Kategorie: Lautsprecher Stereo

Monitorlautsprecher · Vestlyd 15c


Let there be Rock!

Lautsprecher Stereo Vestlyd 15c im Test, Bild 1
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Die Vestlyd 15c ist ein sehr ernstzunehmender Lautsprecher, der es vorzüglich versteht, PA-Technik zu einem mitreissenden und HiFi-tauglichen Klang zu veredeln.

Normalerweise reite ich nicht gleich auf dem Preis herum, aber hier gibt es einen wirklich mächtigen Monitorlautsprecher mit einem 15-Zoll-Koaxialtreiber, dessen Paarpreis bei nicht mal 2.000 Euro liegt, 1.799 Euro, um genau zu sein. Das kleinere Modell 12c mit 12-Zoll-Koax kostet dann auch nur 1.299 Euro. Klar: Dafür gibt es keine Furnierhölzchen, edles Design oder auch nur den Hauch einer Ahnung eines Ansatzes des so genannten „Wife Acceptance Factors“ – um mal mit Henry Ford zu sprechen: Sie können den Vestlyd 15c in jeder Farbe bestellen, Hauptsache es ist schwarz. Nein, Vestlyd macht um die Abstammung der Boxen keinen Hehl, die Dinger passen von der Formgebung, Design und Finish viel eher auf die Bühnen dieser Welt als in ein heimeliges Wohnzimmer, wenn, ja wenn da nicht der Klang wäre – aber dazu kommen wir noch   


Technik – Design?  


Wie schon erwähnt: Dreh- und Angelpunkt ist der namengebende 15-Zoll-Koaxialtreiber. Koaxiale Chassis sieht man in Hifi -Boxen gar nicht so oft – bei Bühnenmonitoren dagegen recht häufig, denn diese Treiber haben einen riesigen Vorteil: Sie strahlen den Schall in alle Richtungen gleichmäßig ab.

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Warum man das dann nicht auch bei HiFi öfter sieht? Nun, der Einbau des Hochtöners inmitten eines Konus-Chassis ist nicht ganz so trivial, denn, um es einfach auszudrücken, die umliegende Membran beeinflusst das Abstrahlverhalten des Hochtöners mehr oder weniger deutlich, vor allem, wenn die Chassis sehr kompakt sind. Bei einem PA-Treiber sieht das etwas günstiger aus: Durch die hier verwendeten großen Schwingspulen ist genügend Platz, durch den Polkern eine Schallführung zu legen, die den Hochtonschall zumindest so weit bündelt, dass keine so starke Beeinflussung durch die Membran möglich ist. Trotzdem erfordert es noch einiges an Tüftelei, bis der Übergang am Schallaustritt so optimiert ist, dass die Angelegenheit gut funktioniert. Kleiner Spoiler: Hat bei der Vestlyd gut geklappt. Weiterhin war man erfolgreich bei der Tieftonabstimmung, denn es ist heutzutage gar nicht mehr so leicht, ein Chassis zu finden, das laut und tief spielt – die meisten PA-Treiber sind kompromisslos auf Wirkungsgrad gezüchtete Pegelmonster, die für ausreichend Tieftonwiedergabe elektronisch entzerrt werden müssen – angesichts günstiger Schaltverstärker im PA-Sektor kein Thema, aber zuhause muss es dann immer noch die Reflexabstimmung im Gehäuse richten. Und auch hier hat man einen guten Job gemacht: Mit einer lupenreinen Reflexabstimmung geht der Bass bis knapp unter 40 Hertz.   

Zum Design: Dieses stammt zu 100 Prozent aus dem Profibereich: Die Box ist rundherum mit schwarzem Kunstleder bezogen, wobei man auf die Ecken- und Kantenschoner aus Metall verzichtet hat.
Lautsprecher Stereo Vestlyd 15c im Test, Bild 4
Die optionalen Füße lassen den Geist der 70er-Jahre wieder auferstehen: Große Monitore in Bodennähe
Und dann gibt es immerhin noch eine Frontbespannung und optionale Ständer im Stile der 70 Jahre, die die Boxen ein paar Zentimeter vom Boden wegbringen und sie leicht nach hinten anwinkeln. Die soliden Stahlprofile schlagen mit noch einmal 279 Euro zu Buche. Um auch wirklich nichts an Schalldruck zu verschenken, strahlen die Kunststoff-Reflexrohre, die immerhin im Inneren gegen Resonanzen versteift sind, nach vorne ab. Demzufolge gibt es rückseitig nur die Anschlussklemmen zu sehen und – richtig! - einen Speakon-Anschluss, der in Sachen PA-Technik der heutige Standard für einen verpolungs- und rutschsicheren Lautsprecheranschluss ist.   

