Kategorie: CD-Player, Vollverstärker

Systemtest: Musical Fidelity M6CD, Musical Fidelity M6i


Sechser mit Zusatzzahl

CD-Player Musical Fidelity M6CD, Musical Fidelity M6i im Test , Bild 1
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CD-Player plus passender Vollverstärker –das war und ist eine beliebte Kombination, die ein HiFi-Freund aus dem Laden schleppt. Das war schon lange so und wird auch so bleiben. Denn selbst wenn sich HiFi ändert, es gibt kluge Firmen, die die Geräte so modernisieren, dass selbst Sohnemann mit seinem modernen Digitalkram daran Spaß hat.

Peripherie:


 Quellen: Apple MacBook Pro, OSX 10.8.2, iTunes 10.7, Sonic Studio Amarra 2.4.2 Apple MacBook Pro, Bootcamp mit Windows 7 Home, Foobar2000 Mini PC mit Intel Atom D425 1,8 GHz Atom, 2GB RAM, Ubuntu 11.11, Music Player Daemon
 Lautsprecher: Klang+Ton „Nada“

Wenn man über Musical Fidelity redet, muss man immer auch ein paar Worte über Firmenchef Anthony Michaelson und seine Philiosphie verlieren. Der Musiker und HiFi-Liebhaber ist der Kopf hinter den Produkten der Engländer und lenkt das Unternehmen seit vielen Jahren sehr erfolgreich durch die schwierigen HiFi-Gewässer.

