Kategorie: In-Car Subwoofer Chassis

Einzeltest: Gladen Audio Zero 12 Pro


Understatement

Car-Hifi Subwoofer Chassis Gladen Audio Zero 12 Pro im Test, Bild 1
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Subwoofer mit High-End-Anspruch gibt es im Prospekt viele. In der Realität sieht die Sache anders aus. Einen der wenigen kompromisslos auf Sound Quality entwickelten Subwoofer haben wir mit dem Gladen Zero 12 Pro gefunden.

Guter Klang ist alles und der Rest ist egal? Dann wird die Luft dünn, wenn es um Subwoofer geht. Doch was ist mit den klassischen Klangliebhabern, die eher „weniger ist mehr“ als „viel hilft viel“ als ihre Philosophie bezeichnen würden? Auf unsere Subwoofer bezogen heißt das: Wir suchen nicht das Maximum, sondern das Optimum. Statt einer immer steiferen und immer schwereren Membran mit immer mehr Antrieb auf die Sprünge zu helfen, begeben wir uns auf die Suche nach dem optimalen Verhältnis von Antrieb zu Masse. Fehlervermeidung statt Fehlerbehebung also. Der altehrwürdige Pfad der Fehlervermeidung führt uns an gründlicher Belüftung des Basstreibers vorbei, die Kompression verhindert und für kühle und damit lineare Verhältnisse sorgt.

Car-Hifi Subwoofer Chassis Gladen Audio Zero 12 Pro im Test, Bild 2Car-Hifi Subwoofer Chassis Gladen Audio Zero 12 Pro im Test, Bild 3Car-Hifi Subwoofer Chassis Gladen Audio Zero 12 Pro im Test, Bild 4
Weiter geht es in Richtung einer Luftspaltgeometrie, die in allen Lebenslagen ein gleich starkes und gleich orientiertes Magnetfeld bereitstellt. Die elastische Aufhängung der Schwingeinheit wird sorgfältig linearisiert, so dass der fertige Lautsprecher sich trotz konstruktionsbedingter Asymmetrie beim Vorwärtsschwingen der Membran möglichst genauso verhält wie auf deren Rückweg. Die überwiegende Mehrheit dieser klangdienlichen Optimierungen ist dem Lautsprecher noch nicht einmal anzusehen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Beitrag aus dem Hause Gladen zu diesem Thema nicht besonders spektakulär ausschaut. Kein Chrom, kein 3D-Logo mit Beleuchtung, keine Ehrfurcht gebietende SPL-Sicke. Der Zero 12 Pro kommt in dezentem Mattschwarz daher, das einzige bisschen Show ist eine Alublende auf der Rückseite – naürlich dezent mattiert und edel gelasert. Der Membran sieht man den Gehirnschmalz nicht an, der in ihr steckt. Auf den ersten Blick hakt man sie als Papier ab, doch beim Anfassen fällt auf, dass sie trotz bescheidener Materialstärke enorm stabil ist. Die Nachforschungen bringen zutage, dass ein Sandwich aus dünnen Papierschichten mit Spezialschaum Verwendung fi ndet. Oha! Wenn bei einem Subwoofer derartiges Hightech im Spiel ist, meint es jemand ernst – so eine Pappschale bekommt man nicht an jeder Imbissbude, und auch nicht beim Chinesen um die Ecke. Genauso die Hardware des Antriebs. Das ist nichts von der Stange, Polplatten und Polkern sind penibel bearbeitet und liegen perfekt an den Magnetringen und dem Aluminiumkorb an.

