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Kategorie: Vollverstärker

Einzeltest: NAD C 390DD2


Heute mach ich blau!

Vollverstärker NAD C 390DD2 im Test, Bild 1
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Ein modularer Geräteaufbau hilft dabei, genau das in einem Gerät zu kombinieren, was man braucht. Bei NAD macht dieses Baukastenprinzip besonders viel Spaß, denn dank guter Firmen-Synergien kann man seinen Verstärker zum echten digitalen Allrounder machen.

Hier  in  der  HiFi  einsnull haben wir ja nun mal ein Hauptthema: digitale Musikwiedergabe. In den Anfangsjahren  noch  ein  Randthema,  hat sich die HiFi-Branche, ebenso wie die gesamte Unterhaltungselektronik, jedoch stark gewandelt. Digitale Geräte dominieren das Wohnzimmer. Smart-TVs, Blu-ray-Player, Sat-Receiver,  DAB-Tuner und High-Res-Streamer streiten  sich  nun  um  den  begrenzten Raum in den Regalen. Dazu kommen  beim  Sound  aber  immer  noch die analogen Komponenten, denn das menschliche Gehör funktioniert leider  nicht  digital  und  spätestens  an den  Lautsprechern  muss  ein  analoges Signal die Daten in physische Bewegungen der  Treiber verwandeln. In Anbetracht  der  digitalen  Ausrichtung der  restlichen  Geräte  böte  es  sich  jedoch  an,  auch  die  Verstärkertechnik zu digitalisieren, um die störungsanfällige, analoge Übertragung so kurz wie möglich zu halten. Genau hier setzt der NAD C 390DD2 an, der sich wirklich als echte digitale Komplettlösung herausstellt. Bei NAD ist man sich dem heutigen Stand der heimischen Elektronikgeräte  bewusst, weshalb  der  C  390DD2 über keinerlei analoge Anschlüsse verfügt.  Schließlich  besitzen  sämtliche Quellgeräte  heute  entweder  einen Digitalausgang in optischer oder koaxialer  Form,  die  beide  vom Verstärker verarbeitet werden können. Jeweils gleich  zwei  Anschlüsse  pro  Übertragungsart bietet der NAD hier, ergänzt von einem AES/EBU-Anschluss.

