Kategorie: Kopfhörerverstärker

Einzeltest: Onkyo DAC-HA200


Digitaler Verführer

Kopfhörerverstärker Onkyo DAC-HA200 im Test, Bild 1
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Als audiophiler Freak hat man (denke ich) Onkyo zugegebenermaßen nicht so wirklich auf dem Schirm. Ein Fehler, wie die Beschäftigung mit dem portablen DAC und Kopfhörerverstärker DAC-HA200 zeigt ...

Onkyo ist den meisten in Erinnerung als Hersteller von Stereo- und AV-Elektronik mit meist sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und sehr zweckmäßiger und praxisorientierter Ausstattung. Die sah allerdings eben auch meistens genau so aus: zweckmäßig. Das scheint sich nun zu ändern, denn mit Produkten wie den farbenfrohen HiFi-Minisystemen der CS-Reihe und stark an den Retro-Trend angelehnten High-End-Komponenten kommt so etwas wie hippes Flair auf bei den Japanern. Den mobilen Musikwiedergabe-Trend will und hat man auch nicht verschlafen, davon zeugen Dockingstationen für iOS-Geräte genauso wie der neueste Spross im Zubehörregal von Onkyo, der D/A-Wandler und Kopfhörerverstärker DAC-HA200. 

Sinnvoll ausgestattet


Er ist voll kompatibel mit Android, iOS und anderen Apple-Geräten und zapft diese direkt digital an. So bietet er eine qualitativ hochwertige D/A-Wandlung, die der in den Apple-Devices eingebauten (so viel sei schon verraten) klanglich um einiges voraus ist. Als tragbarer Kopfhörerverstärker, der eine direkte digitale Verbindung mit iOS-Geräten ermöglicht, gelingt ihm damit eine Welt-Premiere.

Kopfhörerverstärker Onkyo DAC-HA200 im Test, Bild 2Kopfhörerverstärker Onkyo DAC-HA200 im Test, Bild 3
Neben dem Anschluss von iOS-Geräten per Lightning- Schnittstelle unterstützt der USB-A-Eingang AOA-2.0-kompatible Android- Geräte. Über den USB-Micro-B-Eingang lässt sich auch ein PC oder Mac anschließen. Verwendet man den DAC-HA200 an einem USB-Anschluss, kann man kostenlos die Onkyo-App „HD Player Pack“ nutzen, um jedes iOS-Gerät mit 96-kHz/24-bit- und 5,6-MHz-DSD-Alben(!) zu bestücken und den Klang mithilfe eines Equalizers an die eigenen Vorstellungen anzupassen (normalerweise nur per In-App-Kauf vollständig freigeschaltete Funktionen). Der kompakte Verstärker kommt in einem soliden, leider aber auch mit 210 Gramm nicht ganz leichten, sehr handschmeichlerischen Aluminiumgehäuse und ist mit einem D/A-Wandler PCM5102 von Burr-Brown, einem Operationsverstärker MUSES 8920 sowie einer Class-AB-Endstufe mit diskret aufgebauter Gegentaktverstärkung ausgestattet. Der Burr-Brown-Wandler ist ein sehr hochwertiger Signalprozessor, der normalerweise in HiFi-Systemen zum Einsatz kommt. Er soll für geringes Rauschen und hohe Taktstabilität sorgen. Verbindet man den DAC-HA200 per USB mit einem Mac, PC oder Android-Gerät, so übernimmt der PCM5102 nicht nur die Wandlung der Daten, sondern auch die Taktung – somit arbeitet er im klanglich vorteilhaften asynchronen Modus. Die Batterie des DAC-HA200 soll bis zu 11 Stunden durchhalten – genug also für den Transatlantikflug inklusive Wartezeit am Gate (oder eine Fahrt mit der Deutschen Bahn von Berlin nach München ...). Für schwierig zu treibende Kopfhörer mit höherer Impedanz bietet das Gerät eine High-Gain-Schaltung mit mehr Power. Eingangsseitig ist alles da, was man braucht: Die 3,5-mm-Klinkenbuchse ist von analog auf digital (optisch) umschaltbar, USB 2.0 findet via Typ-A- und Typ-B-Buchsen Zugang. Raus geht’s via 3,5-mm-Klinkenbuchse. Der griffige Lautstärkeregler könnte ein bisschen mehr Widerstand bieten, so dass versehentliche Lautstärkesprünge eher vermieden werden. 

Klang


Tja, wer hätte es gedacht: Der Onkyo haut mich weg. Nicht so wie ein 2.000-Euro-High- End-Referenzverstärker, klar, aber der Kleine gibt sich in einem Maße erwachsen, wie ich es nicht erwartet hätte. Er liefert ein sattes Fundament ohne dynamisch kompromissbehaftetet Eingeengtheit und ohne den Fehler zu machen, den Bassbereich zu sehr zu betonen. Statt dessen liefert er weitgehend tonal neutrales, ansatzweise warmes Klangfutter mit strahlenden Bläsern, fetzenden Gitarren und explodierenden Drums und nicht übermäßig luftiger oder weiträumiger, aber sehr definierter und aufgeräumter räumlicher Darstellung. Das wirkt entspannend und mitreißend zugleich: Entspannend, weil nichts nervt und nichts unangenehm auffällt, mitreißend, weil die dynamischen Fähigkeiten und der vollmundig-seidige Charakter und die Kontrolle auch bei höheren Lautstärken einfach tierisch Spaß machen. Besonders beeindruckend finde ich die feindynamische Differenzierungsfähigkeit des Onkyo, die im Zusammenspiel mit den transparenten Mitten eine sehr elegante und distinguierte Charakteristik ergibt. Chapeau, Onkyo!  

Fazit

Bombig verarbeitetes und superb klingendes Gerät mit toller Technik, das sich mobil genauso wohl fühlt wie auf dem Schreibtisch.

Kategorie: Kopfhörerverstärker

Produkt: Onkyo DAC-HA200

Preis: um 300 Euro


12/2014
4.5 von 5 Sternen

Oberklasse

Bewertung 
Klang 70%

Ausstattung: 15%

Bedienung 15%

Ausstattung & technische Daten 
Preis: 300 
Vertrieb: Onkyo Europe Electronics GmbH, Gröbenzell 
Telefon: Nein 
Internet: www.de.onkyo.com 
B x H x T (in mm): 170/130/70 
Gewicht: 210 g 
Ausführungen: Schwarz 
geeignet für: unterwegs, zu Hause 
Ausstattung High-Gain-Schaltung, DC-zu-USB-A-Kabel zum Aufl aden am Computer, USB-Kabel zum Anschluss an Computer (USB Micro-B auf USB-A), 2 Gummibänder zur Befestigung an Medienwiedergabegerät 
Anschlüsse: 3,5-mm-Stereoklinke, Mikro-USB, USB (2.0) 
Klasse: Oberklasse 
Preis/Leistung: sehr gut 
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Michael Bruss
Autor Michael Bruss
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Datum 23.12.2014, 09:58 Uhr
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