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„Drum prüfe, wer sich ewig bindet ...“ heißt es in Schillers Glocke. In der High Fidelity stellte sich eine solche Frage bisher nicht. In der Regel ging man zum Händler und tauschte Geld gegen Ware.
>> Mehr erfahren>> Alle anzeigenMusikrezension: Paradise Lost - Medusa (Nuclear Blast)
Paradise Lost - Medusa
Es gab eine Zeit, da habe ich davon geträumt, bei einem neuen Paradise-Lost-Album als Genre „Doom-Metal“ eintragen zu dürfen – schien doch die Abkehr der einstigen Gothic-Metal-Genrebegründer von den runtergestimmten Gitarren und Growls spätestens mit dem 1997er-Album „One Second“ endgültig besiegelt. Nicht, dass dieses und die folgenden Alben qualitativ schlecht gewesen wären, doch der sich immer stärker zum Pop hin entwickelnde Sound war mir persönlich bis Mitte der 2000er-Jahre nicht mehr Paradise Lost genug. Das zehnte und selbstbetitelte Album von 2015 lenkte zaghaft zurück in eine härtere Spur, und auf „The Plague Within“ befindet sich mit „Beneath Broken Earth“ einer der besten PL-Tracks überhaupt. Mit „Medusa“ haben die Briten den Weg zurück zu den Wurzeln nun endgültig abgeschlossen und spielen einen Mix aus ihren „Gothic“ und „Shades-of-God“-Alben – im Prinzip genau das, wonach Fanboys und -girls der ersten Jahre der Geifer aus dem Mund laufen muss.
Allein, so ganz zünden mag „Medusa“ nicht, trotz einiger sehr guter Tracks wie „From the Gallows“ „Blood and Chaos“, „No Passage for the Dead“ und dem Titelstück selbst. Das mag an überzogenen Erwartungen liegen (das Gefühl, zum ersten mal „Shades of God“ zu hören, lässt sich mit 40 Jahren auf dem Buckel und einer 30-jährigen Metal-Historie im Gehirn einfach nicht mehr reproduzieren), und klar ist, dass qualitativ eigentlich alles im grünen Bereich ist. Was fehlt, sind Abwechslung und Überraschungen. PL können das, das haben sie mehrfach bewiesen – hier bleibt beides leider aus. Somit ist der 15. Output der Band zwar ein solides Doom-Album, aber nicht mehr – und das kann nicht der Anspruch einer Größe wie Paradise Lost sein.

A1 Fearless Sky
A2 Gods of Ancients
A3 From the Gallows
A4 The Longest Winter
B1 Medusa
B2 No Passage for the Dead
B3 Blood and Chaos
B4 Until the Grave
VÖ-Datum: 01.09.2017Anzahl Platten: 1Format: 12"Label: Nuclear BlastBestellnr./Katalognr.: NB3787-1Recorded, mixed and mastered by: Jaime Gomez Arellano
Produced by: Jaime Gomez Arellano und Paradise LostSpecials: Gatefold, 180 GrammPressqualität (0–10): 8
Fazit
Heavy, langsam, wieder wie früher. Leider ein bisschen zu viel genau so, denn die Abwechslung fehlt ein wenig.Kategorie: Schallplatte
Produkt: Paradise Lost - Medusa (Nuclear Blast)
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144-612
ArtPhönix Vinyl |
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