Kategorie: Selbstbauprojekt

Einzeltest: Omnes Audio Cheap Trick 322


Ultra-kompakte TQWT mit AMT

Selbstbauprojekt Omnes Audio Cheap Trick 322 im Test, Bild 1
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Der Cheap Trick dieser Ausgabe ist eine kompaktere Version des Cheap Trick 319 in einem deutlich schlankeren Gehäuse – aber immer noch mit allen Eigenschaften, die eine TQWT mitbringen soll.

Die Entwicklung stammt dieses Mal aus dem Hause Klang+Ton, während Blue Planet Acoustic Treiber und Gehäuse geliefert hat. Das Gehäuse entspricht dabei der alten „Needle Deluxe“, die ja auch schon einige Bestückungen gesehen hat und nun eben in einer recht hochwertigen Zwei-Wege- Version präsentiert wird.  

Technik


In der schlanken Säule steckt ein neuer Tiefmitteltöner, den Omnes Audio gerade erst ins Lieferprogramm aufgenommen hat. Der MW4.01 erinnert vom Design her stark an die kleinen Tiefmitteltöner, die Peerless und andere in den 90er und 2000er Jahren in großer Zahl auf den Markt gebracht haben. Damals gab es sehr hochwertige Treiber mit Druckgusskorb, aber auch günstigere Modelle mit Stahlblechkorb, die aber technisch kaum schlechter waren als die deutlich teurere Verwandtschaft.

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Der MW4.01 orientiert sich klar an den günstigeren Modellen und hat deren charakteristischen Stahlblechkorb mit abgeflachter Kante, die ein Einfräsen des Treibers überflüssig macht.  

Die zwei gegenüber liegenden abgeschnittenen Seiten des Korbs ermöglichen entweder den Einbau in sehr schmale Gehäuse oder aber die nahe beieinander liegende Montage bei einer möglichen Mehrfachbestückung – so ließe sich beispielsweise mit einer Vierfach- Besetzung im Reihen-Parallel-Betrieb eine immer noch sehr kompakte Box realisieren, die dynamisch dennoch hoch belastbar ist.  

Der AMT 50 - einer der günstigsten AMTs auf dem Markt - ist aufgrund seiner Größe nicht ultratief einsetzbar, macht aber ansonsten alles richtig: Hohe obere Grenzfrequenz, ordentlich Wirkungsgrad und ein gutes Rundstrahlverhalten machen ihn zur ersten Wahl für die Kombination mit einem kleinen Tieftöner. Seine geringe Baugröße ermöglicht ein ordentliches Rundstrahlverhalten, während er einer gleich großen Kalotte in Sachen Dynamik und Bandbreite deutlich überlegen ist. Insgesamt kosten die beiden Chassis zusammen gerade einmal etwas mehr als 50 Euro.  

Gehäuse


„TQWT“ steht für „Tapered Quarter Wave Tube“, das bedeutet in etwa „konischer Viertelwellenleiter“. Das ist die bei Blue Planet Acoustic so beliebte besondere Art der Transmissionline, bei der der Treiber in eine sich zum Schallaustritt hin erweiternde Leitung strahlt, die am Ende mit einem Reflexrohr oder -kanal abgeschlossen ist. Der Treiber sitzt in aller Regel auf einem Drittel der Lauflänge der Leitung. In der Praxis ist das recht leicht zu realisieren: Ein klassisch quaderförmiges Gehäuse wird mit einem Brett schräg geteilt, ein weiteres Brett besorgt den Reflexkanal. Das sollte auch den weniger geübten Boxenbauer nicht vor übermäßige Probleme stellen. Unser Paar TQWT verfügt als Besonderheit über eine austauschbare Montageplatte, so kann man bei Bedarf einen anderen Treiber montieren. In der „normalen“ Version ist das nicht vorgesehen, weshalb Sie Entsprechendes in der Gehäusezeichnung vergeblich suchen werden. Blue Planet Acoustic hat 19 Millimeter starke Gehäusewände vorgesehen, als Baumaterial bietet sich MDF an. Der Anfang der Line bis zum Treiber wird mit Sonofil bedämpft, während um den Knick herum Akustik-Schaumstoff gegen Resonanzen wirkt. Abstimmfrequenz ist hier etwa 50 Hertz.  

Frequenzweiche


Die Entwicklung der Weiche gestaltete sich als recht einfach, was die grundsätzliche Topologie anging, wenn auch die Feinabstimmung dann ein wenig gedauert hat, denn der Balanceakt zwischen sauberem Übergang und ausgewogenem Verlauf war ein bisschen haarig. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn bei Blue Planet Acoustic verlässt man hier ja auch durchaus mal die ausgetrampelten Pfade und betont den Mitteltonbereich ganz ordentlich.  

