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Heinz Rudolf Kunze - Deutschland
Oha. Auch das noch. Wenn im Jahre 2016 einer von Deutschlands Vorzeigelinken ein Album namens „Deutschland“ veröffentlicht, dann ist ein gesundes Maß von Skepsis erst einmal Pflicht. Es beginnt unerwartet gänzlich unpolitisch mit einer plakativen Bluesnummer namens „Es ist in ihm drin“. Okay, bitte sehr. Das erste Mal etwas aufhorchen lässt „In der alten Piccardie“, bei dem zumindest in Sachen Gitarrenarbeit ein bisschen George Harrison durchlugt. Inhaltlich ist´s, wie vieles andere in den 14 Titeln auch, mittelprächtige „Früher- war-alles-besser“-Lyrik. Entschuldigung, da habe ich mehr erwartet. Kunze scheint leer. Er verpackt Pseudo-Melancholie vielfach in musikalischer Trivialität; jeder Hoffnungsschimmer wie das Instrumental-Intro von „Das Paradies ist hier“ wird über kurz oder lang mit stumpfen Allerweltsrhythmen niedergeknüppelt. Ah, jetzt, endlich: „Jeder bete für sich allein“ versucht immerhin so etwas wie eine Botschaft. Die ist mit „Bete zu dem du willst, aber lass den Rest der Welt damit in Ruhe“ zwar auch von überschaubarer Originalität, aber es ist immerhin eine. Musikalisch geht´s auch hier über „nett“ nicht hinaus. „Setz dich her“ ist eine weitgehend inhaltsleere Country-Pop-Nummer – von mir aus. Am Ende von Platte eins bin ich einigermaßen bedient und muss mich zur zweiten Scheibe zwingen. Und dann, endlich, das Titelstück: „Deutschland“ präsentiert sich tatsächlich funky, kommt jedoch inhaltlich über eine wenig originelle Zustandsbeschreibung mit abschließendem Wunsch, dass alles besser werden möge, nicht hinaus. Klingen tut´s hervorragend, von vorne bis hinten. Sehr druckvoll und dynamisch. Die beiden 180-Gramm-Scheiben sind makellos, Ausstattung gibt´s keine.
Fazit
Ausgezeichnet klingende Belanglosigkeit.Kategorie: Schallplatte
Produkt: Heinz Rudolf Kunze - Deutschland (RCA)
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144-612
ArtPhönix Vinyl |
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