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Ich kenne Anthony recht gut und weiß, dass dieser erfahrene Mann seine Produkte genau wie Musik liebt und ein großer Verfechter fairer Kalkulationen ist. Unter dem Markennamen Musical Fidelity gibt es dementsprechend viele günstige Wandler, Kopfhörerverstärker und Phonovorstufen, die für das aufgerufene Geld unglaublich viel leisten. Wenn man das bedenkt und sich vor Augen hält, dass die beiden M6-Kandidaten M6CD und M6i mit über 2.000 Euro ein stolzes, doch nicht mal ansatzweise überzogenes Preisschild tragen kann man schon mal zu Recht nervös werden. Erst einmal muss ich sagen, dass Musical Fidelity ein Design gefunden hat, dass mit meinen Vorstellungen sehr kompatibel ist. Ich mag es ja schlicht und trotzdem sieht man den beiden Geräten an, dass es sich um sehr feiste Teile handelt. Das wird durch die anthrazitfarbenen Gehäuse mit dem mattgrauen, sehr sauber und satt drehenden Lautstärkesteller des M6i sofort klar. Die beiden streichelt man einfach gerne. Die komplette M6-Serie gibt es übrigens auch in Silber, falls Ihnen das lieber ist. Nebenbei ist ab Dezember der M6 DAC erhältlich, um den ich mich dann zeitnah kümmern werde. Das Schwergewicht namens M6i vom Stand weg ernst zu nehmen, fällt leicht, und sein Aufbau ist ebenfalls sehr konsequent. In diesem prächtigen Block sitzen zwei separate Mono-Verstärker für jeweils den rechten und linken Kanal, dazwischen ruht die Class-A-Vorstufe. Die darf man auch wirklich so nennen, denn Sie sieht in ihren Aufgaben mehr als bloß Eingangswahl und Pegelstellen, sie bekam von Herrn Michaelson ein besonderes Augenmerk, da er der Auffassung ist, in der Vorverstärkung liegen ganz besondere klangentscheidende Faktoren, die es zu bedenken und nutzen gilt. Viel, viel Kupfer ist außerdem noch in dem Gehäuse zu finden, damit die Stromlieferfähigkeit immer gewährleistet ist. Ein Riesentrafo ruht im vorderen Teil, drei Abgriffe versorgen getrennt Vorstufe und die beiden Endstufen. So wie das aussieht, geht diesem Verstärker nur schwer die Puste aus, denn die Fähigkeit, hohe Stromstärken liefern zu können ist ein gangbarer Weg, stets hohe Kontrolle zu gewährleisten. Verstärkt wird schlussendlich mit einer Class-A/B-Endstufe in Doppel-Mono-Ausführung, die beiden Verstärkerzüge liegen für saubere Kanaltrennung auch schön weit voneinander getrennt an den Seitenteilen, wo die Kühlrippen die Hitze nach außen hin ableiten. Klar, Hexenwerk ist das nicht, doch extrem ordentlich gemacht und fein bestückt (beispielsweise mit Sanken-Komplimentärtransistoren in der klassischen Darlington-Endverstärkung). Es ist schon recht beeindruckend, dass hier an die 200 Watt an acht Ohm erzeugt werden können. Ich hab‘s nachgemessen – die Herstellerangabe stimmt ziemlich genau. Symmetrisch kann man einen Zuspieler verbinden, dazu gesellen sich noch vier Cincheingänge, von denen einer auch so geschaltet werden kann, dass die Vorstufe umgangen wird und der M6i zur reinen Endstufe mutiert. Ich empfehle, beim Umschalten in diesen Modus vorsichtig zu sein, denn der Eingang ist sehr empfindlich, da könnte es schnell ziemlich laut werden. Interessant finde ich, dass ein Phono- MM/MC-Eingang fehlt und stattdessen eine USB-Buchse zum Anschluss eines Computers vorhanden ist. Das hätte man sich vor ein paar Jahren mal auf der Zunge zergehen lassen können, gerade in diesem Preissegment. Die USB-Anbindung steht zwar in keiner Konkurrenz zu einem waschechten USB-DAC, doch finde ich die Option völlig richtig. Mal eben schnell einen Laptop anschließen zu können ist aus heutiger Sicht sicher ein sehr willkommenes Feature, zumal der verwendete Texas-Instruments-Chip treiberlos an jedem Betriebssystem andockt. Sein Stamm-Zuspieler ist aber erstmal der M6CD, der optisch wunderbar passt und in Sachen technischer Finesse von der selben hohen Güte ist. Dank mehrerer digitaler Eingänge (S/PDIF optisch und koaxial sowie adaptives USB) fungiert der M6CD problemlos als D/A-Wandler für andere im Rack stehende Zuspieler. Sat-Receiver und Streaming-Clients werden klanglich jedenfalls fürstlich aufgewertet. Auch ist es natürlich möglich, einen V-Link II (das ist der exzellente USB-auf-S/PDIF-Umsetzer von Musical Fidelity) als Bindeglied zwischen M6CD und Computer einzusetzen, wenn man klanglich höher hinaus will und HiRes-Aufnahmen vom Rechner abspielen will. Das klingt in der Praxis nämlich noch mal ein Stück besser als die direkte Verbindung von Computer und CD-Player, da der V-Link II mit seinem XMOS-Receiver die Sache genauer nimmt und ohne Umrechnerei der Musikdaten und mit weniger Jitter das etwas reinere Signal liefert. Ganz ohne Umrechnung geht‘s allerdings hier nicht, denn der M6CD verfügt über einen Upsampling-DAC, der alle ankommenden Signale auf 192 kHz in 24 Bit aufpumpt, bevor die eigentliche D/A-Wandlung einsetzt. Da scheiden sich natürlich die Geister. Ich bin ja eigentlich ein großer Freund nativer Signalverarbeitung, allerdings birgt dieser Schritt auch klangliche Vorteile. Der korrekte Ausdruck ist „asynchrone Abtastratenumsetzung“ und asynchron ist ja immer erst mal richtig und gut. Damit erreicht man nämlich zu einem gewissen Maß Jitter- Reduktion, was durch das zwingend erforderliche Reclocking mit einem stabilen Takt erfolgt und natürlich klanglich auch nicht gerade von Nachteil ist. Dieser Vorgang wird von einem Burr-Brown-Gespann bestehend aus SRC und DAC erledigt, eine stabile Clock erzeugt den neuen Takt, mit dem der Wandler die Signale entgegennimmt.

