Können, einer der Gründe sein, warum Eugen Cicero im Land der aufgehenden Sonne Kultstatus genoss und Alben exklusiv für deren Markt aufnahm. Die nun erstmals auf Vinyl erhältliche Neuauflage von „Lullabies“, entstanden im Jahr 1995, ist solch ein Werk. Leider sollte es die letzte Studioaufnahme vor dem plötzlichen Tod der Klavier-Legende sein, gemeinsam eingespielt mit dem Bassisten Decebal Badila und dem Schlagzeuger Ringo Hirth. Sie enthält, gänzlich untypisch für Jazz-Musiker, Adaptionen von Schlafliedern, die mit der Ausnahme des eröffnenden „Lullaby of Birdland“ von George Shearing komplett aus der Feder von Klassik-Komponisten stammen, oder wie im Falle des „Christiana’s Song“, von Eugen Cicero selbst. In typischer Manier beginnt er die Stücke oft so, wie es die Komponisten eigentlich vorgesehen haben, um sie dann Stück für Stück in swingende Jazz-Perlen zu verwandeln. Man kann gar nicht anders, als Eugen Cicero’s Fähigkeiten in höchstem Maße zu bewundern. Wer sich davon einen Eindruck verschaffen möchte, dem sei als Anhörungsmaterial „Schlaf, Kindlein schlaf“ empfohlen, bei dem die Füße nicht mehr mit dem Wippen aufhören möchten; auch die Piano-Läufe auf „Heidschi Bumbeidschi“ suchen ihresgleichen.
Die Aufnahme wurde für die Neuaufl age gründlich überarbeitet und klingt traumhaft. Schade nur, dass dieses Mal die Vinyl-Version mit einem Lied weniger auskommen muss als die CD, was auf „Bucharest 1994“ (rezensiert in LP 2/2023) noch andersherum war.
Fazit
Jazziger kann man sich nicht in süße Träume befördern lassen.Kategorie: Schallplatte
Produkt: IN+OUT Records (Eugen Cicero Trio – Lullabies)
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144-612
ArtPhönix Vinyl |
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