Kategorie: CD-Transport, Vollverstärker

Systemtest: Audiolab 6000CDT, Audiolab 6000A


Mitten rein

CD-Transport Audiolab 6000CDT, Audiolab 6000A im Test , Bild 1
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Audiolab besinnt sich auf seine Anfängen zurück und liefert dazu eine neue Serie. Geht der Blick nach vorne oder verliert man sich in Nostalgie?

Anfang der 80er-Jahre entwickelte sich HiFi ein wenig so, wie es heute auch der Fall ist. Während sich die Preisspirale immer weiter nach oben schraubt, scheint der Sektor für erschwingliche Systeme langsam immer weiter zusammenzubrechen. Schaut man hingegen von unten auf die verfügbare Produktpalette, wird der Markt von wenig zuverlässigem Fließband- Krempel überschwemmt. In dieser Zeit entwickelten Philip Swift und Derek Scotland einen Verstärker, der einen moderaten Preis aufrufen sollte, dabei aber auch keine Abstriche in Sachen Qualität und Klang machen musste. Geboren war der Audiolab 8000A, auf den noch viele weitere Geräte folgen sollten. Gute 25 Jahre später ist Audiolab vom Start-up zur bekannten und beliebten Marke geworden.

CD-Transport Audiolab 6000CDT, Audiolab 6000A im Test , Bild 2CD-Transport Audiolab 6000CDT, Audiolab 6000A im Test , Bild 3CD-Transport Audiolab 6000CDT, Audiolab 6000A im Test , Bild 4CD-Transport Audiolab 6000CDT, Audiolab 6000A im Test , Bild 5CD-Transport Audiolab 6000CDT, Audiolab 6000A im Test , Bild 6CD-Transport Audiolab 6000CDT, Audiolab 6000A im Test , Bild 7CD-Transport Audiolab 6000CDT, Audiolab 6000A im Test , Bild 8CD-Transport Audiolab 6000CDT, Audiolab 6000A im Test , Bild 9
Aus dem 8000A von einst ist mittlerweile die 8300er-Serie geworden, die nun zur Referenzreihe des Herstellers geworden ist. Preislich ist auch sie weiterhin weit davon weg, als zu teuer bezeichnet zu werden, doch Neueinsteiger in das Hobby HiFi suchen wahrscheinlich dennoch nach einer noch etwas leichter überwindbaren Hürde. Auf der anderen Seite bietet Audiolab noch tolle Kompaktsysteme, doch im klassischen Vollformat stand man ein wenig vor genau der Problematik, die man zu Zeiten der Firmengründung ja zu lösen versuchte. Die Zeichen der Zeit wurden aber rechtzeitig erkannt und mit der neuen 6000er-Serie bietet der Hersteller nun legitime Nachfolger für das einstige Konzept von erschwinglicher Qualität. Doch bei solchen Rückbesinnungen auf (vermeintlich) einfachere Zeiten besteht oft die Gefahr, dass dabei moderne Dinge unter den Tisch fallen. Zu groß ist oft die Versuchung zu sagen: „Das ging früher auch ohne.“ Mit einem Blick auf die beiden neuen Systeme, den Vollverstärker 6000A und den CD-Transport 6000CDT, bestätigt sich diese Vermutung keinesfalls. Für das Design hat man sich bei der 8300er-Reihe inspirieren lassen, sodass den Systemen ein moderner, aber gleichzeitig zeitlos wirkender Look spendiert wurde. Von Inspiration zu sprechen, ist eventuell sogar untertrieben, denn man könnte beinahe von einer Kopie sprechen. Unterschiede zwischen 8000A und 6000A muss man fast mit der Lupe suchen. Beide bieten drei große Regler an der Front, ein ovales Display und konsequent gerade Kanten ohne zu viel Spielerei. Auch der CDT bedient sich der Designsprache des Herstellers, setzt bei seiner Bedienung aber auf Tasten, statt auf Drehregler. Am besten eignet sich bei beiden Systemen allerdings die schlanke Fernbedienung, die für Verstärker und CD-Transport gleichzeitig genutzt werden kann. Auch wenn die Geräte als Einstieg geplant sind, ist es schön zu sehen, dass auf Verarbeitungsqualität und gute Anmutung geachtet wurde. Die Materialien sind top, und auch Tasten und Regler fühlen sich gut an und sitzen fest. Sehr schön. Auch der Fokus der Systeme in Sachen Funktionalität folgt modernen Ansätzen. So dient der 6000CDT wie gesagt als reiner Transport für optische Datenträger. Ein Schlitz an der Front reicht, um dem Slot-in-Laufwerk CDs zuzuführen. Ist der Kontakt mit dem Sensor hergestellt, zieht der CDT die Disc ein wie ein Eichhörnchen, dem man eine Nuss hingelegt hat. Fast so, als könne er es kaum erwarten loszulegen, scannt er die Scheibe blitzschnell durch und zeigt Laufzeit und Trackanzahl im Display an, bevor er darauf wartet, endlich den Befehl zum Start zu bekommen. Damit das Laufwerk und die digitale Ausgangsstufe ordentlich arbeiten können, verfügt der Transport über ein anständiges Netzteil mit Ringkerntrafo, statt einem Schaltnetzteil, das man in der Einstiegsklasse eher erwarten würde. Heraus geht es per optischem oder koaxialem S/PDIF-Anschluss, denn das Wandeln der ausgelesenen Daten überlässt der CDT anderen. Das bedeutet, dass Nutzer die die CD bereits hinter sich gelassen haben, auf das Laufwerk verzichten können, denn der DAC ist, anders als in der 8300er- Serie, in den Verstärker integriert. Dabei setzt Audiolab im 6000A auf eine Plattform von ESS, die auch schon in anderen Systemen des Herstellers Anwendung fand und immer weiter entwickelt wurde. Ein ES9018K2MChip sitzt auf der blauen Digital-Platine im Innern des Verstärkers. Aus der Sabre32-Serie stammend, bietet er die typische 32-Bit-Architektur, die mit präzisem Clocking den berüchtigten digitalen Jitter