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Unabhängig von der Anschlussart können Signale mit bis zu 192 kHz bei 24 Bit  verarbeitet werden, selbst bei Verwendung des Toslink-Eingangs – sehr vorbildlich.  Die  digitale  Anschlussvielfalt ermöglicht dem C 390DD2 außerdem, zur  Schaltzentrale  des Wohnzimmers zu werden, denn Fernsehton und der Ton anderer AV-Geräte können so  unkompliziert über die HiFi-Anlage ausgegeben werden. Damit bei Filmen auch der nötige Bass nicht fehlt, bietet der NAD gleich zwei Subwoofer-Ausgänge, mit denen die Klangkulisse auch bei Actionfilmen stimmt. Auch  bei  den  Lautsprecherausgängen hat sich NAD noch etwas einfallen lassen und ergänzt die Stereo-Klemmen mit einem weiteren Satz Anschlüsse,  um  passende  Schallwandler  auch im Bi-Amping-Modus zu betreiben. Angeschoben werden die Treiber von knapp 150 Watt Leistung, die der Verstärker sowohl an acht als auch an vier Ohm entwickelt. Hier liegt die Spezialität des C 390DD2, der seinen digitalen Fokus nicht nur auf die Eingänge legt, sondern auch auf die weitere Signalverarbeitung.  Bis  direkt  vor  die Ausgänge reicht der digitale Signalweg und lässt nur wenige Zentimer analoge Übertragung zu. Im Gegensatz zu den meisten  anderen  Geräten  besitzt  der NAD  nämlich  keinen  D/A-Wandler, dessen Signale erst an einen Verstärker geleitet werden. Stattdessen setzt NAD hier  auf  „echte“  Digitalendstufen,  die ein digitales Signal verstärken und dann analog ausgeben. Dies geschieht hier nach dem sogenannten PCM- PWM-Prinzip.  Ein  normaler  DAC-Chip tastet ein PCM-Signal (Puls-Code-Modulation) nach zeitdiskreten Frequenzwerten  ab  und  errechnet aus  den  dort  enthaltenen  Informationen eine sinusförmige Kurve. Bei der Wandlung mit einem PWM (Pulsweitenmodulation), wird hingegen die Dauer  der  Überschneidung  des  digitalen  Signals  mit  einem  Referenzsignal gemessen, um daraus eine analoge Kurve zu generieren. All das geschieht aber erst in den Endstufen-Chips, um dann als fertig verstärktes Signal an die angeschlossenen  Lautsprecher  weitergegeben zu werden.   theoretisch  ist diese Art der Umwandlung näher an der Art eines DSD-Wandlers, doch da  im Verstärker ein PCM-Konverter integriert ist, verarbeitet der C 390DD2 nur Formate wie FLAC, ALAC, WAV und AIFF, mit Auflösungen bis zu 192 kHz bei 24 Bit. Deren Informationen bleiben  dafür  aber  praktisch  unverfälscht erhalten. Neben  Streamern  und  AV-Geräten verarbeitet  der Verstärker  so  auch  Signale, die über den USB-B-Eingang an der Rückseite übertragen werden, genauso wie Daten von USB-Massenspeichern, für die es wahlweise hinten oder  vorne  eine  USB-A-Schnittstelle  gibt. Es wurde also auch gleich an die Computer-Audio-Fraktion gedacht, doch  auch  für  andere  Aufgaben  lässt sich der C 390DD2 spezialisieren. Hier setzt der modulare Aufbau ein, mit dem man den Verstärker so ausrüsten  kann, wie man ihn haben möchte.  Für  den  Einsatz  am  Fernseher und  für  das  Heimkino  bietet  sich  das DD-HDMI-1-Modul an. Dieses ergänzt die bestehende Anschlussvielfalt um drei HDMI-Eingänge und einen  Ausgang, um HD-AV-Signale direkt vom  Verstärker  zu  verarbeiten  und auch  I²S-Unterstüzung  für  Audio  zu ermöglichen. Wer  hingegen  noch  ein paar analoge Quellgeräte wie  Tapedecks oder Plattenspieler (MM und MC)  anschließen  möchte,  kann  dafür das DD-AP-1-Modul verwenden, das einen symmetrischen und zwei unsymmetrische Eingänge mit einem passenden A/D-Wandler kombiniert. Doch  wir  von  der  einsnull  sind  eben auf hochwertiges HiFi-Streaming spezialisiert,  weshalb  unser  Testgerät mit dem DD-BlueOS-Modul angeboten wird. Regelmäßigen einsnull-Lesern  wird diese Bezeichnung sofort bekannt vorkommen, denn BlueOS  ist der Name des Betriebssystems der Bluesound-Multiroom-Systeme. Mit genau diesen Systemen ist der NAD C 390DD2 voll kompatibel, denn beim Zusatzmodul handelt es sich um genau die Streaming-Einheit, die auch in den Systemen des NAD-Partnerkonzerns  Bluesound enthalten sind. Damit werden die Anschlüsse des  Verstärkers nochmals um einen Ethernetanschluss, eine Bluetooth-Antenne mit AptX-Unterstützung  und  gleich  zwei  USB-A-Eingänge erweitert, so dass der C 390DD2 zu einer absoluten Streaming-All-in-one-Lösung wird. Das bedeutet aber auch, dass die eigentlich gut funktionierende Fernsteuerung zur  Bedienung  nicht  mehr  ausreicht, und auch das gut lesbare Display an der Front  bietet  sich  nicht  unbedingt  für gemütliches Stöbern durch die digitale Musikauswahl  an.  Doch  dafür  gibt  es natürlich die passende Lösung in Form einer kostenlosen App für iOS- und  Android-Geräte.  Auch  diese  basiert natürlich  auf  dem  Bluesound-System und  bietet  den  gleichen  hervorragenden Funktionsumfang an. Unterschiedliche  Netzwerkspeicher  können hier ausgewählt werden, um deren Musik dann in einer gemeinsamen Bibliothek zusammenzufassen. Dazu kommt noch die Integration einer Vielzahl von Streamingdiensten, die man nach Anmeldung mit dem passenden Kundenkonto in die App integrieren kann. Mit dabei  sind  praktisch  alle  großen  Namen inklusive TIDAL, Deezer, Qobuz und Spotify, ebenso wie der Internetradiodienst Tune-In. Besonders lobenswert  ist hier auch die Möglichkeit,  Titel aus aus eigenen  Quellen  beliebig  mit  Titeln  von Streamingdiensten in der Abspielliste zu kombinieren. Dabei kommt es nicht zu  Verzögerungen oder anderen  merklichen  Problemen.  Lediglich ein kleines Logo des jeweiligen Streamingdienstes erscheint neben dem jeweiligen Lied. Alben von einem Netzwerkspeicher werden hingegen mit einem kleinen Zusatz versehen,  der auf die Auflösung hinweist. CD-Rips erhalten dabei den Hinweis „CD“, 24-Bit-Formate bekommen den Stempel „High Res” verpasst.  Man muss einfach sagen, dass die  NAD/Bluesound-App sehr gut gelungen ist und im Moment zu den besten Steuerungs-Interfaces im Streamingbereich  zählt.  Coverbilder  werden  für schnelleres  Laden  im  Cache  gespeichert,  Zusatzinformationen  können auf Wunsch  vom  Musikdienst  last.fm  bezogen werden und das Einstellungsmenü bietet eine  Vielzahl von Optionen, um App und Modul auf den Nutzer zuzuschneiden. Doch auch der C 390DD2 selbst verfügt noch über einige Mittel, um den Klang des Gerätes auf den eigenen Geschmack und das jeweilige  Umfeld  einzustellen.  Zum einen ist da die interne Klangregelung, die Bässe und Höhen um bis zu zehn dB erhöhen oder absenken kann. Zum anderen gibt es noch die Raumanpassung. Dazu muss eine Reihe FLAC-Dateien aus dm Internet heruntergeladen werden und auf einem USB-Stick über den Front-Eingang abgerufen  werden. Dann ertönen Signale acht zwischen 180 und 40 Hz, die in Level und Breite leicht angepasst werden können. Somit hat man ein recht einfaches, aber kräftiges Werkzeug zur Hand, um Raummoden entgegenzuwirken, vorausgesetzt, man verfügt über ein geschultes Gehör. In seinen Standardeinstellungen zeigt der NAD C 390DD2 schon eine recht ausgewogene Klangcharakteristik, die mit der offenen Bühne wunderbar  den  Raum  erfüllt.  Dabei  arbeitet  der Verstärker  mit  einer  Leichtfüßigkeit,  die  man  ihm  bei  seinem  tiefschwarzen, etwas kantigen Äußeren so fast nicht zugetraut hätte. Trotz PCM-zu- PWM- Konversion bleiben alle Details der  ursprünglichen  Signale  erhalten. Lizz Wrights „Freedom & Surrender“ wird von knackigen Percussions umrahmt, während die starke Stimmte der Interpretin selbst den Mittelpunkt im Raum sucht. Mark Knopflers „Laughs  and Jokes and Drinks and Smokes“  trumpft  mit  unaufdringlichem,  aber  gutem Bass auf, während die Bögen  der Geigen geschmeidig ihre Bahn ziehen. Lediglich bei der Wiedergabe von  The Shrines „Rare Breed“ über TIDAL  bemerkte  man  im Vergleich  zu  anderen  Rockalben  die  starke  dynamische  Kompression des Albums selbst. Mithilfe der Klangeinstellung konnte dem aber schnell entgegengewirkt werden, so dass sich auch hier der nötige Druck entwickelte, um auch bei CD-Qualität wirklich mitzureißen.