Messtechnik


Das optimale Verhältnis von Antrieb zu Masse definiert der Zero 12 Pro als eine Zweieinhalbzoll- Schwingspule auf einem Aluminiumträger für die hochfeste Wundermembran. Der Schwingspulenüberstand (der ungefähr den linearen Hub angibt) beträgt ca. 10 mm, das ist eine ganze Menge, aber nicht übertrieben viel. Keine Kompromisse gibt es beim Spulendraht, der nicht irgendwie besonders fi ligran ausfällt, sondern in vertrauenerweckender Dicke daherkommt. Das Resultat ist eine bewegte Masse von 140 Gramm, was sehr wenig ist für einen 30er-Sub mit Zweieinhalbzoll-Antrieb. Die Auslegung der Thiele-Small-Parameter lässt einen Einsatz in ventilierten Gehäusen problemlos zu. Der Zero geht bei Bedarf bis 30 Hz in Bassreflex, auch im 48-Liter-Gehäuse läuft er super, wie ebenfalls getestet wurde. Satte 88 dB an einem Watt schafft er so, ein deutliches Zeichen dafür, dass der Leichtbau wirkt, und ein klares Indiz für eine anspringende Wiedergabe. Im Grunde jedoch ist dieser Klangwoofer für geschlossene Gehäuse gemacht. Die doch eher weiche Aufhängung legt dies ebenfalls nahe. In 40 Litern erzielten wir ohne großartiges Dämpfungsmaterial die Lehrbuchgüte von 0,7, damit ist die Gehäusesuche schon beendet. Wer ein wenig Muhwolle in die Kiste stopft, bekommt noch mehr Trockenheit, andererseits ist die Idee eines kleineren Gehäuses ab 30 Litern sicher nicht verkehrt, die paar Hertz höhere Grenzfrequenz sind sicher zu verschmerzen.

Klang


Die Stunde der Wahrheit schlägt für den Zero, als es zum Hörtest geht. Von einer zweikanaligen Mosconi mit überreichlich sauberer Leistung versorgt, zeigt er, was unter präziser Basswiedergabe zu verstehen ist. Ohne jeglichen Zeitversatz verlängert er den Klang bis tief in den Tiefbassbereich. Diesen drückt er dem Zuhörer nicht aufdringlich ins Gesicht, sondern fügt ihn selbstverständlich ins Musikgeschehen. Bei trockenen Bassdrums sieht man den Schlegel vor sich, wie er das Fell malträtiert. Anschlag und Schwingen der großen Trommel sind sauber herauszuhören. Bei gut aufgenommenem Kontrabass macht der Sub es den Kleinlautsprechern zum Kinderspiel, den gesamten Körper des Instruments darzustellen. Das ist sehr wohl spektakulär für den, der es zu goutieren weiß. Obwohl der Zero 12 Pro bei SPL-Freaks wohl sehr leicht übersehen würde.

Fazit

Der Zero 12 Pro ist eine Ausnahmeerscheinung, die es nicht jedem recht machen kann und will. Wer nur dran vorbeigeht, wird ihn vielleicht nicht registrieren. Wer ihn jedoch gehört hat, wird ihn haben wollen.

Preis: um 450 Euro

Ganze Bewertung anzeigen
Gladen Audio Zero 12 Pro
4.0 von 5 Sternen

04/2013 - Elmar Michels

 
Bewertung 
Klang 50% :
Tiefgang 12.50%

Druck 12.50%

Sauberkeit 12.50%

Dynamik 12.50%

Labor 30% :
Frequenzgang 10%

Wirkungsgrad 10%

Maximalpegel 10%

Verarbeitung 20% :
Verarbeitung 20%

Ausstattung & technische Daten 
Vertrieb GLADEN EUROPE GmbH, Walddorfhäslach 
Hotline 07127 8102820 
Internet www.gladen.de 
Technische Daten
Korbdurchmesser (in cm) 31.2 
Einbaudurchmesser (in cm) 28.4 
Einbautiefe (in cm) 15.3 
Magnetdurchmesser (in cm) 15,5 
Gewicht (in kg)
Nennimpedanz (in Ohm)
Gleichstromwiderstand Rdc (in Ohm) 3.7 
Schwingspuleninduktivität Le (in mH) 2.47 
Schwingspulendurchmesser (in mm) 64 
Membranfläche (in cm²) 507 
Resonanzfrequenz fs (in Hz) 28.5 
mechanische Güte Qms 6.02 
elektrische Güte Qes 0.44 
Gesamtgüte Qts 0.41 
Äquivalentvolumen Vas (in l) 78 
Bewegte Masse Mms (in g) 143.2 
Rms (in Kg/s) 4.26 
Cms (in mm/N) 0.22 
B x I (in Tm) 14.74 
Schalldruck 1W, 1m (in dB) 86 
Leistungsempfehlung 200 – 600 W 
Testgehäuse g 40 l 
Reflexkanal (d x l) Nein 
Klasse Spitzenklasse 
Preis/Leistung sehr gut 
Car&Hifi 2/2013 
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Elmar Michels
Autor Elmar Michels
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Datum 12.04.2013, 14:50 Uhr
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