unterdrückt. Als Zugang zum hochwertigen D/A-Wandler setzt der 6000A auf eine Reihe verschiedener Digitaleingänge. Zwei optische Inputs eignen sich wunderbar für den Anschluss des CD-Transports, von Fernsehern oder Sat- Receivern. Direkt darunter befinden sich zwei koaxiale S/PDIF-Eingänge in verschiedenen Bauweisen. Ausgewachsene Streamingsysteme oder Mediaplayer verwenden hier am besten den Anschluss mit Cinchbuchse, während Kompaktstreamer oder mobile Digitalplayer gut für den 3,5-Millimeter- Anschluss geeignet sind. Für das unkomplizierte Streaming von Tablets oder Smartphones bietet sich die Bluetooth-Verbindung an, mit der man per UPnP-App aus dem Netzwerk oder von Onlinediensten aus dem Internet Musik abspielen kann. Die Anschlusswahl ist gut getroffen, denn moderne Eventualitäten werden wunderbar bedacht. So macht es Audiolab einem leicht, mit einfachen Mitteln eine Anlage aufzubauen, die dank einer maximal unterstützen Auflösung von 192 kHz bei 24 Bit auch voll HiRes-fähig ist. Auch auf analoger Seite bietet der 6000A natürlich die passenden Verbindungen. Drei Paar Cinchbuchsen stehen hier zur Verfügung, die um einen RIAA-entzerrten Phono-Eingang für MM-Tonabnehmersysteme ergänzt werden. Wer also dem Vinyltrend folgen möchte und einen Plattenspieler nutzt, kommt hier ebenfalls auf seine Kosten. Wo wir dann auch bei den analogen Fähigkeiten sind, kommen wir einmal auf den eigentlichen Verstärker zu sprechen. Erneut übertrifft Audiolab ein wenig die Erwartungen, die man an ein Einsteigersystem normalerweise stellt. Class-D-Endstufen sind günstig zu bekommen und auch digitale Lautstärkekontrollen sind im gemäßigten Preisbereich eher die Norm. Erstaunlich also, dass beim 6000A alles etwas anders ist als sonst. Bei der Vorstufe geht es analog zur Sache. Dabei wurde außerdem darauf geachtet, dass der Signalweg so einfach wie möglich gehalten wird, um möglichst wenig auf die Musik einzuwirken. In Stufen von ein oder zwei dB wird so der Schalldruck kontrolliert, wobei unten zunächst etwas gröber geregelt wird, während es dann bei höheren Lautstärken genauer genommen wird. Genau wie beim CD-Transport auch, wurde natürlich ein hochwertiges Netzteil genutzt, um den Verstärker mit Energie zu beliefern. Dabei werden neben dem großen Ringkern auch passend dimensionierte Kondensatoren verwendet. Für die eigentliche Power nutzt Audiolab im 6000A eine Endstufe mit Class- AB-Schaltung. Die kanalgetrennt arbeitenden Kraftwerke sitzen an recht üppig dimensionierten Kühlkörpern, die die Bauteile auf der optimalen Arbeitstemperatur halten. Hier wurde ein beachtlicher Aufwand getrieben, der sich letztlich auch in tollen Messwerten niederschlägt. Pro Kanal lieferte der Vollverstärker knapp 50 Watt bei acht Ohm Impedanz, bevor der Grenzwert von 0,7 Prozent Klirr erreicht war. Nutzt man Lautsprecher mit lediglich vier Ohm Widerstand, lagen sogar über 70 Watt an den festen Lautsprecherklemmen auf der Rückseite an. Dabei zeigte sich die AB-Endstufe über das ganze Messprozedere hinweg von ihrer besten Seite, lieferte stets niedrige Klirrwerte, begeisterte beim Rauschabstand und zeichnete einen wunderbaren Frequenzgang auf die Skala. Insgesamt ein hervorragendes Ergebnis. Doch Zahlen sind stets nur die halbe Wahrheit, denn natürlich muss sich ein Verstärker vor allem klanglich beweisen. Also ging es vom Messlabor direkt weiter in den Hörraum, damit Audiolabs Kombi auch hier zeigen kann, was sie drauf hat. Aufstellung und Anschluss sind schnell erledigt, und schon lechzte der CDT nach Futter für sein Laufwerk. Ein Druck auf die Play-Taste, und schon legen Transport und Verstärker los. Schon von den ersten paar Takten an hatten die beiden 6000er meine Sympathien. Direkt und ins Gesicht spielten sie Cage the Elephants ebenso benanntes Album mit kräftigem Punch. Gerade im Tiefton hat der 6000A einiges zu bieten, liefert Kraft und macht Druck, ließ dabei aber niemals die Kontrolle vermissen und behielt die Kontur. Dazu stellte die Kombi Gesang und Stimmen wunderbar dar, positionierte den Sänger gut im Raum und punktete im Hochton mit feinen Details. Auch beim Umstieg auf Streaming jenseits der 16 Bit setzte sich der gute Eindruck fort. Feinheiten und Details bildet der DAC wunderbar ab und auch bei der Dynamik wusste er, wie man Musik lebendig rüberbringt. Dank der guten Leistung mangelte es zu keiner Zeit an Kraft, sodass der Finger noch einige Male zur Fernbedienung wanderte, um die Lautstärke noch ein wenig höher zu drehen. Das engagierte Spiel der Kombi geht so immer mehr auch auf den Hörer über, sodass man es schnell schafft, sich von der Musik mitreißen zu lassen. Audiolab macht mit der 6000er- Serie alles richtig. Der CD-Transport liefert tolle Ergebnisse und reagiert blitzschnell auf Eingaben. Wirklicher Held ist aber der 6000A, dessen hochwertige Technik zu einem wunderbaren musikalischen Erlebnis führt. Die Rückbesinnung auf die Tugenden ihrer Anfangszeit hat Audiolab keineswegs geschadet, wobei man moderne Ansprüche im Auge behielt. Für den Preis, der bei den beiden Systemen aufgerufen wird, bleibt keine andere Wahl, als für 6000A und 6000CDT eine echte Empfehlung auszusprechen.

