Kategorie: Lautsprecher Stereo

Einzeltest: Sombetzki ESL Home


Ganz nah dran

Lautsprecher Stereo Sombetzki ESL Home im Test, Bild 1
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Manchmal, ja manchmal passiert es ja dann doch noch einmal: Der Redakteur, der in Sachen HiFi schon alles gesehen hat, steht verblüfft da und staunt, weil jemand auf einmal alles anders macht als die anderen. So auch der bekannte Konstrukteur Michael Sombetzki

1987 trat Michael Sombetzki zum ersten Mal ins Licht der Öffentlichkeit – er veröffentlichte in der legendären Elektronikzeitschrift „Elrad“ einen zweiteiligen Artikel über das Konzept eines elektrostatischen Lautsprechers mit zusätzlichem Compound-Subwoofer. Zahlreiche Bauprojekte und letztlich dann Fertigprodukte haben sich daran angeschlossen – Sombetzki ist mit Sicherheit einer der führenden Männer in Sachen Elektrostatenbau, den wir in Deutschland haben. Folgerichtig ist er auch der Ansprechpartner für Service und Reparaturen, egal, ob es sich um Wandler seines ehemaligen Arbeitgebers Quad handelt oder um andere Fabrikate. Sein eigenes Produktportfolio ist klein, hat es aber in sich: Da ist zum einen eine Röhren-Monoendstufe mit der etwas exotischen Endröhre PL509 in einer sogenannten Circlotron-Schaltung.

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Dann gibt es da noch einen elektrostatischen Lautsprecher, der vor allem für Studio-Anwendungen gedacht ist, und schließlich – eng mit diesem verwandt – der sogenannte Home ESL. Das Ganze sieht aus wie zwei PC-Towergehäuse, auf denen an drehbaren Masten Flaggen angebracht sind. Diese Form ergibt sich aus der geplanten Einsatzart des Home ESL. Im schweren Fuß ist die Elektronik für die Vorspannung des Panels des Elektrostaten untergebracht, ebenso die Übertrager für die Ansteuerung der Statoren. Das erklärt natürlich auch die Gewichtsverteilung: Hier findet sich jede Menge Eisen und Kupfer in Form von Trafos und Spulen – somit reicht ein unten angeschraubter Querträger für den sicheren Stand, selbst wenn die Panels rechtwinkling ausgeschwenkt sind. Um alle Freiheiten bei der Aufstellung anzubieten, hat Michael Sombetzki das Anschlussfeld bei beiden Lautsprechern doppelt ausgeführt – die nicht benutzte Seite verschwindet unter einem angeschraubten Typenschild. Aus der Oberseite der Basis ragt ein Stahlrohr, das in seiner Führung drehbar ist – eine Skala samt Zeiger hilft bei der exakten Ausrichtung. Die beiden Panels sind zudem in einem gewissen Rahmen in der Höhe verstellbar – so kann man sie tatsächlich exakt auf den Hörplatz ausrichten. Apropos Hörplatz: Der Singular ist hier wörtlich zu verstehen. Die Home ESL sind definitiv Ein-Personen-Lautsprecher. Das hat etwas zu tun mit dem recht kräftigen Bündelungsverhalten des Panels, das zwar für einen Vollbereichswandler recht klein ausfällt, hohe Frequenzen aber nur um einen ganz schmalen Bereich rund um die Haupt-Abstrahlachse überträgt – siehe auch unsere Frequenzgangmessung. Zum anderen ist da die einmalige Aufstellung der Home ESL: Idealerweise sitzt man auf einem Sessel mit einer Wand oder einem Schrank/Regal im Rücken und stellt die Schallwandler mit einem Hörabstand von 60 bis 80 Zentimetern und einer Basisbreite von vielleicht einem Meter oder weniger auf. Die Panels werden mit der Mitte auf Ohrhöhe eingestellt und auf den Hörplatz eingedreht, so dass sich ein ausgewogenes Klangbild einstellt. Etwas Experimentieren lohnt sich – mir persönlich war beispielsweise eine Einstellung, die leicht von der Hauptachse abweicht, am liebsten. Wie es klingt? Auf jeden Fall verblüffend. Wie schon anderswo geschrieben wurde, nähert man sich den Home ESL am besten von außerhalb, sprich: Man legt eine Platte auf und erfreut sich daran, dass fast überall im Raum die Musik allenfalls als sanfte Hintergrundberieselung zu hören ist – und dann setzt man sich auf den Hörplatz und ist auf einmal mittendrin im Geschehen! Alleine der Lautstärkesprung sorgt dabei für ein verblüfftes Gesicht, umso mehr die plötzliche Fokussierung aller musikalischen Ereignisse. Da sitzt auf einmal alles in Reih und Glied – perfektes Nahfeld-Monitoring. Sogar die gemessen zu dezente Basswiedergabe sorgt für Staunen: Das hat Substanz, Tiefe und sogar richtige Wucht, wenn es darauf ankommt – und das bis hin zu respektablen Gesamtlautstärken. Mir persönlich hat dabei sogar die dezentere der beiden per Schalter wählbaren Tieftonabstimmungen etwas besser gefallen – aber das hängt natürlich vor allem davon ab, wie ideal man die ESL Home stellen kann. Im Stimmenbereich spielen die beiden Elektrostaten mit buchstäblicher Leichtigkeit auf: Deutlich unter ein Gramm bewegter Masse sorgt für eine unmittelbare und sehr präsente Wiedergabe. Man meint, den Atem der Sänger zu spüren, so lebendig und authentisch stehen sie vor dem Hörplatz – perfekt in der Mitte zentriert, so, wie auch der Rest der Musiker sich weit im Raum verteilt. Da indirekter Schall eine erheblich kleinere Rolle spielt als bei konventioneller Aufstellung, ist die Positionierung sogar extrem präzise, fast schon wie bei einem guten Hornlautsprecher. Den Hochtonbereich kann man, wie gesagt, durch Einwinkeln fein dosieren – hier sind alle Möglichkeiten von sanft bis brillant drin. Die ESL Home sind damit für alle Musikrichtungen gleichermaßen geeignet – von Klassik, bei der sie jede Menge Atmosphäre verbreiten, bis hin zur Rockmusik, wo sie auch ernsthaft zupacken – bravo!

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Fazit

Die Sombetzki Home ESL sind nicht nur eine Lösung für problematische oder gar nicht vorhandene Hörräume, sondern auch einmalige Schallwandler, die die Vorzüge von Elektrostaten und guten Kopfhörern auf faszinierende Art verbinden.

Preis: um 7500 Euro

Sombetzki ESL Home

07/2017 - Thomas Schmidt

Ausstattung & technische Daten 
Paarpreis ab 7.500 Euro (Standardlack und -bezug) 
Vertrieb Sombetzki Elektrostaten, Buseck 
Telefon 06408 5490240 
Email info@sombetzki-elektrostaten.de 
Internet www.sombetzki-elektrostaten.de 
Garantie 2 Jahre 
B x H x T 440x1250x145mm 
Gewicht: ca. 25 kg 
Unterm Strich... Die Sombetzki Home ESL sind nicht nur eine Lösung für problematische oder gar nicht vorhandene Hörräume, sondern auch einmalige Schallwandler, die die Vorzüge von Elektrostaten und guten Kopfhörern auf faszinierende Art verbinden. 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 07.07.2017, 09:58 Uhr
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