Der Tieftöner in der Box (orange) lässt sich auf jeden Fall mit einer Spule herunterziehen (grau), was aber dann zu einer viel zu tiefen Trennfrequenz und einer zu flachen Flanke führen würde. Mit einem kleinen Parallelkondensator „drückt“ man den Pegal nach oben und sorgt für eine steilere Flanke (grün). Mit einem kleinen Widerstand wird diese Flanke noch minimal modelliert (blau). Der viel zu laute AMT50 (rosa) wird mit einem Spannungsteiler auf das Lautstärkeniveau des Tiefmitteltöners gezogen (hellrot). Ein Kondensator sorgt dann schon fast für die korrekte Anbindung an die Flanke des MW4.01 (orange). Mit einer Parallelspule passt es dann genau (rot).  

Das Resultat ist eine absolut phasenrichtige Übernahme zwischen beiden Treibern mit einer leichten Betonung des Mitteltonbereich unterhalb der Trennung und einem etwas sanfteren „Einblenden“ des AMT, damit dieser direkt auf der Trennfrequenz nicht giftig klingt.  

Messungen


Die TQWT macht einen akzeptablen Pegel angesichts der verwendeten Treibergröße mit ausreichend Tiefgang im Raum. Es ergibt sich ein Frequenzgang mit einer minimalen Betonung der Mitteltonbereichs, die aber kaum ins Gewicht fällt – bei normaler Aufstellung wird der Bass dann noch passend angehoben. Der Hochtöner setzt pegelmäßig dann eher gemäßigt an, aber das geht bei einem AMT auch nicht anders. Nach oben hinaus macht der dann deutlich mehr Pegel. Das Rundstrahlverhalten ist sehr gut. Die leichte Phasenverschiebung oberhalb des Bassbereichs ist der Bauform anzulasten, fällt aber bei der Messung nur leicht beim Klirr und dann unter realen Bedingungen gar nicht mehr ins Gewicht. Insgesamt ist die Box erstaunlich klirrarm, angesichts des 10-Zentimeter- Treibers. Ohnehin ist das Klirrverhalten oberhalb des Bassbereichs nur als sehr gut zu bezeichnen: Man bemerkt, dass der Hochtöner einen Hauch zu tief angekoppelt ist, aber das ist noch kein Problem. Das Wasserfalldiagramm zeigt die üblichen Resonanzen der Bauweise, aber auch keine eklatanten Nachschwinger.  

Klang


Eine Line, ganz klar: CT322 geht ultratief hinunter mit einem nicht so prominenten – man könnte jetzt böse sagen: aufdringlichen – Bass wie eine Reflexbox, dafür aber in Wandnähe in einem kleinen Raum mit ordentlich Tiefe und Schwärze im tonalen Fundament. Der Mitteltonbereich ist nicht so auffallend „breitbänderig“ wie noch Cheap Trick 319, sondern nur minimal betont und im Mittel ausgewogen: Bei CT322 kann man mit Fug und Recht von einem Allround-Lautsprecher reden. Kritikpunkte: Nicht wirklich – ich würde mit der schlanken Säule vielleicht nicht versuchen, große Säle bei Tanzveranstaltungen zu beschallen, ihre Domäne sind klar kleinere Räumlichkeiten, in denen der Besitzer aber nicht auf die ganz tiefen Töne verzichten möchte.  

Aufbauanleitung


Die Box wird auf der Seitenwand aufgebaut, auf der nacheinander die vorgefräste Schallwand, Deckel, Rückwand und die Teiler-Bretter aufgeleimt werden. Danach wird die Bedämpfung am Beginn der Line wie beschrieben eingebracht. Die Weiche und die Verkabelung werden danach eingesetzt, bevor die zweite Seitenwand die Box verschließt. Zum Schluß klebt man die breitere Sockelplatte auf.  

Zubehör pro Box


 2 Matten Sonofil
 1 Matte Akustik-Schaumstoff
 Terminal
 Kabel
 Schrauben
 Dichtband


Lieferant: Blue Planet Acoustic  

Holzliste:


 Siehe Zeichnung  

Weichenbestückung


L1: 1,5 mH, Luftspule, 1mm
L2: 0,47 mH Luftspule 0,7 mm
C1: 6,8 μF MKP
C2: 6,8 μF MKP
R1: 1 Ohm MOX 10 Watt
R2: 5,6 Ohm MOX 10 Watt
R3:q 10 Ohm MOX 10 Watt 

Fazit

Der Cheap Trick 322 ist eine sehr schlanke TQWT mit günstiger Chassis-Bestückung, die deutlich größer klingt.

Stückpreis: um 90 Euro

Selbstbauprojekt

Omnes Audio Cheap Trick 322


06/2022 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Chassishersteller: Omnes Audio 
Vertrieb: Omnes Audio, Oberursel 
Konstruktion: Omnes Audio, Thomas Schmidt 
Funktionsprinzip: TQWT 
Bestückung: 1 x Omnes Audio MW4.01 1 x Omnes Audio AMT 50 
Nennimpedanz in Ohm: 8 Ohm 
Kennschalldruckpegel 2,83V/1m 81 dB 
Kosten pro Stück: ca. 90 Euro (Bausatz ohne Holz) 
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Autor Thomas Schmidt
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Datum 14.06.2022, 08:48 Uhr
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