Fazit

Packender Klang und tolle Technik zeichnen Audiolabs 6000A und den 6000CDT aus. Der Verstärker bietet für digitale und analoge Quellen beste Voraussetzungen und lässt sich mit dem tollen CD-Transport oder HiRes-Streamern unkompliziert erweitern.

Preis: um 500 Euro

CD-Transport

Audiolab 6000CDT


03/2019 - Philipp Schneckenburger

Preis: um 800 Euro

Vollverstärker

Audiolab 6000A


03/2019 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten: Audiolab 6000CDT
Preis (in Euro): um 500 Euro 
Vertrieb: IAD Deutschland, Korschenborich 
Telefon: 0800 2345007 
Internet: www.audiolust.de 
Abmessungen (BxHxT in mm) 445/79/300 
Eingänge 1 x CD 
Ausgänge 1 x S/PDIF koaxial, 1 x Toslink optisch 
Ausstattung & technische Daten: Audiolab 6000A
Preis: um 800 Euro 
Vertrieb: IAD Deutschland, Korschenborich 
Email: 0800 2345007 
Internet: www.audiolust.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 445/79/300 
Leistung 4 Ohm (in Watt): etwa 73 Watt 
Leistung 8 Ohm (in Watt): etwa 47 Watt 
Eingänge: 1 x 2 x Toslink optisch 1 x S/PDIF koaxial 
Ausgänge: 1 x Lautsprecher Stereo 
Unterstützte Abtastraten: PCM bis 192 kHz 
checksum „Packender Klang und tolle Technik zeichnen Audiolabs 6000A und den 6000CDT aus. Der Verstärker bietet für digitale und analoge Quellen beste Voraussetzungen und lässt sich mit dem tollen CD-Transport oder HiRes-Streamern unkompliziert erweitern.“ 
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Autor Philipp Schneckenburger
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Datum 10.03.2019, 14:54 Uhr
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