Klang


Es ist mir schon klar, dass das eigentlich eine ganz klassische Kombi ist, doch muss ein jedes Gerät, das die entsprechenden Eingänge hat, zunächst einmal Musik vom Musikserver (in diesem Fall ein Linux-Rechner, der per USB mit einem V-Link 192 verbunden war) über die S/PDIF-Eingänge wiedergeben. Was will man großartig sagen? Auflösung, Bass, Tonalität, alles einwandfrei. Das Laufwerk tut seinen Dienst ganz wunderbar und nimmt den harten Kampf mit externen Harddisk-Playern locker auf. In Verbund mit dem M6i ergibt sich ein wirklich stimmiger, runder Klang. Das Gespann spielt wie aus einem Guss und präsentiert Tugenden, die ich sehr schätze. Ich mag‘s beispielsweise druckvoll, zackig und mitreißend. Und genau das tun die beiden zweifelsohne. Ich wurde ja schon vor diesem Test darauf vorbereitet, unterschiedlich große Lautsprecher einzusetzen, um mir ein Bild davon machen zu können, wie viel Strom der M6i schieben kann. Das bestätige ich hiermit, denn auch mächtige Standboxen treibt dieser schwere Block problemlos, fast schon leichtfüßig. Man kann ihn somit als echte Universalwaffe ansehen, die sich vor keiner noch so dicken Schwingspule scheut und jeden Lautsprecher bedient. Was mir halt immer wieder am Musical- Fidelity-Sound gefällt, ist dessen Kraft, der Punch, den die Komponenten aus Wembley erzeugen, und die Souveränität, die ihr Klang ausstrahlt. Wenn Ihnen mächtiger, dennoch warmer und runder Klang entgegenkommt, sind sie hier genau richtig, sterile Wiedergabe wird anderen überlassen. Wer sich für einen der beiden oder die Kombi entscheidet, ist auf jeden Fall allerbestens bedient und bekommt für sein Geld einen absoluten Preis-Leistungs-Knaller.

Fazit

Die M6-Kombi bringt den Musikfreund für überschaubare finanzielle Investitionen in klanglich hohe Dimensionen und holt den Computer an die Anlage, ohne dass der Besitzer überfordert wird. Feine Sache!

Preis: um 2550 Euro

CD-Player

Musical Fidelity M6CD


04/2013 - Christian Rechenbach

Preis: um 2540 Euro

Vollverstärker

Musical Fidelity M6i


04/2013 - Christian Rechenbach

Ausstattung & technische Daten: Musical Fidelity M6CD
Vertrieb Reichmann Audio Systeme, Niedereschach im Schwarzwald 
Telefon 07728 1064 
Internet www.reichmann-audiosysteme.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 440/125/385 
Eingänge: 1 x S/PDIF RCA / 1 x S/PDIF TosLink 
Ausgänge: 1 x analog RCA 
Besonderes:
checksum „Die M6-Kombi bringt den Musikfreund für überschaubare finanzielle Investitionen in klanglich hohe Dimensionen und holt den Computer an die Anlage, ohne dass der Besitzer überfordert wird. Feine Sache!“ 
Ausstattung & technische Daten: Musical Fidelity M6i
Preis: 2540 
Vertrieb: Reichmann Audio Systeme, Niedereschach im Schwarzwald 
Telefon: 07728 1064 
Internet: www.reichmann-audiosysteme.de 
Abmessungen (B x H x T in mm) 440/125/385 
Leistung 4 Ohm (in Watt): 330 
Leistung 8 Ohm (in Watt): 184 
THD+N 5W (in %): 0.191 
THD+N Halblast (in %): 0.045 
SNR (in dB(A)): 80 
Eingänge: 4 x analog RCA 
Ausgänge: 1 x analog RCA 
checksum „Die M6-Kombi bringt den Musikfreund für überschaubare finanzielle Investitionen in klanglich hohe Dimensionen und holt den Computer an die Anlage, ohne dass der Besitzer überfordert wird. Feine Sache!“ 
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Christian Rechenbach
Autor Christian Rechenbach
Kontakt E-Mail
Datum 11.04.2013, 10:32 Uhr
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Topthema: Norddeutsche HiFi–Tage 2022
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