Fazit

Das BlueOS-Modul ist den Aufpreis mehr  als wert. Während der NAD C 390DD2  vorher ein wunderbar konsequenter Digitalverstärker war, wird er mit dem hervorragenden Streamingmodul von Bluesound zu  einem echten Topsystem, das mit großem  Funktionsumfang und ausgeglichenem Klang  jeden Digitalfan begeistern kann.

Preis: um 3000 Euro

NAD C 390DD2


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Ausstattung & technische Daten 
Preis: um 3.000 Euro (inkl. BlueOS-Modul) 
Vertrieb: Dynaudio, Rosengarten 
Telefon: 04108 41800 
Internet: www.nad.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 435/131/388 
Leistung 4 Ohm (in Watt): etwa 150 Wat 
Leistung 8 Ohm (in Watt): etwa 150 Wat 
Ausgänge: 2 x Lautsprecher Stereo (davon 1 x für Bi-Wiring), 1 x S/PDIF koaxial, 1 x Toslink optisch, 2 x RCA Sub-out 
Unterstützte Formate: MP3, AAC, OGG, FLAC, ALAC, AIFF, WMA, WAV 
Unterstützte Abtastraten: bis 192 kHz, 24 Bit 
checksum „Das BlueOS-Modul ist den Aufpreis mehr als wert. Während der NAD C 390DD2 vorher ein wunderbar konsequenter Digitalverstärker war, wird er mit dem hervorragenden Streamingmodul von Bluesound zu einem echten Topsystem, das mit großem Funktionsumfang und ausgeglichenem Klang jeden Digitalfan begeistern kann.“ 

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