Kategorie: Kopfhörerverstärker

Einzeltest: Destiny Audio Aristaios MkII


Mit großem Y!

Kopfhörerverstärker Destiny Audio Aristaios MkII im Test, Bild 1
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Viele highendige Geräte sind zwar Klangkünstler vor dem Herrn, verzichten aber auf einen Kopfhöreranschluss – andere hingegen bieten zwar einen, doch der ist dann oft eine Notlösung und erfüllt eher eine Alibifunktion, als dass er eine adäquate Verstärkung für hochwertige Kopfhörer bereitstellte.

Externe Kopfhörerverstärker erfüllen gleich mehrere Funktionen: Einmal bieten sie dem Spieltrieb des anderweitig oft schon gesättigten Highend-Fans ein neues Feld. Dann eröffnen sie in vielen Fällen überhaupt erst die Möglichkeit, mit Kopfhörern Musik zu hören – und schlussendlich tun sie dies meistens besser als die integrierten Lösungen im Vor- oder Vollverstärker. Dabei bin ich persönlich ja der Meinung, dass es eine Preisuntergrenze gibt, ab der ein externer Kopfhöreramp als Upgrade zum integrierten Verstärkerteil überhaupt erst einen klanglichen Vorteil bieten kann, denn schließlich ist das Gehäuse einer der größten Kostenfaktoren bei der Produktion – und das, was für das Innenleben in der Kalkulation noch übrig bleibt, findet sich dann meist auch schon im Vollverstärker etc.

Kopfhörerverstärker Destiny Audio Aristaios MkII im Test, Bild 2Kopfhörerverstärker Destiny Audio Aristaios MkII im Test, Bild 3
wieder. Der DestinY Aristaios MkII liegt mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 259 Euro deutlich über dieser Grenze und bietet zusätzlich noch den Charme glühender Röhren. Diese Preisklasse ist meines Erachtens extrem interessant, da viele Einsteiger in die Welt hochwertiger Kopfhörer im Preisbereich zwischen 200 und 400 Euro fündig werden – und genau damit sollte der griechische Göttersohn bestens zurechtkommen. Wobei man mit „griechisch“ hier gehörig danebenliegt, denn der Schicksalsbringer stammt von sehr viel weiter östlich – klar, aus China. Das tut meiner Neugier keinen Abbruch. Was also hat der Sohn des Apollon zu bieten? 

Betrieb


Der DestinY Aristaios MkII hat sich gegenüber seinem Vorgänger (ohne MkII) auch optisch verändert. Zuallererst fällt auf, dass das seltsame „Fenster“ vor den beiden nun durch ein verchromtes Gitter geschützten Glaskolben vom Typ 6AK5 verschwunden ist. Hinter den Röhren residiert der Netztrafo unter einer teilverchromten Haube. Auf der Front befinden sich ausschließlich der Einschaltknopf, die 6,3-Millimeter-Klinkenbuchse, ein Umschalter für die Impedanz (32 Ohm oder 300 Ohm) und der Lautstärkeregler. Die beiden Letzteren sind aus massivem Metall und laufen schön satt. Überhaupt ist die gesamte Verarbeitung ohne Fehl und Tadel – nur frisch aus der Verpackung riecht es ein bisschen wie im Schuhgeschäft. Ob’s an den stabilen Gummifüßen liegt, auf denen der Aristaios steht? Anschlussseitig hält DestinY sich zurück, doch immerhin kann man zwei Quellen anschließen, jeweils über solide RCA-Buchsen. Nach dem Einschalten stellt man erst mal fest, dass man nichts hört. Das Rauschniveau ist nämlich erstaunlich gering – im Vergleich zum Anschluss meines Linn Majik DSM sogar auf gleichem niedrigen Niveau. Ich kann übrigens nicht oft genug betonen, dass das Kopfhörerverstärkerteil im Majik DSM recht ordentlich klingt – ach quatsch, sogar ziemlich gut. 

Klang


Im direkten Quercheck mit dem DSM bleiben dann aber keine Fragen mehr offen, hier spielen wir in einer anderen Liga – wenn auch nicht unbedingt in der absoluten Champions League. Einen Lehmann Rhinelander jedoch hält sich der DestinY mit vollem, druckvollem Bass vom Leib, auch wenn der Lehmann mehr Disziplin in diesem Frequenzbereich zeigt. Mit meinem Sennheiser Momentum gefällt mir die saftigere, üppigere Gangart des DestinY etwas besser. Wohlgemerkt schießt der Röhrenverstärker nicht übers Ziel hinaus: Die Kontrolle in tiefsten Frequenzen ist zwar nicht schraubstockartig, jedoch immer vollkommen ausreichend. Im Mittelton tut sich zwar auch so einiges Positives (bessere Raumaufteilung und etwas bessere Durchzeichnung), doch erstaunlicherweise brilliert der Aristaios vor allem im Hochton, der weder abgerundet noch dunkel ist, sondern durchaus transparent und offen mit Attacke spielen kann – auch wenn die röhrentypische Duftigkeit auch beim Griechen chinesischer Abstammung durchkommt. Die schnalzende Dynamikfähigkeit des DestinY macht Spaß und an. Wer auf Rock, Metal oder deftigen Elektro steht, wer gerne mit Druck hört und dennoch feingeistigen Klang im Mittel-Hochton nicht gänzlich missen möchte, sollte sich den kleinen Chinesen auf jeden Fall mal anhören.  

Fazit

Mit Charme und Druck musiziert sich der DestinY Aristaios MkII in die Herzen der Kopfhörergemeinde, doch auch Feingeister kommen nicht zu kurz. Ordentliche Verarbeitung.

Kategorie: Kopfhörerverstärker

Produkt: Destiny Audio Aristaios MkII

Preis: um 260 Euro


9/2014
3.5 von 5 Sternen

Einstiegsklasse

Bewertung 
Klang 70%

Ausstattung: 15%

Bedienung 15%

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 260 
Vertrieb: DestinY Audio IEV-Kommunikationstechnik, Wenden 
Telefon: Nein 
Internet: www.destiny-audio.com 
B x H x T (in mm): 70/130/230 
Gewicht:
Ausführungen: schwarz mit silbernem Trafogehäuse 
geeignet für: HiFi 
Ausstattung Kopfhörerverstärker mit zwei 6AK5-Röhren 
Anschlüsse: Kopfhörerausgang, 2 analoge Eingänge 
Nennleistung: 100 mW (32 Ohm) – 250 mW (300 Ohm) 
Eingangsemphindlichkeit (in mV): 500 
Übertragungsbereich: 18 Hz – 100 kHz (2 dB) 
Klasse: Einstiegsklasse 
Preis/Leistung: sehr gut 
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Michael Bruss
Autor Michael Bruss
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Datum 12.09.2014, 10:07 Uhr
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