Messlabor

 
Vor dem Messmikrofon zeigt die Vestlyd 15c, dass sie ein wahres „Best of both worlds“ ist: Der Wirkungsgrad beträgt im Bass und Grundtonbereich wirklich fast die vom Hersteller angegebenen 95 Dezibel (an 2,83 Volt, was bei diesem 4-Ohm-Lautsprecher also 2 Watt entspricht). Der Mittelton und Präsenzbereich ist dann hifi -mäßig etwas zurückgenommen- während man im Hochtonbereich dann noch einmal Gas gibt – unterm Strich also eine ganz leichte Loudness-Abstimmung, die in jedem Fall voll und angenehm klingen wird und der Box auch bei niedrigen Pegeln zu etwas mehr Wärme verhilft. Verzerrungen sind überhaupt kein Thema und auch Resonanzen halten sich in engen Grenzen. Einziger Kritikpunkt ist in meinen Augen hier das Impedanzminimum im Hochtonbereich, wo die Vestlyd nur knapp über der 2-Ohm-Marke bleibt. Das ist bei weitem nicht so dramatisch wie es im Tieftonbereich wäre – trotzdem empfehle ich auch aus diesem Grund einen kräftigen und laststabilen Verstärker.   


Hörtest

 
Und mit einem solchen habe ich den Hörtest auch bestritten: Eine gute alte Yamaha- Endstufe, also ein richtiges, klassisches „Eisenschwein“ befeuerte die beiden Vestlyd-Boxen auf ihren Ständern. Und – yes! – so muss Musik klingen: Das ist direkt, anspringend und kann bei entsprechendem Material auch mal direkt in die Magengrube fahren – dafür sorgen schon die beiden riesigen Tieftontreiber, die in Sachen Bassdynamik wirklich keine Fragen mehr offen lassen. Die riesigen Membranen machen auch einen guten Job im Grundton- und Stimmbereich: Sogar Streich- und Blasinstrumente geben sie recht originalgetreu und sauber wieder – ganz wichtig für klassische Musik und kleine Akustik- Ensembles. Und diese Qualität setzt sich bis in den oberen Mitteltonbereich fort, wo der Druckkammertreiber ins Geschehen einsteigt und für die Feinheiten sorgt. Der Übergang zwischen Konus- und Horntreiber gelingt dabei unauffällig – dennoch ist es wichtig zu erwähnen, dass der Horntreiber bauartbedingt vor allem auf Achse für eine sehr präzise, scharf umrissene Abbildung sorgt – auch hier ist ein experimentelles Einwinkeln der 15c für die richtige Dosierung zu empfehlen. Der perfekte Lautsprecher also? Nein – für dauerhaft leise Pegel und musikalische Preziosen, die allerhöchste Feinauflösung verlangen, gibt es tatsächlich bessere Lautsprecher: Hier sind kleinere Membranen im Mitteltonbereich im Vorteil. Aber bei einer gewissen Vorliebe für elektrische Gitarren und raue und unverfälschte Auftritte, darf, ja muss man die Vestlyd 15c zumindest einmal Probe gehört haben! So direkt fühlt man sich als Hörer nur ganz selten in das akustische Geschehen eingebunden: Das ist Stadion-Konzert im Wohnzimmer!

Fazit

Die Vestlyd 15c ist ein sehr ernstzunehmender Lautsprecher, der es vorzüglich versteht, PA-Technik zu einem mitreissenden und HiFi-tauglichen Klang zu veredeln.

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Kategorie: Lautsprecher Stereo

Produkt: Vestlyd 15c

Preis: um 1798 Euro

Ganze Bewertung anzeigen


6/2023
4.5 von 5 Sternen

Spitzenklasse
Vestlyd 15c

Bewertung 
Klang 70%

4.5 von 5 Sternen

Labor 15%

4.5 von 5 Sternen

Praxis 15%

4.5 von 5 Sternen

Ausstattung & technische Daten 
Kategorie Monitorlautsprecher 
Paarpreis 1.798 Euro 279 Euro (Ständer) 
Vertrieb: Hifi -Klubben Deutschland 
Telefon: 0800 0004670 
Internet www.hifi-klubben.de 
Ausstattung
Abmessungen (B x H x T in mm) 468 x 742 x 417 mm 
Gewicht (in Kg) 34 kg 
Chassis: 1 x 38 cm Koax-Tieftöner 1 x Einzoll-Druckkammertreiber 
Garantie (in Jahren): 2 Jahre 
+ hoher Wirkungsgrad 
+ sehr guter Klang 
+/- +extrem günstiger Preis 
Klasse Spitzenklasse 
Preis/Leistung hervorragend 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 01.06.2023, 10:02 Uhr
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Topthema: Feurig
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High-End-Standbox mit ESS AMT

Mit diesen Chassis wollte ich schon immer mal etwas bauen. Dass ich sie allerdings jemals zusammen in einer Box haben würde, hätte ich dann doch wieder nicht erwartet – dass das Ganze so gut werden würde, dann schon eher.

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